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Intel erweitert Internet of Things Plattform

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Mit neuer Software und neuer Hardware aktualisiert Intel nach etwa einem Jahr die IoT-Platform und will damit Anwendern vor allem eine schnellere und flexiblere Entwicklung von IoT-Anwendungen ermöglichen. Bereits 2016 will SAP eine Lösung für Industrie und Einzelhandel auf Basis der neuen Arichtekturen anbieten.

Intel stellt die zwei neue Versionen der Referenz Architektur der Intel IoT Plattform vor. Diese kann jetzt noch mehr Hardware noch ‘smarter’ verbinden, teilt Intel mit.

Mit der zweiten Auflage der Referenz Architektur verspricht Intel verkürzte Produkteinführungszeiten und vereinfachtes Skalieren von IoT Lösungen. Neue Produkte für die IoT Plattform basieren auf den Quark Prozessoren und kostenlose Betriebssystemen, die über die Cloud-Suite von Wind River an die Cloud angebunden sind. Abgerundet wird die Platform von Analytic-Technologien. Die Einsatzmöglichkeiten dieser Plattform sind vielfältig und reichen – wie Intel verspricht – von Wearables bis hin zu intelligenten Fabriken.

Intels Wearable-Prozessor Curie. (Bild: James Martin/CNET).
Intels nur knopfgroßer Computer Curie für Wearables. Jetzt erweiter Intel die IoT-Platform mit neuer Hardware und Software. (Bild: James Martin/CNET)

Die neue Quark Chip-Familie könne jetzt auch in Wearables und anderen Geräten mit geringer Stromversorgung eingebracht werden. Zudem sorge ein neues SoC für neue Hardware-Unterstützung bei Mustererkennung und der Anbindung von Sensoren. So können Anwender diesen Chips zum Beispiel Bewegungen ‘beibringen’ und die setzen diese dann entweder mit einer automatisierten Analyse oder einer Aktion weiter um.

Über die Tochter Wind River stellt Intel die Konnektivität mit der Cloud her. Dafür optimiere Intel Wind River Helix-SaaS-Suite für IoT-Architekturen und stellt daneben auch noch zwei neue Cloud-Betriebssysteme vor um die Entwicklung von IoT-Anwendungen zu beschleunigen: Wind River Rocket und Wind River Pulsar Linux.

Das Real-Time-Betriebssystem Rocket richtet sich dabei vor allem auf den Betrieb von Anwendungen für Wearables und smarte Sensoren, die auf 32-bit MCUs laufen. Das Linux-Derivat Pulsar hingegen richte sich dank eines kleinen Footprints vor allem an das Errichten von Gateways für Basisstationen und industrielle Controller.

Intel verteilt diese Betriebssysteme kostenlos und unterstützten neben Intel Prozessoren auch ARM-Architekturen. Entwickler sollen innerhalb von 10 Minuten in der Lage sein, Anwendungen für diese Plattformen zu schreiben. Daneben können sie über die beiden Betriebssysteme auch Cloud-basierte Anwendungen testen, Hardware-Umgebungen simulieren oder diese nach dem Deployment überwachen.

Intel selbst verfolge laut eigenen Angaben mit dieser Plattform das Ziel, eines der größten Lösungsportfolios rund um das Internet der Dinge im Markt anzubieten. Daneben liefert Intel auch eine Blaupause mit, über die Innovationen schneller auf den Markt gebracht werden können. Dafür sorge Intel vor allem mit einer reduzierten Komplexität und einer sicheren Architektur. Ein kritischer Bestandteil der neuen IoT Plattform ist deshalb die Trusted Analytics Platform (TAP). TAP optimiert die Datenverarbeitung und ermöglicht die Integration in eine End-to-End-IoT-Lösung. Die Analytics-Lösung richtet sich an Data Scientists und Programmierer. TAP ist mit dem Referenz Design der Intel IoT Plattform kompatibel und beherrscht Datenmanagement, Protokoll Abstraktion, Workload Verteilung und Computing.

