Stadtverwaltung Zug erlaubt ab 1. Juli Zahlungen mit Bitcoins

Öffentlicher SektorProjekte

Damit ist die Schweizer Gemeinde die erste staatliche Einrichtung weltweit, die Zahlungen in der Kryptowährung annimmt. Im Rahmen eines Pilotprojekts können dann zunächst bis Ende des Jahres Gebühren bis zu einer Höhe 200 Franken am Schalter mit Bitcoins beglichen werden.

In der Stadt Zug, dem Hauptort des gleichnamigen Schweizer Kantons, können Bürger im Rahmen eines Pilotprojekts ab 1. Juli mit Bitcoins bezahlen. Wie die Stadtverwaltung angekündigt hat, will man mit der Akzeptanz von Bitcoins als Zahlungsmittel gegenüber den FinTech-Unternehmen in der Region und der Öffentlichkeit ein Zeichen setzen. Die sind für eine Stadt mit gut 28.000 Einwohner dort tatsächlich zahlreich vertreten: Laut Stadtverwaltung, die bereits von einem “Crypto Valley” spricht, gib es in Zug derzeit über 15 Firmen, die der FinTech-Branche zuzurechnen sind.

Die Stad Zug erlaubt ab 1. Juli Zahlungen mit Bitcoin (Bild: Shutterstock/Julia Tsokur

In der Pressemitteilung erklärt Stadtpräsident Dolfi Müller: “Wir wollen unsere Offenheit für die neuen Technologien zum Ausdruck bringen und frühzeitig eigene Erfahrungen sammeln. Und wir werden FinTech-Unternehmen der Region Zug zu einem Gedankenaustausch mit dem Stadtrat einladen. Es ist unser Ziel, deren Bedürfnisse für eine optimale Entwicklung in unserem Lebens- und Wirtschaftsraum genauer kennenzulernen.”

Gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung sagte der gebürtige Däne Niklas Nikolajsen, Geschäftsführer und Mitbegründer der in Baar im Kanton Zug ansässigen Bitcoin Suisse AG, die Bitcoins an- und verkauft: “Das ist weltweit das erste Mal, dass auf staatlicher Ebene Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert werden.” Luzius Meisser, sieht ebenfalls gegenüber der NZZ zwar derzeit wenig Bedarf, Bitcoins für derartige Zahlungen einzusetzen, lobt den Schritt aber als starkes Marketingsignal, mit dem die Stadt der Branche zu verstehen gebe, dass sie willkommen sei.

Das wäre der NZZ zufolge der erste Schritt der Stadt auf die Branche zu, die dort ansässigen Firmen hätten sich bislang weniger aufgrund gezielter Wirtschaftsförderungsmaßnahmen sondern vor allem aufgrund des des „steuerlich milden und nicht allzu stark regulierten“ Umfelds niedergelassen. Eine nicht zu unterschätzende Rolle habe zudem gespielt, das sich vor drei Jahren der in der Branche sehr bekannte Südafrikaner Johann Gevers mit seinem Start-up Monetas dort niedergelassen habe.

Die Fraktion der Schweizerischen Volkspartei (SVP) im Zuger Stadtrat sieht das Experiment allerdings kritisch. Die Stadt maße sich damit Eingriffe in Bereiche an, die ihr gar nicht unterstünden: Geld- und Währungswesen sei ausschließlich Sache des Bundes und in der Schweiz die offizielle Währungseinheit und das gesetzliche Zahlungsmittel allein der Schweizer Franken.

Tipps der Redaktion: Verstehen Sie Bitcoins? Nein? Damit sind Sie nicht allein, denn die Internet-Währung wird von den meisten Menschen nicht verstanden. silicon.de-Blogger Ralf Ohlhausen, Chief Strategy Officer der PRO Group, beantworten die wichtigsten Fragen und zeigt, warum diese Technik viel mehr verändern könnte als nur die Finanzwelt. Mit Ralf Ohlhausen nimmt ein weiterer silicon.de-Blogger die Firmen der FinTech-Branche kritisch unter die Lupe. Seiner Ansicht nach ist der große Hype vorbei, statt lauter Revolution steht jetzt eine zähe Übergangsphase an, die nicht jedes FinTech-Unternehmen überstehen wird.

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