Unified Communications – Die Anbieter

SoftwareZusammenarbeit

Welche Anbieter von Unfied-Communications-Lösungen gibt es derzeit? Bevor wir mit unserer umfassenden Marktübersicht uns auf verschiedene Funktionen stürzen, geben wir ihnen hier eine Übersicht über die wichtigsten Unternehmen am Markt.

Wer UC-Software kauft, möchte auch etwas über den Anbieter wissen. Schließlich bleiben die Produkte in der Regel lange im Unternehmen und erfüllen wichtige Funktionen.

Wichtige Fragen sind dabei: Wie groß ist das Unternehmen, wie lange beschäftigt er sich mit dem Themenfeld UC, seit wann bietet es dazu Produkte an? Wie groß ist seine Bedeutung am Markt? Ist es finanziell stabil? Börsengelistete UC-Hersteller sind in ihrer Informationspolitik, was Zahlen und Marktanteile angeht, durch die Regeln der Finanzmarktkommunikation eingeschränkt. Kleine Hersteller dagegen sind rechtlich gar nicht zur Angabe von Umsatzzahlen oder ähnlichem verpflichtet. Leider sind daher die Angaben zu vielen Firmen relativ lückenhaft. Häufig mussten die Antworten im Fragebogen durch externe Recherchen oder die Einschätzung von Marktforschern ergänzt werden. Im Folgenden Informationen zu den Anbietern von UC-Plattform in der Marktübersicht in alphabetischer Reihenfolge. Davon gibt es nur eine Ausnahme: Als einziger der Marktführer hat Microsoft  leider den Fragebogen nicht ausgefüllt. Damit nicht der Eindruck entsteht, die Redaktion habe das wichtige Unternehmen vergessen, finden Sie hier auch Informationen zu dem Redmonder Softwarehaus.

aluAlcatel-Lucent Enterprise: Alcatel-Lucent Enterprise entstand als Abspaltung für Unternehmensprodukte aus der mittlerweile an Nokia verkauften Alcatel- Lucent. Diese wiederum ging aus der Fusion von Lucent (einer AT&T-Abspaltung) mit der französischen Alcatel SEL hervor. Lucent war ein Teil des zerschlagenen AT&T-Konzerns. Stammsitz des Unternehmens ist Paris, der deutsche Sitz befindet sich in Stuttgart und beschäftigt 110 Mitarbeiter. Weltweit sind 3000 Mitarbeiter für Alcatel-Lucent Enterprise tätig. Das Unternehmen setzt im Jahr etwa 700 Millionen Euro um, der Anteil der UC-Produkte daran beträgt 42 Millionen Euro. Den deutschen Marktanteil im Bereich UC beziffert das Unternehmen mit 14 Prozent. Im Bereich UC verstärkte sich der Anbieter 2004 durch den Aufkauf von eDial, einem Anbieter digitaler Kommunikationsserver.

Avaya_Logo_ThePowerOfWeAvaya: Auch Avaya entstand durch die Aufteilung des amerikanischen Kommunikationsriesen AT&T und später von Lucent: Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 aus der AT&T-Abspaltung Lucent als Spezialist für Unternehmenskommunikation ausgegliedert. 2004 kaufte Avaya den deutschen Telekommunikationsanbieter Tenovis, 2009 die Enterprise-Produkte von Nortel. Dazu kommen eine Reihe kleinerer Akquisitionen aus dem UC- und TK-Bereich. Derzeit befindet sich das Unternehmen im Besitz von Investmentfirmen. Der Hauptsitz von Avaya befindet sich in Santa Clara/Kalifornien, der deutsche Sitz in Frankfurt. Weltweit beschäftigt der Anbieter etwa 13000 Mitarbeiter. Zu den deutschen Mitarbeiterzahlen macht das Unternehmen keine Angaben. Auch der Anteil der UC-Produkte am Portfolio wird nicht beziffert, genau so wenig wie der Umsatz damit. Den Marktanteil am deutschen UC-Markt schätzt Experton auf rund 13 Prozent.

C4B_logoC4B: Com for Business (C4B) gehört zur Gruppe der innovativen deutschen Gründungen im Bereich Unternehmenskommunikation. Der Anbieter entstand 1999, brachte im selben Jahr sein erstes Produkt auf den Markt und beschäftigt heute 45 Mitarbeiter. Firmensitz ist Germering. C4B konzentriert sich voll auf UC-Produkte. Laut Unternehmen wurden im DACH-Bereich mehr als eine Million Benutzerlizenzen verkauft. Den Umsatz verrät C4B nicht, der Marktanteil dürfte im einstelligen Bereich liegen, genaue Zahlen liegen aber auch hierzu nicht vor.