SAP ist eines der ersten Unternehmen, die Lösungen auf der neuen Plattform aufsetzen. So werde SAP über SQL Anywhere und SAP HANA IoT End-to-End-Unternehmenslösungen entwickeln. Irfan Khan, CTO Global Customer Operations, SAP, betont dabei, dass es für Anwender vor allem wichtig ist, aus den gesammelten Daten, ausführbare Informationen zu generieren.

So sammelt SAP die Daten über das IoT-Gateway von Intel, lässt diese in die SQL Anywehere Datenbank hineinlaufen und schickt diese dann weiter in die In-Memory-Datenbank HANA, wo diese Daten ausgewertet werden. Neben Unternehmenslösungen werde SAP auch Anwendungen für den Einzelhandel entwerfen. Wie Doug Davis, Vice President von Intels IoT-Gruppe erklärt, werden diese im Laufe des nächsten Jahres verfügbar sein.

“IoT ist zunächst nur ein Wort”, so Intel CEO Brian Krzanich bei der Vorstellung der neuen Plattform. Dabei werde diesen verbundenen Dingen eine große Rolle in unserem Leben zukommen. Gleichzeitig bedeute diese Entwicklung für Lösungsanbieter große neue Herausforderungen und mache auch Experimente nötig. Doch anstatt sich auf die einzelnen Experimente und Lösungsansätze für einzelne Funktionen zu konzentrieren, verfolge Intel bereits seit der ersten IoT-Platform, die der Hersteller vergangenes Jahr im Dezember vorgestellt hat. den Ansatz, eine umfassende Suite von verschiedenen Services anzubieten, die solche Entwicklungen beschleunigen.

Dabei müssten die Geräte stets über standardisierte Schnittstellen angebunden werden, wie Doug Fisher, Vice Presiden von Intel Software und Serive erklärt. Daher setze Intel im Bereich IoT auch auf Open Source.

Seit der ersten Auflage von Intels Vorstoß in diese Richtung sei, wie Krzanich hervorhebt, diese Platform in verschiedenen Projekten zum Einsatz gekommen und reichen vom Smart Home über Fabriken, Marketing, bis hin zu einer Bewässerungslösung, die zu besseren Ernteerträgen und sinkenden Preisen führe. Und so, wie Krzanich betont, würden auch Projekte ohne große Unternehmen im Hintergrund entstehen.

Aber auch Konzerne nutzen natürlich solche Technologien. Intel zitiert den Anwender Levi Strauss, der mit Hilfe von Intels IoT-Produkten jetzt die Lagerhaltung und Warenbestandsmanagements in drei Einzelhandelsgeschäften von Levi’s optimiert. Das Projekt erlaubt es dem jeweiligen Laden, den aktuellen Warenbestand zu prüfen und erhält Informationen wie: Was ist im Regal? Oder: Welches Produkt ist bald nicht mehr im Laden verfügbar? Dadurch finde der Kunde beim Ladenbesuch genau die Größe und die Farbe seiner Wunsch-Jeans im Regal.

Dank der neuen Version von Intels IoT-Plattform können nun auch Überwachungskameras oder Kassensysteme in die Referenz Architektur eingebracht werden. Diese waren zwar bisher ebenfalls mit dem Web verbunden, aber hatten keinen Zugriff auf Schnittstellen oder Analytic-Funktionen.

Der Intel Quark SE SoC und die Intel Quark Microcontroller D1000 und D2000 bieten leistungsfähige Datenverarbeitung und haben einen niedrigen Energieverbrauch. Sie lassen sich mit einem großen Temperaturbereichen auch in schwierigen Umgebungen betreiben. Der Intel Quark Mikrokontroller D1000 ist ab heute verfügbar, der Intel Quark Mikrokontroller D2000 wird Ende des Jahres erhältlich sein.

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

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