Kein neues Joint Venture zwischen EMC und VMware

EnterpriseVenture Capital

Es wird wohl doch nichts aus dem geplanten gemeinsamen Unternehmen für Cloud-Services von EMC und VMware.

Die Gründung eines Cloud-Joint-Ventures mit dem Mutterkonzern EMC wird nun ohne die Beteiligung von VMware ablaufen, wie aus einer Pflichtmeldung des Virtualisierungsspezialisten an die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission hervorgeht.

EMC, VMware und das im Mai zugekaufte Virtustream wollten Cloud-Produkte in einem neuen Unternehmen zu einer neuen Geschäftseinheit für Cloud-Services bündeln. EMC und VMware sollten jeweils 50 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten, das unter der Marke Vitustream agieren sollte. Für dessen Leitung war Virtustream-CEO Rodney Rogers vorgesehen.

EMC kauft Virtustream (Bild: EMC)

Jetzt erklärte VMware in seiner Börsenpflichtmeldung knapp: “VMware hat bekannt gegeben, dass es sich nicht an der Gründung der Cloud-Services-Geschäftseinheit Virtustream beteiligen wird, die am 20. Oktober 2015 von EMC und VMware angekündigt wurde.”

Zu den Gründen für den Rückzieher schweigt sich VMware aus. Die Entscheidung dürfte jedoch die ohnehin schon schwierigen Umstände um die Übernahme des Mehrheitsanteils an VMware und dessen Mutterkonzern durch Dell weiter verkomplizieren. Dell hatte die Akquisition mit einem Volumen von 67 Milliarden Dollar am 12. Oktober offiziell bestätigt.

Laut Recode wurde die Virtustream-Akündigung als ein Grund für den in den vergangenen zwei Monaten um 25 Prozent gesunkenen Aktienkurs von VMware ausgemacht. Zudem gefiel den Anteilseignern die Gründung des Cloud-Joint-Ventures nicht. Nachdem es jetzt seinen Nicht-Einstieg bekannt gab, stieg VMwares Aktienkurs zunächst leicht an, ging dann aber wieder bis etwa 18 Uhr um über 3 Prozent auf 57,11 Dollar zurück.

Ebenfalls in einer Pflichtmitteilung gibt Dell bekannt, dass es für 3 Milliarden Anteile, so genannte Tracking Stocks, von VMware zurückkaufen könnte, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Damit könnte Dell den Aktienwert von VMware stützen. Diese Anteile hatte Dell ausgegeben, um damit die Übernahme von EMC finanzineren zu können.

Ursprünglich war vorgesehen, dass die Geschäftsergebnisse von Virtustream ab dem ersten Quartal 2016 mit dem Geschäftsbericht von VMware konsolidiert werden. Das Joint Venture sollte VMware im kommenden Jahr “Hunderte Millionen Dollar an wiederkehrenden Umsätzen” einbringen und das Angebot um Infrastructure-as-a-Service ergänzen. In Sachen Hybridlösungen sollte das neue Cloud Services Business Komponenten von EMCs Geschäftseinheit Information Infrastructure, VCE und Managed-Storage-Services umfassen. Zusätzlich wollte VMware eine Sparte für Cloud-Provider-Software schaffen, die sich darauf konzentriert, seine Software zum Aufbau von Hybrid-Clouds zu nutzen.

Zur Bekanntgabe der Bilanz für das dritte Quartal hatte VMware-CEO Pat Gelsinger noch erklärt, er sei sehr optimistisch hinsichtlich des langfristigen Nutzens, der VMware aus der geplanten Fusion von Dell und EMC sowie der Gründung des neuen Cloud-Services-Geschäfts entstehe.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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