Yahoo: Suche und Mail angeblich bald Vergangenheit

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Das will das WSJ erfahren haben. Demnach hat Yahoo-Chefin Mayer zahlreiche Meetings angesetzt, in denen alle denkbaren Strategien ohne Zurückhaltung analysiert werden sollen, die das traditionsreiche Internetportal wieder auf Kurs bringen

Nach einem Bericht des Wall Street Journal will sich der einstige Internetpionier Yahoo von seinen Diensten Mail und Suche trennen. Demnach hat Yahoo-Chefin Marissa Mayer von Mittwoch bis Freitag dieser Woche zu eine Reihe von Meetings angesetzt, in denen Vor- und Nachteile einer solchen Lösung erwogen werden sollen.

In den Konferenzen sollen alle denkbaren Strategien ohne Zurückhaltung analysiert werden. Laut WSJ überlegt Yahoo auch, ob es die geplante Ausgliederung seines 30-Milliarden-Dollar-Anteils am chinesischen Alibaba-Konzern noch stoppt. Auf Nachfrage des WSJ war Yahoo zu keiner Stellungnahme bereit.

Yahoo (Bild: Yahoo)

Die Spekulation über einen Verkauf des Kerngeschäfts zeugen von steigendem Druck auf Mayer, die im Oktober schon “mehr Fokus” und Trennung von nicht erfolgreichen Projekten angekündigt hatte. Einen Verkauf des Portals hatte im November die Investorengruppe Starboard gefordert. Stattdessen sollten nach ihrer Ansicht die Anteile an Alibaba sowie an Yahoo Japan im Haus behalten werden.

Als Käufer kommen laut WSJ vor allem private Investoren infrage. Die Aktie legte nach Veröffentlichung des Artikels zunächst um etwa 7 Prozent zu.

Mayers Strategie war es seit der Übernahme des CEO-Postens 2012, den Konzern mit Apps auf eine von Mobilgeräten dominierte Zukunft auszurichten. Die ehemalige Google-Managerin erneuerte dazu Mobilwebsites wie Mail, Finanzen und Sport, kaufte reihenweise kleine App-Entwickler und auch das große Blog-Netzwerk Tumblr. Um Yahoo zu einem Premium-Medienunternehmen zu machen, wurden zudem bekannte US-Moderatoren wie Katie Couric geholt.

Dennoch reicht Yahoo heute als Portal für Suche und E-Mail nicht an Google sowie als Unterhaltungsanbieter nicht an Amazon und Netflix heran. Zudem sind viele Messaging-Nutzer zu Facebook oder noch jüngeren Wettbewerbern wie Snapchat abgewandert. In den USA zählt Yahoo dennoch weiter zu den drei meistbesuchten Website-Verbänden, hinter Google und Facebook. Comscore verzeichnete im Oktober 2015 210 Millionen Besucher.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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