Google Chrome zeigt künftig Flash-Inhalte nur noch auf Wunsch an

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Standardmäßig soll MTL 5 den umstritten Flash Player ersetzen. Die Änderungen will Google einer Präsentation zufolge im vierten Quartal dieses Jahres umsetzen. Dann können Nutzer das Plug-in beim Besuch einer Website aktivieren. Die Einstellung merkt sich der Browser dann.

Das in Chrome integrierte Flash-Plug-in wird Google offenbar noch im Laufe dieses Jahres standardmäßig deaktivieren. Falls Nutzer eine Website mit Flash-Inhalten besuchen wollen, können sie es das allerdings aktivieren. Einer Präsentation zufolge soll HMTL 5 den umstritten Flash Player standardmäßig ersetzen. Die Änderungen sollen im vierten Quartal umgesetzt werden. Eine Whitelist mit den zehn weltweit am häufigsten aufgerufenen Webseiten mit Flash-Inhalten soll den Umstieg erleichtern.

Flash Player unerwünscht (Bild: ITespresso mit Material von Shutterstock und Adobe)

Auf anderen Seiten, die Adobes Flash-Player erfordern, sehen Nutzer dann eine Meldung, die danach fragt, ob sie die Ausführung des Flash Players für diese Domain genehmigen wollen. Die getroffene Auswahl wird Chrome dann speichern. Unternehmen sollen die Möglichkeit haben, Flash Player per Richtlinie standardmäßig zu aktivieren. Nutzer werden dies zudem in den Inhaltseinstellungen des Browsers tun können. Optional will Google offenbar zufolge auch die Ausführung mittels rechtem Mausklick sowie die vollständige Deaktivierung von Flash anbieten.

Google will zudem unterbinden, dass Websites, die bemerkt haben, dass der Flash Player auf dem System des Besuchers nicht vorhanden ist, diese auf die Adobe-Website umleiten, damit sie das Plug-in installieren können. In derartigen Fällen soll nur die Infoleiste zum Aktivieren des Flash Players am oberen Bildrand angezeigt werden.

Google bevorzugt grundsätzlich HTML 5 gegenüber Adobes Flash Player. Das Plug-in sorgt nicht nur für häufige Abstürze des Browsers sondern ist wegen seiner großen Verbreitung und hohen Anfälligkeit für Sicherheitslücken auch ein beliebtes Ziel von Hackern.

Fast 2100 Schwachstellen bei gängigen Softwareprodukten wurden dem Computer Emergency Response Team der Bundesverwaltung zufolge 2015 geschlossen. Die meisten als "kritisch" eingestuften gingen  auf das Konto des Flash Players (Grafik: Statista).
Fast 2100 Schwachstellen bei gängigen Softwareprodukten wurden dem Computer Emergency Response Team der Bundesverwaltung zufolge 2015 geschlossen. Die meisten als “kritisch” eingestuften gingen auf das Konto des Flash Players (Grafik: Statista).

Sicherheitsbewusste Anwender sollten Plug-ins wie Flash, PDF, Java oder Silverlight generell deinstallieren oder zumindest so einstellen, dass sie Inhalte nicht automatisch, sondern erst nach Zustimmung schon länger. Diese als “Click-To-Play” bezeichnete Feature bieten unter anderem Firefox und Chrome.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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