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Quelloffene Switch-Software: Microsoft erweitert OCP um SONiC

Microsoft (Bild: Microsoft)
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SONiC – Software for Open Networking in the Cloud – steht nun unter einer Open-Source-Lizenz bereit, läuft standardmäßig unter Debian und letztlich auch unter jeder Linux-Distribution. Zu SONiC werden auch Arista, Broadcom, Dell und Mellanox beitragen.

Auf dem Open Compute Project (OCP) US Summit hat Microsoft angeboten, das OCP um Software for Open Networking in the Cloud oder kurz SONiC zu erweitern. Das Unternehmen versteht darunter “eine Sammlung an Software-Netzwerkkomponenten, die erforderlich wird, um Netzwerk-Geräte wie Switches zu bauen.” Zu SONiC werden neben Microsoft auch Arista, Broadcom, Dell und Mellanox beitragen.

“Zusammen mit SAI (Switch Abstraction Interface – das Microsoft letztes Jahr beigesteuert hat) wird SONiC es Cloud-Betreibern ermöglichen, Hardware-Innovationen zu nutzen, ihnen aber auch ein Framework liefern, um für Applikationen im Netzwerk-Switch auf Open-Source-Code aufzubauen. Wir glauben, dass es das fehlende Teil des Puzzles ist, um eine voll quelloffene Switch-Plattform zu schaffen, mit einem einheitlichen Software-Stack für Hardware unterschiedlicher Switch-Hersteller”, schreibt Microsoft.

Logo Microsoft (Bild: Microsoft)

Auf GitHub steht SONiC nun unter einer Open-Source-Lizenz bereit. Es läuft standardmäßig unter Debian, kann aber unter jeder Linux-Distribution zum Laufen gebracht werden, wie es in einer FAQ heißt.

Das Open Compute Project (OCP), von Facebook 2011 ins Leben gerufen, veröffentlicht offene Hardware-Designs, um Rechenzentren vergleichsweise billig auszustatten und Ressourcen effizient zu nutzen. Bisher sind von ihm Spezifikationen für Motherboards, Chipsätze, Verkabelung, Sockel, Konnektoren, offenes Networking und Switches verfügbar.

Microsoft war dem OCP 2014 beigetreten. Es ist Gründungsmitglied der Abteilung SAI, zu der es auch beiträgt. Mit dem Beitritt hatte Microsoft zudem angekündigt, seine Cloud-Server-Spezifikation beizutragen. Dabei handelt es sich um ein Server-Chassis mit 12U, das 24 1U-Server aufnehmen kann. Auch seine Software Chassis Manager stellte es unter eine Apache-Lizenz.

Die SAI-Spezifikation akzeptierte das Open Compute Project im Juli 2015. Beiträge dazu kamen auch von Barefoot, Broadcom, Cavium, Dell, Mellanox und Metaswitch. Auf SAI baut Microsofts Azure Cloud Switch (ACS) auf, den es aber nur intern nutzt.

Ebenfalls auf dem Open Compute Project US Summit hat Facebook ein neues Serverdesign vorgelegt. Außerdem erklärte Google seinen Beitritt zu der Vereinigung.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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