Italiens Streitkräfte setzen auf LibreOffice

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Es ist die zweitgrößte LibreOffice-Implementierung in Europa. Bis Ende 2016 sollen 150.000 PC-Arbeitsplätze auf die offene Büro-Lösung und das Open Document Format migriert werden.

Das italienische Militär gibt den Umstieg auf die quelloffene Büro-Suite LibreOffice und das Open Document Format (ODF) bekannt. Mit diesem Schritt wollen die Streitkräfte nicht nur technologisch unabhängig sein, sondern auch Kosteneinsparungen realisieren.

Nun sollen 150.000 PC-Arbeitsplätze auf die Open Source Suite LibreOffice migriert werden. Das Projekt soll von Oktober bis Ende 2016 laufen und dann auch abgeschlossen werden. Das Projekt ist die zweitgrößte Implementierung in Europa und die bislang größte in einer zentralen Regierungsbehörde in Italien.

Neben Vertretern des Militärs wird auch die gemeinnützige Organisation LibreItalia die Migration unterstützten. So werde die Organisation Experten bereit stellen, die wiederum Trainer beim Militär ausbilden sollen. Auch mit Hilfe von Online-Kursen sollen die Mitarbeiter im Ministerium geschult werden. Die Lehrmaterialien für den Umgang mit LibreOffice werden unter einer Creative Commons Lizenz verfügbar gemacht.

Der Extensions-Manager in der Textverarbeitung Writer in LibreOffice 5.0. (Bild: TDF)
Der Extensions-Manager in der Textverarbeitung Writer in LibreOffice 5.0. Bis Ende des Jahres 2016 sollen 150.000 Mitarbeiter im italienischen Verteidiungsministerium mit der freien Büro-Suite arbeiten. (Bild: TDF)

Das Abkommen für diese Kooperation wurde am 15. September in Rom von Ruggiero Di Biase Admiral und General Manager für die IT der italienischen Streitkräfte und Sonia Montegiove, Präsident der Associazione LibreItalia, unterzeichnet.

LibtreItalia teilt mit, dass der Schritt zu LibreOffice auch einen rechtlichen Hintergrund hat. Seit Sommer 2012 gilt in Italien ein Gesetz, das den Einsatz von Open Source Software in öffentlichen Einrichtungen als Standard vorschreibt.

Sonia Montegiove, Präsidentin der NGO  LibreItalia und Ruggiero Di Biase, IT-Chef des italienischen Verteidiungsministeriums unterzeichnen in Rom eine Kooperation für die Einführung von LibreOffice auf 150.000 Arbeitspläzen in dem Ministerium. (Bild: LibreItalia)
Sonia Montegiove, Präsidentin der NGO LibreItalia und Ruggiero Di Biase, IT-Chef des italienischen Verteidiungsministeriums unterzeichnen in Rom eine Kooperation für die Einführung von LibreOffice auf 150.000 Arbeitspläzen in dem Ministerium. (Bild: LibreItalia)

Die Agencia per l` Italia Digitale (AGID) gratuliert zu der Entscheidung und hofft, dass “weitere Oranisationen dem Beispiel folgen werden”.

In vielen Regionen und Provinzregierungen ist die Software jedoch bereits im Einsatz. So nutzen etwa die Region Emilia Romagna, die Provinzen Perugia, Cremona, Macerata, Bozen und Trento sowie die Städte Bologna, Piacenza und Reggio Emilia die quelloffene Suite. Darüber hinaus hat vor etwa einem Jahr die Stadtverwaltung von Turin den Umstieg auf das Open Source Betriebssystem Ubuntu beschlossen. 8300 Arbeitsplätze werden im Zuge dieser Migration umgestellt.

Auch in Frankreich werden in öffentlichen Stellen und Einrichtungen häufig Open Source Produkte eingesetzt. Das bislang größte LibreOffice-Projekt in Europa ist das französische Innenministerium mit etwa 240.000 Desktops. Daneben arbeiten auch das Finanzministerium, das Außenministerium und das Landwirtschaftsministerium mit der Büro-Suite. Auch auf 72.000 Arbeitsplätze der Gendarmerie ist LibreOffice installiert.

In Deutschland ist die Stadt München der prominenteste LibreOffice-Nutzer, hier sind es rund 17.000 LibreOffice-Installationen. Die Stadt engagiert sich darüber hinaus im Advisory Board von The Document Foundation, die hinter dem Projekt steht.

 

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