SAPs Stellenabbau teurer als vorhergesagt

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Für SAP scheint der geplante Stellenabbau doch teurer zu werden, daher verzichtet der Walldorfer Konzern trotz guter Aussichten und einem soliden Wachstum auf eine Anhebung der Jahresprognose.

SAP legt die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal vor. Demnach kann der Konzern mit 895 Millionen Euro nur 2 Prozent mehr Gewinn generieren als im Vorjahreszeitraum. Wie sich schon bei der Vorstellung der vorläufigen Zahlen vor einigen Tagen gezeigt hat, wächst der Konzern weiter. Die Cloud- und Softwareerlöse klettern um 19 Prozent auf 4,12 Milliarden. Damit übertrifft SAP auch die eigenen Prognosen. Für das Gesamtjahr sieht SAP derzeit jedoch von einer Erhöhung der Prognose ab. Das vierte Quartal ist erfahrungsgemäß das umsatzstärkste Quartal.

Trotz des stark gewachsenen Umsatzes kann SAP das Ergebnis nur um zwei Prozent auf 895 Millionen Euro steigern. Vor allem sei dafür SAPs Restrukturierungsprogramm verantwortlich.

Das Unternehmen muss sich nun auch personell auf das neue Cloud-Business einstellen, weswegen in einigen Bereichen Stellen überflüssig werden. Ursprünglich plante SAP rund 2000 Stellen abzubauen. Eine Kostenreduzierung von rund 500 Millionen Euro jährlich wolle SAP damit erreichen. Dank des Programms konnten zudem bereits eine mittlere zweistellige Millionensumme eingespart werden.

Doch zunächst kostet SAP der Umbau, der neben Stellenwechsel auch Abfindungen und andere Regelungen vorsieht. Finanzvorstand Luka Mucic erklärte jetzt, dass man nun im laufenden Jahr mit Kosten zwischen 585 und 615 Millionen Euro rechnet. Bislang lag die Prognose bei 470 bis 530 Millionen Euro.

Diesen Anstieg erklärt Mucic damit, dass nicht wie geplant 2000 Mitarbeiter von den verschiedenen Angeboten Gebrauch machen werden, sondern dass jetzt etwa 3000 Mitarbeiter von dem Programmen betroffen sind oder freiwillig daran teilnehmen. Nach wie vor wächst aber SAP. Mucic erklärt, dass etwa 1200 neue Stellen geschaffen wurden und der Konzern Ende September 75.643 Mitarbeiter beschäftigte. Im September 2014 waren es noch 68,835.

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Dass SAP mit dem Umbau zu einem Cloud-Unternehmen gut vorankommt, Zeigt sich unter anderem auch an den Zahlen für die ersten neun Monate. Der Cloud-Umsatz wuchs um 124 Prozent, beziehungsweise um währungsbereinigt 92 Prozent auf 1,664 Milliarden Euro. Für dieses Wachstum sind aber auch die Übernahmen Fieldglass und Concur verantwortlich, diese tragen laut SAP rund 50 Prozent zum Umsatz bei. Für das Gesamtjahr geht SAP von Cloud-Umsätzen in einer Spanne von 1,95 bis 2,05 Milliarden Euro aus.

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