Facebook experimentiert mit werblichen Direktnachrichten

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Damit bestätigen sich im Februar durchgesickerte Gerüchte. Firmen sollen die für sie kostenpflichtigen Nachrichten an Nutzer versenden dürfe, die bereits von sich aus mit ihnen in Kontakt standen. Aktuell dürfen einige Werbetreibende die Funktion ausprobieren. Facebook will genau darauf achten, dass sie die Möglichkeit nicht ausnutzen.

Offenbar um die jetzt vorgestellte Chat-Bot-Plattform für den Facebook-Messenger auch gewinnbringend nutzen zu können, erprobt Facebook derzeit auch die Funktion, Werbetreibenden gegen Gebühr das Recht einzuräumen, über diese Chat-Bots gesponsorte Direktnachrichten an Facebook-Mitglieder zu versenden. Damit bestätigen sich im Februar durchgesickerte Gerüchte über Werbung im Facebook-Messenger.

Neben den nun verfügbaren Chat-Bots im Facebook Messenger werden aktuell mit ersten Kudnen auch als "Sponsored Messages" bezeichnete, werbliche Direktnachrichten erprobt (Bild: Facebook).
Neben den nun verfügbaren Chat-Bots im Facebook Messenger werden aktuell mit ersten Kudnen auch als “Sponsored Messages” bezeichnete, werbliche Direktnachrichten erprobt (Bild: Facebook).

Wie TechCrunch berichtet, ist für solch ein werbliche Direktnachricht aber die zuvor erfolgte Kontaktaufnahme durch den Nutzer erforderlich. Diese von ersten Nutzern bereits bemerkten und veröffentlichten “Sponsored Messages” würden derzeit mit einer kleinen Gruppe von Anzeigenkunden getestet. Andere Empfänger haben bereits darauf hingewiesen, dass es auch die Möglichkeit gibt, in dem Fall derartige Meldungen zu blocken.

Facebook achtet laut TechCrunch genau darauf, dass Werbepartner die Möglichkeit nicht ausnutzen und dadurch die Nachrichten von den Facebook-Mitgliedern möglicherweise als Spam empfunden werden. Der bei Facebook für den Messenger zuständige Vice President David Marcus erklärte gegenüber der Site, die Anzahl der versendbaren Nachrichten werde “ganz bestimmt” begrenzt sein, eine genaue Obergrenze habe man aber noch nicht festgelegt.

Marcus hob aber hervor, dass Facebook im Gegensatz zu anderen Kanälen wesentlich mehr Einfluss darauf nehmen könne, wie viele Werbemeldungen jemand im Messenger bekommt. “Wir können die Anzahl und die Qualität der an Sie versandten Nachrichten kontrolliere, was zum Beispiel bei E-Mails nicht der Fall ist.” Außerdem betonte Marcus, dass die Nutzer über einen ‘Blockieren’-Button über jeder Konversation mit einem Unternehmen entweder sämtliche Nachrichten oder nur gesponserte ausblenden könnten.

Zeitgleich mit der Ankündigung der “Sponsored Messages” auf der Facebook-Entwicklerkonferenz f8 in den USA hat das Hamburger Unternehmen Whatever Mobile, dass Development-Partner von Facebook ist, angekündigt, Firmen die Möglichkeit bieten zu können, mithilfe der Mobilfunknummer via Facebook Messenger mit Verbrauchern in Kontakt zu treten. Auf Seite der Unternehmen sei dazu kein technsciher Aufwand erforderlich, die Option werde als Dienst bereitgestellt. Verbraucher könnten so in gewohnter Umgebung und ohne weitere Authentifizierung mit Unternehmen in den Dialog treten. Als Fallback bietet Whatever Mobile den Versand der Nachricht per SMS an.

“Wir stehen in der mobilen Unternehmenskommunikation vor einem Paradigmenwechsel. Über unsere Plattform können Unternehmen durch den leistungsfähigeren und deutlich günstigeren Facebook Messenger jetzt noch besser und gezielter mit ihren Kunden interagieren”, erklärt Michael Lützenkirchen, Geschäftsführer bei Whatever Mobile in einer Pressemitteilung. Das sei nicht nur günstiger als bislang per SMS, sondern auch erfolgreicher, weil es den gewandelten Nutzungsgewohnheiten der Kunden eher entspreche.

Facebook-Manager David Marcus legt Wert darauf, dass Nutzer wesentlichen Einfluss darauf haben, von wem und welche Art von Direktnachrichtehn sie erhalten wollen (Grafik: Facebook).
Facebook-Manager David Marcus legt Wert darauf, dass Nutzer wesentlichen Einfluss darauf haben, von wem und welche Art von Direktnachrichtehn sie erhalten wollen (Grafik: Facebook).
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