LastPass geht an LogMeIn

AuthentifizierungSicherheit

Schon in den nächsten Wochen soll die Übernahme in trocken Tüchern sein. LogMeIn will damit den Bereich Identity- und Access-Management stärken. Zahlreichen Nutzern scheint der Verkauf sauer aufzustoßen.

LogMeIn gibt die Übername des Authentifizierungs-Spezialisten LastPass bekannt. Für den Anbieter des für Nuzter kostenlosen Dienstes zahlt LogMeIn 110 Millionen Dollar in bar. Bis zu 15 Millionen Dollar sind dann über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg als bedingte Zahlungen noch möglich.

Mit der Übernahme wolle sich LogMeIn bei Identity- und Access-Management-Lösungen (IAM) stärker aufbauen. Die Übernahme soll das Wachstum des Unternehmens vorantreiben. LogMeIn zufolge soll die Übernahme noch dieses Jahr vollzogen werden. Wie das Unternehmen mitteilt, soll LastPass mit Leistungen aus früheren Übernahmen, insbesondere der Firma Meldium, zusammengeführt werden. Der Ankündigung zufolge sollen aber sowohl die Produktsortimente von Meldium als auch von LastPass weiterhin unterstützt werden.

lastPass logo (Bild: LastPass)

Dem Tenor der Ankündigung nach zu urteilen hat LogMeIn aber langfristig wenig Interesse an den Nutzern des kostenlosen Angebots, sondern vielmehr an Kunden und Technologie des Enterprise-Service, den LastPass ebenfalls anbietet. Diesen Service nutzen laut Unternehmensangaben derzeit über 15.000 Firmen. Weitere hofft man bald dafür gewinnen zu können. Dafür soll auch die verstärkte Nutzung von Cloud-Diensten, Webanwendungen und Apps, für die immer wieder Passwörter benötigt werden und die Gefahren, die mit unsicheren oder mehrfach verwendeten Passwörtern einhergehen, sorgen.

Ob die Gemeinde der Nutzer des kostenlosen Dienstes LastPass auch unter dem neuen Besitzer treu bleibt, darf den ersten Reaktionen auf die Ankündigung auf der LastPass-Website nach zu urteilen bezweifelt werden: Sie fallen überwiegend negativ aus und reichen von “Worst news ever” über “Well that sucks” bis zu “Are you crazy?”.

Außerdem wird reges Interesse an Alternativen bekundet. Da gibt es vor allem Keepass. Nutzer schätzen daran, dass es sich um Open-Source-Software handelt und damit nicht die Gefahr besteht, dass es von einer einzelnen Firma kontrolliert wird. Eine weitere Alternative ist zum Beispiel Sticky Password. Das von der tschechischen Firma Lamantine Software entwickelte Angebot ist ebenso für private Nutzer wie für kleine Unternehmen konzipiert. Speziell an Smartphone-Nutzer richtet sich der vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informations­technologie SIT entwickelte Passwortmanager Mobilesitter. Er wird für Android und iOS angeboten und kostet jeweils 5,49 Euro.

[mit Material von Peter Marwan, ITespresso.de]

 

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