IBM stoppt Kampagne #HackAHairDryer

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Das Gegenteil von gut gemacht, ist gut gemeint. Was das in der Welt von Social Media bedeuten kann, muss IBM derzeit am eigenen Leib erfahren.

IBM stoppt nach eine Welle von Kritik und Spott die Aktion #HackAHairDryer, mit der eigentlich Frauen für Technikberufe begeistert werden sollten. “#HackAHairDryer ist ein Experiment, das Vorurteile über Frauen in Technologie abbauen soll und sich darauf konzentriert, was wirklich wichtig ist: Ideen!”

Dafür hatte IBM mit leichtem Augenzwinkern dazu aufgerufen, einen Föhn zu hacken oder einen Föhn in neuen Einsatzgebieten einzusetzen. Ziel dieser vor allem an Frauen gerichteten Kampagne war es, mehr Frauen für Technologie zu begeistern.

Doch die vor einigen Monaten gestartete Aktion sorgte vor allem dafür, dass Frauen, die in technischen Berufen tätig sind, in überkommene Rollenmuster gedrängt fühlten. Sexismus-Vorwürfe wurden laut. Andere erklärten, dass sie besseres zu tun hätten, Beispielsweise Satelliten oder Nanotechnologie-Anwendungen zu entwickeln.

#HackAHairDryer, IBMs Kampagne, die gezielt Frauen ansprechen sollte, ist gründlich schief gelaufen. (Bild: IBM)
#HackAHairDryer, IBMs Kampagne, die gezielt Frauen ansprechen sollte, ist gründlich schief gelaufen. (Bild: IBM)

Noch am Freitag tweete IBM und machte auf diesem Weg für die Aktion Werbung. Doch statt vieler begeisterter Teilnehmer erntete IBM damit eine Welle der Entrüstung und des Spotts. Kurz darauf hatte IBM den Tweet wieder entfernt. Die Aktion habe für einige wohl nicht den gewünschten Effekt gehabt und IBM “entschuldigt sich dafür”. Gleichzeitig teilt das Unternehmen mit, dass die Aktion nicht weiter fortgesetzt werde.

Dabei pflegt IBM durchaus eine Kultur der Gleichberechtigung, wie etwa das Beispiel von CEO Ginni Rometty oder der IBM-Deutschland-Chefin Martina Koederitz zeigt. Auch mit speziellen Programmen richtet sich IBM gezielt an weibliche IT-Fachkräfte.

Fakt aber ist, dass in IT-Berufen, Frauen nach wie vor in der Minderheit sind. Zahlen des Freelancer-Portals Gulp aus dem Jahr 2014 zeigen, dass lediglich 7,5 Prozent aller IT-Freelancer weiblich sind. Andere Schätzungen sehen den Gesamtanteil weiblicher IT-Experten bei etwa 17 Prozent. In Führungspositionen sind es sogar nur 6 Prozent.

Neben dem High-Tech-Verband BITKOM, der diesem Ungleichgewicht über ein Mentoren-Programm an Universitäten beikommen will, hat zum ersten Mal auch die CeBIT in diesem Jahr mit dem einen eigenen IT-Kongress speziell für Frauen gestartet.

Was sich aber an dem IBM-Beispiels ablesen lässt, ist dass man Vorurteile wahrscheinlich besser nicht mit herrschenden Vorurteilen bekämpfen sollte.

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