Amazons MySQL-Alternative Aurora ist verfügbar

Data & StorageDatenbank

Bis zu fünf Mal schneller als traditionelle MySQL-Datenbanken soll das Angebot von Amazon Web Services sein und bis zu 6 Millionen Anfragen pro Minute verarbeiten können.

Amazon Web Services (AWS) hat jetzt den neuen Service Aurora frei gegeben. Der neue Datenbank-Service soll vollständig kompatibel zu MySQL sein und die Leistungsfähigkeit von Amazons Relationalen Datenbank Service (RDS) verbessern. Nutzer, die Anwendungen zusammen mit der verbreiteten Open-Source-Datebank MySQL einsetzen, können diese laut Amazon ohne Veränderungen auf dem neuen Service einsetzen. Mit einer Funktion automatisiert Amazon zudem für Anwender von RDS MySQL die Migration auf den neuen Services weitgehend.

AWS hatte den Service bereits im vergangenen November angekündigt und rund 1000 Anwender sollen sich seit dem an dem Beta-Test beteiligt haben. Zu den Beta-Testern gehören kleinere Startups aber auch große Unternehmen wie NASDAQ, WeTransfer oder Earth Networks. Laut Anwenderberichten sollen diese im Vergleich zu herkömmlichen MySQL-Installationen Performance-Verbesserungen um den Faktor fünf erreicht haben. Auch hinsichtlich Verfügbarkeit soll Aurora mindestens gleich gut, wenn nicht gar besser als kommerzielle Datenbank-Anwendungen sein, teilt AWS mit.

Automatische Migration von Datenbanken innerhalb von RDS auf Aurora. (Bild: AWS)
Automatische Migration von Datenbanken innerhalb von RDS auf Aurora. (Bild: AWS)

Diese Performance-Steigerung bedeute jedoch nicht, dass individuelle Abfragen ebenfalls fünfmal schneller sind als zuvor, erklärt AWS-Blogger Jeff Barr in einem Beitrag, auch wenn die Verarbeitung durch SSD-basiertes Storage etwas schneller werde. “Es bedeutet vielmehr, dass Amazon Aurora deutlich mehr Concurrent Queries (Read and Write) als andere Produkte verarbeiten kann. Amazon Auroroas hochparralelisierter Zugriff auf Storage reduziert das Warten auf gespeicherte Daten und erlaubt eine hocheffektive Verarbeitung von Abfragen.”

Umfangreiche Auswahl von Metriken in Amazon Aurora. (Bild: AWS)
Umfangreiche Auswahl von Metriken in Amazon Aurora. (Bild: AWS)

Für Amazon ist Aurora auch eine Möglichkeit, leistungsfähige Datenbank-Services dank niedrigere Preise einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Kommerzielle Datenbanken seien teuer, proprietär, sorgten für Vendor Lock-in und seien mit nachteiligen Lizenzbedingungen versehen, wettert Raju Gulabani, Vice President für Database-Services bei AWS. “Daher treffen wir nur selten Unternehmen, die nicht versuchen, aus ihren bestehenden Datenbank-Lösungen auszubrechen. Jetzt – mit Amazon Auroroa, können Unternehmen immerhin die gleiche Verfügbarkeit, Sicherheit und Verlässlichkeit einer kommerziellen Datenbank für ein Zehntel der Kosten erreichen.”

Amazon bietet für den neuen Serivce auch eine große Bandbreite von verschiedenen Metriken und Auswertungen.

Aurora repliziert Daten automatisch über verschiedene Availability Zonen hinweg und sorgt auch für ein automatisiertes Backup. Dafür werden die Daten in den Simple Storage Service (Amazon S3) gespeichert. Damit soll die Datenbank eine Verfügbarkeit von 99,99 Prozent erreichen. Im Fehlerfall soll die Datenbank in den meisten Fällen bereits nach 60 Sekunden automatisch wieder starten. Zudem sorge der Service für eine kontinuierliche Überwachung der Instanzen.

Fällt die Datenbank aus, fährt Amazon ein automatisches Failover hoch und über die Speicherung der Daten in einem Read-Replica werde der Datenverlust verhindert. Aurora ist ab sofort in Nordamerika und in den verschiedenen Europa-Regionen verfügbar. Weitere Amazon-Regionen werden in den nächsten Monaten folgen. Auf der deutschen AWS-Seite allerdings wird noch auf die Anmeldung auf die Vorversion verlinkt.

[mit Material von Ben Sullivan, TechWeekEurope]

Tipp: Was haben Sie über Datenbanken gespeichert? Prüfen Sie Ihr Wissen mit einem Quiz auf silicon.de!

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen