Telefónica übergibt 7700 Mobilfunkantennen an die Telekom

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Nach der E-Plus-Übernahme kann O2 jetzt einen großen Packen überflüssiger Funkstationen an die Deutsche Telekom loswerden.

Telefónica Deutschland übergibt 7700 Mobilfunkstandorte an die Deutsche Telekom. Damit kann die O2-Mutter nach der E-Plus-Übernahme schneller so genannte Synergie-Effekte realisieren. Finanzielle Details dieses Verkaufs wurden nicht bekannt, zudem müssen noch Behörden diesem Verkauf zustimmen.

Wie es in einer gemeinsamen Mitteilung heißt, könne die Telekom damit den geplanten Netzausbau schneller vorantreiben. Die entsprechenden Sendestationen werden von den beiden Unternehmen gemeinsam ausgewählt und dann nach Zustimmung der Kartellbehörden übernommen.

Nach diesem Verkauf verfüge Telefónica Deutschland laut eigenen Angaben über mehr als 25.000 Standorte. Damit erreicht Telefónica auch das bei der Übernahme ausgegebene Ziel, die Funkstandorte von 40.000 auf 25.000 zu senken. In vielen Fällen sind zudem zwei Sendestationen in den Standorten angebracht. Bei den genannten Sendestationen handele es sich meist um Funkstationen auf Dächern.

Durch den Verkauf spart sich Telefónica den personal- und kostenintensiven Rückbau der Stationen. Auch bestehende Mietverträge kann die Telekom damit übernehmen.

Nach dem Zusammenschluss der Netze von O2 und E-Plus erreicht Telefónica in Deutschland nun 90 Prozent der Bevölkerung (Screenshot: ITespresso).
Nach dem Zusammenschluss der Netze von O2 und E-Plus erreicht Telefónica in Deutschland nun 90 Prozent der Bevölkerung. (Screenshot: ITespresso)

 

Allerdings werde der Verkauf keine positiven Auswirkungen auf die Bilanz haben, denn diese seien bereits durch die vorweggenommenen Synergieeffekte bilanziert. Durch diese Effekte wolle der Münchner Konzern bis zu 5 Milliarden Euro einsparen. Im Zuge der Übernahme ist darüber hinaus auch die Streichung von 1600 Stellen geplant.

“Durch die Übernahme der Standorte können wir unsere Ausbau-Planung schneller umsetzen und unsere Kunden profitieren noch früher von zusätzlicher Leistung im Telekomnetz”, so Bruno Jacobfeuerborn, Technik-Chef der Telekom Deutschland. “Auch wird die Zusammenarbeit zwischen Telefónica Deutschland und der Telekom im Tower-Geschäft, also bei der gemeinsamen Nutzung von Standorten, durch diese Kooperation weiter vertieft.”

Durch die freiwerden Ressourcen könne Telefónica den LTE-Ausbau schneller vorantreiben. Der neue Mutterkonzern von E-Plus plant bis Ende dieses Jahres eine Abdeckungsrate von mehr als 75 Prozent beim Ausbau des LTE-Netzes. In einer interaktiven Karte können Nutzer die Entwicklung verfolgen. Bis Abschluss der Netzintegration könne Telefónica die Stationen noch uneingeschränkt nutzen.

Die Verwaltung der Standorte wird über die 2002 gegründete ‘Deutsche Funkturm‘ erfolgen. In dieser Gesellschaft hat die Deutsche Telekom sämtliche Aktivitäten rund um Funkstandorte gebündelt.

Bereits im Mai hatte Telefónica für die Nutzer von E-Plus und O2 das Programm “National Roaming” freigegeben. Dabei können Anwender frei zwischen den UMTS-Netzen der Anbieter hin und her wechseln.

 

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