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Deutsche Telekom drängt auf SIM-Karten-Nachfolger eSIM

(Bild: Kheng Guan Toh/Shutterstock)
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Embedded SIM, kurz eSIM heißt der Nachfolger der aktuellen SIM-Karte. Schon im nächsten Jahr soll die Technologie einsatzbereit sein, noch fehlen aber einheitliche Standards.

Die Embedded SIM (eSIM) könnte die Deutsche Telekom bereits nächstes Jahre auf den Markt bringen. Der Nachfolger der aktuellen SIM-Karte ist fest in ein Gerät eingebaut und könne laut Telekom “von außen” programmiert werden. Die eSIM enthalte alle für den Aufbau einer Mobilfunkverbindung notwendigen Informationen. Das Unternehmen geht allerdings davon aus, dass sich die Technik erst 2017 durchsetzen wird.

Denn zunächst muss sich die Branche auf einen einheitlichen Standard für die eSIM einigen. Laut Telekom arbeiten Netzbetreiber, Gerätehersteller und SIM-Karten-Hersteller unter dem Dach des Branchenverbands GSMA gemeinsam an der Entwicklung. “Dieser Standard soll die technischen Anforderungen an die eSIM und die Regel für die Profilverwaltung auf der Karte festlegen”, so die Telekom in einem Blog.

Einsatzmöglichkeiten der eSIM (Bild: Deutsche Telekom)

Nutzer sollen vor allem davon profitieren, dass sie sich nicht mehr mit unterschiedlichen Kartenformaten wie Micro-SIM oder Nano-SIM für unterschiedliche mobile Geräte beschäftigen müssen. Außerdem soll es leichter möglich sein, einem Vertrag weitere Geräte hinzuzufügen. “Einfach den Identifikationscode des neuen Tablets einscannen und schon ist dieses aktiviert und mit den bereits eingebundenen Geräten oder Produkten vernetzt”, so die Telekom. “Dazu gehört, dass über den Vertrag mehr Endgeräte als bisher verwaltet werden können.”

Das Unternehmen erhofft sich dadurch auch neue Impulse für das Internet der Dinge. Immer mehr Geräte seien in Zukunft internetfähig. Schätzungen zufolge werde 2020 jeder Nutzer wahrscheinlich über bis zu zehn vernetzte Geräte verfügen, darunter Smartphones, Laptops, Tablets, Autos, Fitnessarmbänder und Smartwatches. Dafür sei dann eine einfache Verwaltung der Geräte erforderlich. Die eSIM könne das leisten.

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Wann aber mit einem offiziellen eSIM-Standards zu rechnen ist, teilt die Telekom indes nicht mit. Anfänglich rechnet das Unternehmen zudem mit Hybridlösungen aus eSIM und herkömmlicher SIM-Karte. “In zehn Jahren wird es aus unserer Sicht aber keine Plastik-SIM mehr geben. Was auch einen schönen ökologischen Nebeneffekt hat”, schreibt die Telekom.

Für die eSIM macht sich auch Apple stark. Der Konzern hatte im vergangenen Jahr die sogenannte Apple SIM eingeführt. Sie soll Kunden den einfachen Wechsel des Mobilfunkproviders ohne Austausch der SIM-Karte erlauben. Hierzulande unterstützen iPad Mini 3 und 4 sowie das iPad Air 2 die programmierbare SIM-Karte. Laut AdMarkt gibt es hierzulande aber noch keinen Anbieter, der Tarife für die Apple SIM im Programm hat.

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[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

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