Unitymedia baut kostenloses WLAN-Hotspot-Netz aus

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Unitymedia will bis Ende des Jahres über Router von Kunden bis zu 1,5 Millionen Zugangspunkte zur Verfügung stellen. Die kostenlos nutzbaren “WifiSpots” werden ab Sommer Bestandteil der Internettarife sowohl für Neu- als auch Bestandskunden, die die Access Points dann unbegrenzt mit bis zu 150 MBit/s verwenden können.

Unitymedia hatte bereits im letzten Jahr in 100 Städten in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg mehr als 1000 öffentliche WifiSpots entlang seiner Infrastruktur an öffentlichen Plätzen eingerichtet. Im Sommer will der Kabelnetzbetreiber nun die zweite Ausbaustufe seines WLAN-Projekts starten und bis Ende des Jahres über die WLAN-Router seiner Kunden bis zu 1,5 Millionen Zugangspunkte verfügbar machen. Ab Mitte des Jahres sind die umsonst nutzbaren “WifiSpots” außerdem fester Bestandteil der Internettarife des Anbieters.

Unitymedia WifiSpot (Bild: Unitymedia)schließen
Unitymedia WifiSpot (Bild: Unitymedia)schließen

Sowohl Neu- als auch Bestandskunden von Unitymedia haben dann die Möglichkeit, die öffentlichen Access Points mit Transferraten von bis zu 150 MBit/s ohne Begrenzung des Datenvolumens mit bis zu fünf Geräten gleichzeitig zu nutzen. Die Datenrate der Homespots ist und bleibt auf 10 MBit/s beschränkt. Bisher gilt ein Highspeed-Volumen von 100 MByte pro Tag, nach dessen Verbrauch die Geschwindigkeit auf 64 KBit/s gedrosselt wird. Ab Sommer gelten diese Einschränkungen nur noch für Anwender, die nicht Kunde bei Unitymedia sind. Sie haben die Möglichkeit das öffentliche WLAN-Netz des Kabelanbieters in Cafés oder Restaurants zu nutzen, die von dem ergänzenden Geschäftskundenangebot PowerSpot Gebrauch machen.

Unitiymedia stellt in dessen Rahmen die nötige WLAN-Infrastruktur und übernimmt zudem als Provider die sogenannte Störerhaftung, womit Gastronomiebetriebe oder Firmen rechtlich abgesichert wären. So kann jeder PowerSpot-Kunde Gästen einen drahtlosen Internetzugang anbieten und zugleich für “seinen” Zugangspunkt eine Startseite mit eigenen Inhalten einrichten.

Erkennen lässt sich das öffentliche WLAN-Netz von Unitymedia an der SSID “Unitymedia Public WifiSpot”. Ein Smartphone oder Notebook, das einmal im Netz angemeldet ist, verbindet sich bei Unitymedia-Kunden automatisch mit den WifiSpots in seiner Reichweite. Andere Nutzer müssen ihr Gerät an jedem WifiSpot neu anmelden. Der Datenverkehr ist nach dem WPA2-Standard verschlüsselt.

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Dabei bleibt das private WLAN-Netz vom öffentlich zugänglichen komplett getrennt. Der Router strahlt dabei zwei separate WLAN-Signale aus, außerdem erhalten Nutzer, die sich über die öffentliche Kennung anmelden, keinen Zugriff auf das private Netz eines anderen Anwenders. Die mit dem Internettarif gebuchte Datenrate soll davon nicht beeinträchtigt werden, weil der Anbieter für den WifiSpot zusätzliche Bandbreite bereitstellt. Auch bei den WifiSpots liegt das Haftungsrisiko im Falle einer gesetzwidrigen Nutzung bei Unitymedia, etwa wenn illegales Filesharing betrieben wird.

Unitymedia eifert mit dem Ausbau seiner öffentlichen Hotspots dem inzwischen von Vodafone übernommenen Konkurrenten Kabel Deutschland nach, der seit 2013 zunächst in Bayern und dann auch in anderen Bundesländern, ebenfalls ein WLAN-Hotspot-Netz installiert hat. Dessen sogenannte Homespots können Kunden, die selbst an dem Service teilnehmen, unbegrenzt und kostenlos nutzen. Bei Vodafone-Zugangspunkten auf öffentlichen Straßen und Plätzen sowie in Cafés, Restaurants, Hotels oder Geschäften ist die Dauer teilweise auf 30 Minuten pro Tag begrenzt. Wer auch dort ohne Beschränkungen surfen will, kann die im Mai 2014 eingeführte WLAN-Hotspot-Flat buchen. Das Unternehmen verlangt dafür 4,99 Euro pro Monat von Vertragskunden mit WLAN-Kabelmodem oder der Homebox-Option. Andere Kunden zahlen monatlich 9,99 Euro. Als Einzelprodukt ist die Flatrate für 19,99 Euro buchbar.

Neben Unitymedia und Vodafone haben auch die Deutsche Telekom und NetCologne WLAN-Hotspot-Lösungen für Geschäftskunden im Programm. Bei der Telekom nennt sich das Angebot “Hotspot Plug’n’Play“, bei NetCologne “Business Spot“. Auch hier bleibt der Datenverkehr der Nutzer von dem des Anschlussinhabers getrennt, womit Firmen rechtlich auf der sicheren Seite sind – unabhängig davon, wie die Diskussion um die WLAN-Störerhaftung ausgeht.

[Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]