RC4 Nomore-Exploit gefährdet Millionen Internet-Nutzer

CyberkriminalitätSicherheit

Mit einer neuen Methode haben Forscher kommen innerhalb von 52 Stunden die Daten eines verschlüsselten Cookies geknackt und konnten sich dann im Namen des Opfers bei einer Website anmelden. Bisher benötigten die Forscher etwa 2000 Stunden, um eine RC4-Verschlüsselung auszuhebeln.

Die Verschlüsselung von Web Cookies lässt sich aushebeln. Über die Attacke RC4 Nomore ist es möglich, innerhalb weniger Stunden Nutzerdaten aus der Kommunikation mit HTTPS-gesicherten Seiten auszulesen. Die beiden Forscher Mathy Vanhoef und Frank Piessens von der Universität Leuven haben eine Möglichkeit gefunden, Schwachstellen im Verschlüsselungsalgorithmus RC4 auszunutzen. Wie sie in einem Paper zeigen, können die Forscher über ‘RC4 Nomore’ (Numerous Occurrence MOnitoring & Recovery Exploit) in vergleichsweise kurzer Zeit Web Cookies entschlüsseln. Die Folge: Angreifer könnten die auf diesem Weg gewonnenen Daten verwenden, um sich beispielsweise unter falschen Namen bei einer Web-Seite anzumelden.

RC4 ist eine der Optionen, die für eine HTTP-Verschlüsselung per Transport Layer Security (TLS) zur Verfügung steht. Durch diese Verschlüsselung soll verhindert werden, dass der Datenverkehr zwischen Servern und Nutzern abgefangen werden kann. Zwar ist RC4 immer noch weit verbreitet, doch der inzwischen fast 30 Jahre alte Algorithmus gilt allgemein als anfällig gegen moderne Cyberangriffe. Daher verbietet auch die Internet Engineering Task Force (IETF) den Einsatz von RC4 bereits seit Februar 2015.

Laut dem International Computer Science Institute der Berkeley University in Kalifornien verwendeten 12,8 Prozent der in den vergangenen 30 Tagen erfassten Chiffrensammlungen RC4. Hunderttausende Websites weltweit sind demnach also anfällig für RC4-Nomore-Angriffe. Betreiber dieser Seiten können nicht mehr die Sicherheit der Daten ihrer Nutzer garantieren.

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Weitere Details zu ihrer Untersuchung wollen Vanhoef und Piessens im August auf dem Usenix Security Symposium in der US-Hauptstadt Washington vorstellen.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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