ownCloud bekommt einen Hybridspeicher

Data & StorageStorage

In dem neuen Modell können Anwender einen Cloud-Speicherdienst auswählen und den Dateienaustausch dennoch in der On-Premise-Umgebung kontrollieren.

Mit ownCloud 8.2 verfügt das quelloffene Speicher-Management zum ersten Mal über Hybrid-Cloud-Modell zur Datensynchronisation und zum Austausch von Dateien. Unternehmen können damit erstmals einen Cloud-Speicherdienst auswählen und gleichzeitig die Kontrolle über den Filesharing-Prozess behalten. Das stellt die offene Lösung sicher, in dem sie eine On-Premises-Verwaltung anbietet. Neben der Kontrollebene werden unter anderem auch die Keys für die Verschlüsselung von Dateien in der On-Premise-Infrastruktur der Firma verwaltet.

In den Vorgängerversionen lag die Kontroll- respektive Managementebene bei hybriden Modellen laut Anbieter stets in der Public Cloud. Dadurch seien Firmendaten dem Risiko von Hacker-Angriffen oder auch der Ausspähung durch Behörden ausgesetzt gewesen.

“Das Hybrid-Cloud-Modell gibt es schon seit geraumer Zeit, hat aber bislang weitestgehend versagt”, erläutert Markus Rex, CEO und Mitbegründer von ownCloud, in einer Pressemitteilung. “Die Verwaltung der Kontrollebene in der Cloud ist für Unternehmen, die die vollständige Kontrolle über ihre Daten behalten möchten, einfach zu riskant. Schlimmer noch: Sie können bei einem solchen Modell ihre Infrastruktur und ihre vorhandenen Tools nicht weiter nutzen und müssen den Speicherdienst eines einzelnen Herstellers verwenden”, führt Rex weiter aus.

Neu ist auch ein Single-Sign-On-Verfahren (SSO) auf Basis von SAML und LDAP. Dadurch können Administratoren sicherstellen, dass Informationen zur Gruppenzugehörigkeit stets aktuell sind. In der neuen Version sind außerdem erweiterte Funktionen zur Bereinigung von einmalig für mehrere Rechner und Dienste angemeldete Nutzer integriert. Diese sollen dafür sorgen, dass aus der Datenbank gelöschte Anwender auch aus den entsprechenden Gruppen entfernt werden.

Die mit dem SSO integrierte Verschlüsselung wiederum basiert wie schon in ownCloud 8.1 auf dem Verschlüsselungskonzept ownCloud Encryption 2.0, das Nutzern eine größere Flexibilität bei der Datenchiffrierung ermöglichen soll.

So lassen sich verschiedene Verschlüsselungsalgorithmen einsetzen und nach Bedarf kann der Algorithmus gewechselt werden. Ebenso können Anwender den sogenannten Keystore, in dem die zugehörigen Schlüssel verwaltet werden, in ihrer ownCloud-Instanz selbst wählen.

Ferner lassen sich mit ownCloud 8.2 nun individuelle Richtlinien für das dauerhafte Löschen oder Aufbewahren von Dateien festlegen. Administratoren sollen dadurch die Speichernutzung umfassend kontrollieren können. Dem Anbieter zufolge eignet sich diese Funktion insbesondere für Unternehmen mit strengen Auflagen und Anforderungen an die Archivierung der Daten.

ownCloud 8.2 erstmals die Verwaltung des Filesharings On-Premise. (Screenshot: ownCloud)
ownCloud 8.2 erstmals die Verwaltung des Filesharings On-Premise. (Screenshot: ownCloud)

Auch mehrstufige Richtlinien für öffentliche Freigabelinks lassen sich in Version 8.2 definieren. Abhängig von den jeweiligen Geschäfts- und Risikoanforderungen können sie dabei bestimmen, wie komplex die dafür verwendeten Passwörter sein müssen. Auch ein automatisches Ablaufdatum lässt sich für solche Links einstellen. OwnCloud Server 8.2 ist ab sofort erhältlich, die Enterprise Subscription der aktuellen Version soll wie deren Standard Subscription in 30 Tagen verfügbar sein.

 

Inzwischen hat das Open-Source-Projekt für Unternehmen durchaus eine gewisse Relevanz erreicht. Das wird etwa dadurch deutlich, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Juni eine Untersuchung zur Prüfung der Einsatzmöglichkeiten, Sicherheitsmaßnahmen, aber auch der möglichen Gefahren und Einschränkungen von ownCloud veröffentlicht hat. Die Publikation richtet sich an Leser, die grundlegende Kenntnisse in Informationssicherheit haben und sich überlegen, welche Sharing-Dienste in ihrer Firma zum Einsatz kommen sollen.

Unternehmen können jetzt detailliert festlegen, welche Daten in einen Cloud-Dienst verlagert werden und welche innerhalb der Firewall bleiben. (Screenshot: ownCloud)
Unternehmen können jetzt detailliert festlegen, welche Daten in einen Cloud-Dienst verlagert werden und welche innerhalb der Firewall bleiben (Screenshot: ownCloud)

Tipp der Redaktion: Persönliche Dateien auf dem eigenen Server speichern, diese automatisch über mehrere Rechner synchronisieren lassen und für andere Nutzer freigeben, von unterwegs per Smartphone und Tablet auf diese Dateien, aber auch auf Kontakte und Termine zugreifen – das sind die Grundfunktionen von ownCloud. Wer seine private Cloud einrichten und sich damit weniger Sorgen um den Schutz der Dateien machen möchte, findet in der beliebten Open-Source-Software die passende Lösung. ITespresso hat an ownCloud 8.0 getestet, ob das in der Praxis wirklich so ist.

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