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SAP stellt neue Version der HANA-Platform vor

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SAP HANA SP 10: Neue Hadoop-Plugins und verbesserte Support für das Internet der Dinge (IoT) zeichnen das Service Pack 10 für die SAP-Datenbankplattform aus. SAP verbessert zudem die Skalierbarkeit der Plattform und sorgt mit Apache Ambari für neue Möglichkeiten bei der Speicherverwaltung.

Auf der SAPinsider-Konferenz in Nizza stellt SAP HANA SPS10 vor. Die neue Version der Datenplattform werde schließlich auch in die weiteren SAP-Produkte, die auf der Plattform aufsetzen, integriert werden, zum Beispiel in die Business Suite SAP S/4 HANA sowie die Cloud-Angebote von SAP.

SAP S/4HANA. (Bild: SAP)
SAP S/4HANA auf den Punkt gebracht: Vollständig auf HANA und ein vereinfachtes Datenmodell, durchgängige Nutzererfahrung mit Fiori und ein System, das dem Nutzer Vorschläge macht. Auch diese Version der Business Suite soll die neuen Funktionen des Service Packs 10 von SAP HANA bekommen. (Bild: SAP SE)

Zu den neuen Funktionen von SAP HANA zählen die Integration mit den Hadoop Distributionen von Cloudera und Hortonworks. Auch ein Datentransfer via Spark SQL ist jetzt mit HANA verfügbar. Über Apache Ambari können Anwender Cluster aus SAP HANA und Hadoop über eine einzige Nutzerschnittstelle verwalten. Mit der Integration des Hadoop-Data-Managements Ambari ist es zudem möglich, Rollen-basierte Datenbewegungen auf verschiedenen Daten-Layern umzusetzen. Beispielsweise können Unternehmen eine Regel aufstellen, dass die Daten eines Jahres im In-Memory-Speicher gehalten werden und dass ältere Daten auf einen Plattenspeicher oder in einen Hadoop-Cluster verschoben werden.

Über neue Funktionen für die Pflege von Daten und mit neuen Smart Data Quality Capabilities für HANA lassen sich über ein Web-basiertes Entwicklerwerkzeug Duplikate zusammenführen und Datensätze bereinigen.

Daneben erweitert SAP die Sprachunterstützung für die Texanalyse auf 32 Sprachen. Das SAP HANA Text Mining unterstützt nun auch SQL Syntax. Dadurch werde es für Entwickler einfacher, neue Anwendungen zu schreiben, die auf Text-Mining basieren. Über Support für multidimensionale Objekte und Spatial Expression in HANA oder SQLScript kann SAP zudem das Spatial Processing verbessern. Dadurch können Entwickler schließlich einfacher als bisher Visualisierungen in selbst erstellte Unternehmensanwendungen integrieren.

Über ein neues Remote-Data-Integration Feature können Anwender Daten im Unternehmen mit entfernten Datenquellen synchronisieren. Über die SAP SQL Anywhere-Suite können Entwickler zudem die Synchronisierung von datenintensiven mobile Anwendungen und Internet of Things-Projekte mit dem Unternehmensnetzwerk bewerkstelligen.

So können damit zum Beispiel Einzelhandels-Filialen oder Restaurants die lokalen Daten sicher auf SAP HANA speichern und auch wieder auf diese Daten zugreifen. Zudem können Anwender auf diese Weise auch IoT-Daten zum Beispiel für Predictive Maintenance etwa auf Schiffen, in Pumpstationen oder im Bergbau nutzen und das auch bei niedrigen Bandbreiten oder bei abgebrochenen Verbindungen.

Mit neuen Features für High Availability verbessert SAP die Ausfallsicherheit dieser Lösung. Dazu zählen Funktionen wie eine asynchrone 1-to-n-Replikation, Auto-Host Failover for Dynamic Tiering sowie inkrementelle Backups. Das SP 10 für HANA unterstützt nun auch den Einsatz in Rechenzentren mit mehr als 12 TB Speicher in Form von Non-Uniform Memory Access.

Wie Michael Eacrett, Vice President Product Mangement bei SAP in einem Blog erklärt, sorgt SAP in dem neuen Package auch für eine vereinfachte Administration über neue Funktionen in HANA Studio, dem Web-basierten SAP HANA Cockpit und dem SAP DB Control Center. Datenbank-Administratoren können damit nun Installationen, Upgrades, Backups, Replikatioinen, Role Assignments und Zertifikatsmanagement einfacher als bisher bewerkstelligen. Auch die Administration von Multitenant-Database-Container, Dynamic Tiering und das Smart Data Streaming lasse sich nun bequemer als bisher umsetzen. Insgesamt vereinfache sich dadurch die Verwaltung von komplexen HANA-Landschaften oder die Administration von Mehrfachinstallationen.

SAP gibt bei dieser Gelegenheit auch aktuelle Nutzerzahlen der jungen Datenbanktechnologie bekannt. So sollen laut SAP derzeit mit 6400 Anwendern nahezu doppelt so viele wie noch vor einem Jahr HANA als Datenbank nutzen. Die HANA Cloud-Plattform verwenden derzeit 1400 Unternehmen. Die Business Suite auf HANA, S/4 HANA stößt offenbar auch auf das Interesse der Anwender: Die Lösung ist seit diesem Jahr verfügbar und bereits 370 Nutzer setzen auf diese Plattform. Das SAP Business Warehouse auf Basis von SAP HANA hat SAP bereits 1900 Mal verkauft. Insgesamt, so rechnet Walldorf vor, sollen mehr als 815000 Nutzer mit HANA arbeiten.

“SAP HANA liefert Anwendern eine integrierte Plattform für transaktionale und analytische Workloads”, kommentiert Quentin Clark, CTO von SAP. “Die neuen Fähigkeiten von SAP HANA gewährleisten Readiness für das Rechenzentrum, eine Synchronisation von Daten auf jegliches Remote-System, hohe Verfügbarkeit, Disaster Recovery von Unternehmensdaten und komplexe Analytics.”

 

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

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