Cloud

Traumjob IT: Was Berufseinsteiger können müssen

Berufseinsteiger-shuttersto
2 3 1 Kommentar

Ob Software-Entwickler oder IT-Berater: Karrieren in der IT boomen. Welche Berufsbilder es in der Branche gibt und welche Fähigkeiten man da mitbringen sollte, schildern Olaf Kempin von univativ und Professor Heimo Adelsberger von der Universität Duisburg-Essen.

Wer einen Beruf ergreifen will, der zukunftssicher ist und gut bezahlt wird, der ist in der IT-Branche gut aufgehoben. Die Digitalisierung aller Lebensbereiche sorgt dafür, dass auch dieses Jahr in Deutschland Tausende neue IT-Arbeitsplätze entstehen. Unternehmen investieren in die Neuausrichtung und das Erschließen neuer Geschäftsfelder, um den Anforderungen ihrer Kunden gerecht zu werden und wettbewerbsfähig zu bleiben. Dafür brauchen sie Mitarbeiter, die sich mit neuen Technologien auskennen – aber auch das Business und den User verstehen.

Dies bildet auch der aktuelle Arbeitsmarkt ab: Es gibt in der Informationstechnologie eine Vielzahl an Jobprofilen mit unterschiedlichen Anforderungen und Tätigkeiten – und auch großen Unterschieden beim Einkommen. Berufseinsteiger, die im IT-Projektmanagement arbeiten, können bis zu 60.000 Euro pro Jahr erwarten. PC-Techniker müssen sich mit rund der Hälfte zufrieden geben. Entsprechend sollten sich Studenten und Berufseinsteiger möglichst früh überlegen, worauf sie sich spezialisieren wollen. Für verschiedene Tätigkeiten und Rollen im Unternehmen sind unterschiedliche Fähigkeiten nötig. Diese sollte man sich aneignen, um sich für den Traumjob zu qualifizieren.

IT-Berater und Requirement Engineers verbinden IT und Business

In der IT-Beratung sind zum Beispiel analytische und konzeptuelle Skills sehr wichtig. Berater müssen ein Gespür dafür haben, was ihre Kunden brauchen. Entsprechend sollten sie nicht nur etwas von IT-Anwendungen verstehen, sondern auch Kenntnisse von Managementprozessen mitbringen. Besonders für komplexe Projekte wie Innovationsberatung und Change Management sind zudem Soft Skills sehr wichtig.

SAP Berater Quereinstieg

Derzeit boomt der Bereich des Requirement Engineering. Spezialisten für Requirement Engineering vermitteln zwischen Fachabteilungen und Entwicklern. Sie verstehen die Anforderungen an ein zu entwickelndes System genau und gestalten die Entwicklung entsprechend. Sie müssen verstehen, was sich die Mitarbeiter aus der Fachabteilung von einem System oder einer Anwendung wünschen, und gleichzeitig wissen, was technisch umsetzbar und sinnvoll ist.

Anwendungs- und Webentwicklung

Wer sich lieber auf die Details von Anwendungen konzentrieren will, ist in der Programmierung gut aufgehoben. Voraussetzung sind gute Kenntnisse von mehreren Programmiersprachen und gängigen Tools wie die integrierte Entwicklungsumgebung Eclipse. Immer wichtiger wird auch die Fähigkeit, für mobile Umgebungen zu entwickeln. Auch die Webentwicklung ist ein spannendes Betätigungsfeld für Programmierer. Im Web-Engineering sind ähnliche Kenntnisse gefragt wie in der Anwendungsentwicklung. Man arbeitet zudem eng zusammen mit Web-Designern, die sich um die Grafik kümmern, die Typografie, aber auch um Usability und Barrierefreiheit. Tunnelblick ist hier trotzdem nicht angesagt: Um gute Anwendungen zu schreiben, müssen Programmierer auch Verständnis für die Herausforderungen ihres Unternehmens und ihrer Branche mitbringen.

IT-Sicherheit boomt, Administratoren sind stets gefragt

Auf den ersten Blick nicht ganz so schillernd, aber unverzichtbar für jedes Unternehmen und jede Behörde sind schließlich Administratoren. Sie sorgen dafür, dass die IT-Infrastruktur läuft, betreuen deren Regelbetrieb und führen Updates durch. Auch für die IT-Sicherheit und den Nutzersupport sind sie zuständig.

Grundlage für die Administratorentätigkeit sind daher sehr gute IT-Kenntnisse. Ein Grundverständnis für Ingenieurswissenschaften und betriebswirtschaftliche Abläufe vervollständigen das Jobprofil. Wer übergreifende Aufgaben wie Risikomanagement, Information Security Management oder IT-Qualitätsstrategien übernimmt, benötigt darüber hinaus die Fähigkeit, ganzheitlich und strategisch zu denken.

Immer öfter wird der Bereich IT-Sicherheit getrennt von der Administratorentätigkeit betrachtet. Ein wichtiger Treiber ist das Internet der Dinge: Die Zahl der vernetzten Geräte steigt, und diese sind oft kaum geschützt. Dadurch werden Fehlerquellen und Einfallstore für Angreifer begünstigt. Zugleich werden Attacken künftig tendenziell schwerer wiegen, denn auch kritische Infrastrukturen werden vernetzt gesteuert.

Weiterbildung in Digitalthemen wichtig

Ganz gleich für welches Spezialgebiet man sich entscheidet: Es wird darauf ankommen, auf dem neuesten Stand zu bleiben. So finden es laut einer BITKOM-Befragung drei Viertel aller deutschen Unternehmen wichtig, ihre Mitarbeiter zu Digitalthemen weiterzubilden. Für Berufseinsteiger bietet sich hier eine Chance, wenn sie mit aktuellen Kenntnissen zukunftsweisender Technologien glänzen. Aneignen können sie sich diese Kenntnisse zum Beispiel mit Hilfe von Kursen an Hochschulen, aber auch durch private Angebote wie die univativ academy. Das betrifft übrigens nicht nur Fachwissen. Auch mit Methodenkenntnissen wie Scrum und Kanban im agilen Projektmanagement können Bewerber auf sich aufmerksam machen. Besonders in jungen Unternehmen sind solche Methoden weit verbreitet. Aber auch etablierte Unternehmen haben den Vorteil agiler Prozesse erkannt und nutzen sie zunehmend.

Software-Testing als Karrieresprungbrett

Noch ein Tipp für den Berufseinstieg: Wer in der Softwareentwicklung Fuß fassen will, aber kein passendes Angebot hat, sollte einen Umweg über das Testing in Betracht ziehen. Dort arbeitet man nah an neuen Anwendungen und kann auch für angrenzende Tätigkeitsbereiche wertvolle Erfahrung sammeln. Hinzu kommt, dass Kenntnisse im Testing bei Anwendungsentwicklern eine gern gesehene Kompetenz darstellen. So kann man sich beispielsweise für den nächsten Karriereschritt in der Softwareentwicklung empfehlen.

 

Die Autoren: Olaf Kempin ist Gründer und Co-Geschäftsführer von univativ. Prof. Dr. Heimo Adelsberger lehrt an der Universität Duisburg-Essen.