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Telekom startet Intercloud gegen Amazon Web Service

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Zusammen mit dem Partner Cisco startet die Telekom das Infrastructure-as-a-Service-Angebot “Intercloud”. Die Infrastruktur wird dabei vollständig in Deutschland betrieben, was für Anwender das Thema Datenschutz vereinfacht.

T-Systems und Cisco starten jetzt mit dem europäischen Cloud-Angebot Intercloud. Das sichere und hochverfügbare Public-Cloud-Angebot wird in dem T-Systems-Rechenzentrum in Biere bei Magdeburg gehostet. Auf Basis von OpenStack können Unterneher Anwendungen aus der Private Cloud in eine öffentliche Infrastruktur verschieben.

Das T-Systems-Rechenzentrum ist über ein Zwillings-Rechenzentrum vollständig redundant ausgelegt und garantiert damit eine jährliche Verfügbarkeit von 99,98 Prozent. In der ersten Jahreshälfte 2016 wollen die beiden Partner Cisco und T-System weitere Plattform- und Software-Angebote aus der Public Cloud vorstellen.

Das neue Angebot soll auch Grundlage für ein sicheres, europäisches Internet der Dinge sein. Weil dieses Intercloud-Angebot ausschließlich auf deutschem Boden gehostet wird, können, wie es von T-Systems heißt, deutsche Unternehmen auch das Problem der Rechtsunsicherheit umgehen, das sich durch die Aussetzung des Safe-Harbor-Abkommens ergibt. Zudem erfülle die Infrastruktur sämtliche Anforderungen deutscher Datenschutzbestimmungen. Damit eigne sich das Angebot auch für den Einsatz bei öffentlichen Auftraggebern.

So können nun ab Dezember können Unternehmen aller Größen IT-Infrastruktur-Services wie Rechenleistung, Speicher und Netzkapazitäten ohne Mindesabnahme und ohne Mindestvertragslaufzeit beziehen. Der kleinste Cloud-Computing-Dienst ist ab 5 Cent pro Stunde zu haben. Ein Gigabyte ist ab 2 Cent zu haben.

Erste Anwender sind der UCC-Spezialist Unify und der Datensicherheitsspezialist Covata, die als Pilotkunden die neue Magenta-Cloud getestet haben.

Neben den Services von T-Systems und OpenStack ist auch die Intercloud-Initiative von Cisco ein wichtiger Bestandteil des neuen Angebotes. Im März 2014 ist Cisco mit einer Milliarden-Investition gestartet, um den Einsatz hybrider Cloud-Umgebungen bei Anwenderunternehmen zu vereinfachen. Neben eigenen Ressourcen greift der Anbieter dabei auch auf Partner zurück.

Nun nutze T-Systems vor allem die Hardware-Produkte von Cisco und ergänze diese laut eigenen Angaben mit eigenen Technologien für Konnektivität, Netzinfrastrukturen sowie Systemintegrationsleistungen.

Die Deutsche Telekom will bis 2018 den Umsatz mit Cloud-Diensten verdoppeln. Neben dem leistungsfähigen Rechenzentrum setzt die Großkunden-Sparte T-Systems dabei vor allem auch auf Partnerschaften. So ist T-Systems beispielsweise exklusiver Partner für die SaaS-Services von Salesforce.com und Microsoft. Zusammen mit Cisco wolle die Telekom nun auch den großen US-Anbietern wie Amazon Web Services, Google und Microsoft Azure im Bereich Public Cloud künftig mehr entgegensetzen können.

Salesforce.com, der CRM-Spezialist wird deutsche Anwender über die T-Systems-Ressourcen beliefern. Quelle: Deutsche Telekom
Von dem Standort in Biere und dem Rechenzentrums-Zwilling in Magdeburg aus, bietet T-Systems ab sofort den Public Cloud Service “DSI Intercloud”. Quelle: Deutsche Telekom

Dafür hat die Telekom erst vor wenigen Wochen das gesamte Portfolio in einem einzigen Portal gebündelt. Auch die einzelnen Cloud-Fachbereiche hat die Telekom Konzernübergreifend zusammengefasst. Seit August leitet Anette Bronder die Digital Division, dem Geschäftsbereich von T-Systems, der auf die digitale Transformation der Wirtschaft abzielt. Als Cloud-Kunden nennt die Telekom neben kleineren Unternehmen oder dem Bundesland Rheinland Pfalz auch Konzerne wie Shell, Daimler oder Thyssen-Krupp.

Parallel zum Public-Cloud-Angebot DSI Intercloud will T-Systems auch zur CeBIT 2016 die “Open Telekom Cloud” anbieten und damit ebenfalls mit den Cloud-Services Amazon, Microsoft oder IBM konkurrieren. Für das europäische Cloud-Projekt hat die Telekom-Tochter T-Systems allerdings eine Kooperationsvereinbarung mit dem Technologie-Partner Huawei vereinbart.

Der Telekommunikations-Ausrüster Huawei steuert im Rahmen dieser Partnerschaft Hardware- und Lösungskompetenzen bei. T-Systems hingegen tritt als Betreiber der Rechenzentren, des Netzes, des Betriebs und auch des Cloud-Managements.

 

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

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