 

 

Unified_Communication_Produkte_Uebersicht
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Cisco Logo (Bild: Cisco)Cisco: Cisco Systems ist einer der Marktführer im UC-Bereich. Das Unternehmen wurde 1984 in San Jose, Kalifornien, gegründet. Seine Switches und Router, lange Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit, stecken in vielen Netzwerken. Der deutsche Sitz der Firma befindet sich in Hallbergmoos bei München.  Insgesamt bestehen in Deutschland acht Niederlassungen. Weltweit beschäftigt Cisco 70000 Mitarbeiter, in Deutschland sind es 1100. Der Umsatz liegt bei rund 50 Milliarden Dollar, zum deutschen Umsatz und dem Anteil der UC-Produkte daran macht Cisco keine Angaben. Experton beziffert den deutschen Marktanteil von Cisco auf rund 16 Prozent, vergleichbar mit Microsoft.

IBM Logo (Bild: IBM)IBM: Big Blue hat seinen deutschen Sitz in Ehningen und betreibt 11 weitere Niederlassungen hierzulande. Der Sitz des bereits 1911 als International Business Machines gegründeten IT-Nestors befindet sich in den USA. Der Umsatz lag 2014 bei 92,873 Milliarden Dollar. 1998 stieg der Hersteller ins UC-Geschäft ein. Seine UC-Plattform heißt Sametime, sie ist mittlerweile in Version 9.0 erhältlich. Zu Umsatz und Umsatzanteilen international oder in Deutschland mit Sametime macht IBM keine Angaben, auch nicht zum internationalen oder deutschen UC-Marktanteil. In Deutschland gehört IBM aber nicht zu den Marktführern.

MitelLogoTag4cMitel: Mitel gehört zu den Anbietern, die schon relativ lange aktiv sind und sich gezielt auf dem deutschen Markt verstärkt haben. Das Unternehmen wurde 1973 gegründet und hat seinen Sitz in Ottawa, Ontario (Kanada). Der deutsche Sitz befindet sich in Berlin, in Deutschland betreibt der Anbieter zehn Niederlassungen. Weltweit sind 3200 Mitarbeiter bei Mitel beschäftigt, in Deutschland sind es 500 Der weltweite Umsatz beträgt 1,1 Milliarden Dollar. Zum deutschen Umsatz gibt es keine Angaben. Rund 70 Prozent seines Umsatzes bestreitet Mitel mit UC-Produkten, die seit mehr als zehn Jahren angeboten werden. Das Unternehmen kaufte 2014 Aastra, einen der wichtigen deutschen TK-Anbieter. Mit Aastra verleibte sich Mitel die Unternehmenskommunikationssparten von Ascom, EADS, DeTeWe, Ericsson und Comdasys ein, die Aastra früher übernommen hatte. Der deutsche Marktanteil bei UC-Produkten wird nicht beziffert.

Logo Microsoft (Bild: Microsoft)Microsoft: Microsoft wurde 1974 gegründet, beschäftigt rund 122000 Mitarbeiter und setzt 85,83 Milliarden Dollar um. Firmensitz ist Redmond, USA. Die deutsche Zentrale befindet sich in Unterschleißeim bei München, dazu kommen sechs Niederlassungen. In Deutschland werden mehr als 2700 Mitarbeiter beschäftigt. Dominante Positionen hat Microsoft bei Betriebssystemen für Laptops und Desktops (Windows) sowie bei Office-Paketen inne. 2007 kam Microsoft mit OCS, einem Kommunikationsserver, auf den Markt. Es folgte die UC-Plattform Lync, die jüngst in Skype for Business umbenannt wurde. Microsoft gehört laut Experton mit einem Marktanteil von 16 Prozent zu den führenden Unternehmen auf dem deutschen UC-Markt.

nfon_Logo_4_3Nfon: Nfon ist ein mittelständischer UC-Anbieter mit Sitz in München. Gegründet wurde das Unternehmen 2007 als Aktiengesellschaft. Es beschäftigt in Deutschland 100, weltweit 150 Mitarbeiter und hat in Deutschland zwei Niederlassungen. Der Hersteller wurde eigens für das Engagement im UC-Markt gegründet, bietet also auch von Anfang an Produkte für dieses Marktsegment an. Das Management des jungen Unternehmens kommt aus der TK-Branche. Zu den Partnern gehören Unternehmen wie Fujitsu und Bechtle. Das Kernprodukt Nfon ist eigentlich eine IP-Software-Telefonanlage, die viele UC-funktionen mitbringt. Über Marktanteile und Umsatz macht die Firma keine Angaben, die Marktanteile dürften aber im einstelligen Bereich liegen.

