EnterpriseÜbernahme

United Internet plant Börsengang und Übernahme

Logo United Internet
1 0 Keine Kommentare

United Internet übernimmt den polnischen Web-Hosting-Marktführer home.pl. Der Unternehmensbereich Applications soll an die Börse kommen.

United Internet gibt die Übernahme des polnischen Webhosting-Anbieters home.pl bekannt. Das Stettiner Unternehmen beschäftigt 240 Mitarbeiter und erwirtschaftet mit 300.000 Kunden 2015 einen Jahresumsatz von etwa 25 Millionen Euro sowie ein EBITDA von etwa 10 Millionen Euro. United Internet bezahlt den Anteilseignern, zu denen auch der Privat Equity Fonds V4C Eastern Europe zählt, 135 Euro in bar. Hinzu kommen Verbindlichkeiten des Unternehmens in Höhe von 20 Millionen Euro, die im Zuge der Übernahme abgelöst werden. Die 100-prozentige Übernahme muss noch durch die entsprechenden Behörden genehmigt werden.

Mit dem Zukauf stärkt United Internet den Marktauftritt in Polen. home.pl wird als eigenständiges Unternehmen weiter auf diesem Markt agieren und die seit 2010 in Polen agierende Marke 1&1 begleiten. United Internet sieht darin auch die Möglichkeit, die Position am europäischen Markt zu stärken.

Ralph Dommermuth, CEO von United Internet will weiter durch Zukäufe wachsen und plant daher den Bereich "Buiness Applications" an die Börse zu bringen. (Bild: United Internet)
Ralph Dommermuth, CEO von United Internet will weiter durch Zukäufe wachsen und plant daher den Bereich “Buiness Applications” an die Börse zu bringen. (Bild: United Internet)

“Mit der Übernahme von home.pl sind wir mit unseren Webhosting- und Cloud-Computing-Produkten in Europa hervorragend positioniert”, kommentiert Ralph Dommermuth, CEO von United Internet die Übernahme. “Insbesondere in Deutschland, Großbritannien, Spanien und Polen, wo wir klarer Marktführer sind.”

Der Kuchen im Markt für Webhosting und Cloud-Computing in Europa ist weitgehend verteilt, heißt es von dem Unternehmen. Daher wolle United Internet das organische Wachstum künftig stärker mit Übernahmen ergänzen, um weiter wachsen zu können.

In den zurückliegenden Jahren hat sich das Unternehmen aus Montabaur InterNetX, Sedo, fasthosts, united-domains und Arsys bereits ein Portfolio zusammengekauft. Im April kündigte United Internet an, die Aktienmehrheit bei dem Mobilfunk-Anbieter Drillisch übernehmen zu wollen. Nun folgt mit home.pl die weitere Expansion auf dem polnischen Markt. Der soll dank guter wirtschaftlicher Entwicklung, auch im Bereich Web-Hosting vielversprechende Möglichkeiten und zweistelliges Wachstum bieten.

Diese Wachstumsziele will das Unternehmen nun auch mit einem Börsengang erreichen. Derzeit prüfe United Internet die Möglichkeit, den Geschäftsbereich “Business Applications” an die Börse zu bringen. Der Bereich, in dem für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatz von 600 Millionen Euro erwartet wird, könnte dann in etwa zwei Jahren an die Börse kommen.

United Internet teilt die Geschäftsbereiche in ‘Access’ und ‘Applications’ auf. Während bei ‘Access’ DSL, mobiles Internet und Telekommunikationslösungen vor allem auf dem deutschen Markt angeboten werden, stehen im Bereich ‘Applications’ Webhosting, E-Business-Lösungen, Online-Marketing oder das Personal Information Management für Freiberufler, sowie kleine oder mittelständische Unternehmen im Vordergrund. In diesem Bereich adressiert United Internet den europäischen wie auch den nordamerikanischen Markt.

“Mit einem eigenständigen Kapitalmarktzugang und Applications-Aktien als zusätzlicher Akquisitionswährung würden Übernahmen zukünftig leichter eigenfinanziert werden können, da Verkäufer häufig mit einem Teil des Verkaufserlöses in der Branche investiert bleiben möchten, um am Wachstum und den Größenvorteilen des kombinierten Unternehmens zu partizipieren”, erläutert Ralph Dommermuth seine Wachstumspläne.

Tipp: Kennen Sie das Who is Who der IT-Industrie? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

Folgen