Android-Smartphones: 87 Prozent haben kritische Sicherheitslecks

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Nur ein Bruchteil der derzeit verwendeten Android-Geräte scheint sicher zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt die Universität Cambridge in einer Studie.

Die Mehrzahl der Android-Geräte weist mindestens eine bekannte Sicherheitslücke auf. 87 Prozent aller Android-Geräte weltweit haben eine von elf bekannten und als kritisch eingestufte Sicherheitslücke, zu diesem Ergebnis kommt die Studie der britischen University of Cambridge. Dafür wurden über die App ‘Device Analyzer’ mehr als 20.000 Android-Smartphones und –Tablets ausgewertet.

Die untersuchten elf Anfälligkeiten stammen aus den zurückliegenden fünf Jahren. Dazu gehört auch eine Lücke im Linux-Kernel, die der Sicherheitsforscher Pinkie Pie entdeckt hat. Seit Juni 2014 nutzt das vom bekannten Hacker George Hotz entwickelte Tool Towelroot die Schwachstelle, um Android-Smartphones zu rooten. Die Forscher haben aber auch den Fake ID genannten Bug berücksichtigt, der App-Berechtigungen in Android unwirksam macht.

Derzeit haben rund 87 Prozent aller Android-Geräte mindestens eine bekannte kritische Sicherheitslücke. (Bild: University of Cambridge)
Derzeit haben rund 87 Prozent aller Android-Geräte mindestens eine bekannte kritische Sicherheitslücke. (Bild: University of Cambridge)

Der Anteil der Geräte, auf denen eine unsichere Android-Version läuft, überschreite bereits seit April 2013 meist die Marke von 80 Prozent, so die Autoren der Studie. Jeweils Anfang 2013, Anfang 2014 und auch zu Beginn des Jahres 2015 näherte sich der Anteil kurzzeitig sogar der 100-Prozent-Marke an.

Die Forscher kritisieren in ihrer Studie, dass weder Verbraucher noch Behörden oder Unternehmen bei der Anschaffung von Android-Geräten wissen, welcher Hersteller die von Google entwickelten Sicherheitspatches in seine eigenen Android-Versionen integriert und ausliefert. Nur der Hersteller wisse, ob ein Gerät derzeit sicher sei und Sicherheitsupdates erhalte, nicht aber der Kunde.

Fehlende Sicherheitsupdates für Android sind ein bekanntes Problem. Dafür ist teilweise auch die Fragmentierung der Android-Versionen verantwortlich. So lief Android-Version 5.1 Google zufolge Anfang Oktober nur auf 7,9 Prozent aller Geräte. Die Forscher zählen im Schnitt Android-Geräte nur 1,26 Sicherheitsupdates pro Jahr. In diese Untersuchung sind allerdings keine Geräte mit Custom ROMs eingeflossen. Wer beispielsweise ein Smartphone mit CyanogenMod nutzt, erhält in der Regel Sicherheitsupdates innerhalb weniger Tage.

“Die Sicherheitscommunity ist schön länger wegen der fehlenden Sicherheitsupdates für Android-Geräte besorgt”, sagte Andrew Rice, einer der Forscher der University of Cambridge. “Unsere Hoffnung ist, dass wir mit der zahlenmäßigen Darstellung des Problems den Leuten bei der Auswahl eines Telefons helfen können, was im Gegenzug ein Anreiz für die Hersteller und Netzbetreiber sein kann, Updates auszuliefern.”

Um die Häufigkeit von Sicherheitsupdates darzustellen, haben die Forscher einen FUM genannten Index entwickelt. “F” steht dabei für die Anzahl von Geräten des Herstellers mit bekannten Sicherheitslücken, “U” für den Anteil der Geräte mit der aktuellsten OS-Version und “M” für die Zahl der Lecks, die ein Hersteller noch nicht gestopft hat. Auf einer Skala zwischen 0 und 10 erreichen Googles Nexus-Geräte demnach 5,2 Punkte, Produkte von LG 4,0 Punkte und Smartphones von Motorola 3,1 Punkte. Samsung liegt mit 2,7 Punkten auf dem vierten Platz, gefolgt von Sony, HTC und Asus.

Zuletzt hatten Forscher vermehrt kritische Sicherheitslücken in Android gefunden, darunter die sogenannte Stragefright-Lücke, die nahezu alle Android-Versionen betrifft. Google, Samsung und LG verpflichteten sich daraufhin, künftig einmal pro Monat Sicherheitsupdates auszuliefern. HTC stuft diese Zusage vor allem in Bezug auf Geräte, die Mobilfunkbetreiber mit einem Branding versehen und selber vertreiben, als unrealistisch ein. Sie entscheiden nämlich darüber, ob und wann die von Google bereitgestellten und von einem Hersteller in seine Software integrierten Fixes den Nutzern zur Verfügung gestellt werden.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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