Oracle Logo (Bild: Oracle)Oracle: Oracle gehört zu den traditionsreichen Unternehmen im Softwaremarkt. Der Spezialist für Datenbanken und Unternehmenssoftware wurde 1977 gegründet. Firmensitz ist Redwood Shores, Kalifornien, die deutsche Zentrale befindet sich in München. In Deutschland bestehen 12 Niederlassungen. Oracle beschäftigt mehr als 130000 Mitarbeiter. Seit wann UC-Produkte angeboten werden, gibt Oracle nicht an. Im Finanzjahr 2014, das am 31.Mai 2015 endete, setzte Oracle 38,4 Milliarden Dollar um, davon 42 Prozent in Software. Darin sind UC-On-Premise-Plattformen enthalten. Sie gehörten aber bisher nicht zu den Hauptaktivitäten des Konzerns. Zu deutschen UC-Marktanteilen, Mitarbeiterzahlen etc. sagt Oracle nichts.

servonicServonic: Servonic aus Olching gehört sozusagen zum Urgestein der mittelständischen ITK-Landschaft in Deutschland. Der Firmensitz des schon 1984 gegründeten Unternehmens befindet sich in Olching bei München. Der Entwicklungsschwerpunkt lag von Anfang an auf der Telekommunikation. Servonic beschäftigt 20 Mitarbeiter ausschließlich in Deutschland. Das erste UC-Produkt kam 1995 auf den Markt. Das Produkt, serVonic UC mit IXI-UMS und ICI-PCS wurde seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Über Umsätze und Marktanteile macht Servonic keine Angaben, der Marktanteil dürfte aber im einstelligen Bereich liegen.

Starface_logo_4_3Starface: Starface wurde 2005 als vertico Software von dem Informatiker Florian Butzin und der Industriedesignerin Barbara Mauve gegründet, um UC-Produkte zu entwickeln und zu verkaufen Das erste Produkt, Starface PBX, eine eigenentwickelte All-IP-Telefonanlage, kam 2006 auf den Markt. Firmensitz ist Karlsruhe. 2009 wurde vertico Software in Starface umbenannt. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen 60 Mitarbeiter. Über Umsatz und Marktanteile macht Starface keine Angaben, der Marktanteil dürfte aber auf dem deutschen Markt im einstelligen Bereich liegen.

swyx_logo_4_3Swyx: Swyx entstand 1999 in Dortmund, um eine der ersten softwarebasierenden IP-Telefonanlagen auf den Markt zu bringen, die auch seit 2000 angeboten wird. Das Unternehmen beschäftigt  derzeit 120 Mitarbeiter, davon 110 in Deutschland. Aus Deutschland stammen drei Viertel der Umsätze, UC-Produkte sind die einzige Umsatzquelle. Der Hersteller wuchs bisher ohne Zukäufe auf dem UC-Sektor auf einen Umsatz von 23,5 Millionen Euro im Jahr 2014. Für 2015 sind 33 Millionen Euro geplant. Zu Marktanteilen weltweit oder in Deutschland macht Swyx keine Angaben, sie dürften aber wie bei den übrigen mittelständischen Playern im einstelligen Bereich liegen.

unify logoUnify: Unify ist ursprünglich aus der Siemens AG hervorgegangen. Diese gliederte ihre Produkte für die Unternehmenskommunikation 2006 in ein selbständiges Unternehmen, Siemens Enterprise Networks, aus und verabschiedete sich damit aus dem einst so profitablen Firmen-TK-Geschäft. 2013 wurde das Unternehmen in Unify umgetauft und gehört dem Investitionsunternehmen The Gore Group und Siemens. Firmensitz ist München. Unify verkündete 2014 Sanierungsmaßnahmen: Von den damals noch 7700 Mitarbeitern sollten 3800 gehen. UC-Produkte sind seit 2004 auf dem Markt. Das Unternehmen verstärkte sich auf diesem Gebiet 2004 durch den Aufkauf von Fastviewer. Seinen Marktanteil weltweit bei UC-Produkten beziffert das Unternehmen auf sechs Prozent, den deutschen Marktanteil auf 15 Prozent.