Samsung legt Pläne für Samsung Pay in Europa vor

Elektronisches BezahlenMarketing

Das Angebot wird zunächst in Spanien verfügbar sein. Als zweites Land soll dann im Laufe des Jahres Großbritannien folgen. Dort wurden für Samsung Pay bereits einige Kooperationen geschlossen. Neben einigen größeren Ladenketten gehören dazu auch ÖPNV-Anbeiter, die Samsung im Gesamtkonzeot offenbar für sehr wichtig hält.

Samsung bietet ab dieser Woche sein Bezahlsystem Samsung Pay auch in Europa an. Den Anfang macht Spanien, im Laufe des Jahres soll dann Großbritannien folgen. Wann die Einführung in Deutschland geplant ist, geht aus dem Bericht der Wirtschaftszeitung City A.M., die auf Grundlage von Äußerungen von Nathalie Oestmann, Europa-Chefin von Samsung Pay, während einer Veranstaltung in London basiert, nicht hervor.

In Samsung Pay hinterlegte Kreditkarten lassen sich auch mit einer Wischgeste aufrufen – ohne dass die App gestartet werden muss (Bild: Cho Mu-hyun/ZDNet.com).

In Samsung Pay hinterlegte Kreditkarten lassen sich auch mit einer Wischgeste aufrufen – ohne dass die App gestartet werden muss (Bild: Cho Mu-hyun/ZDNet.com).

Ursprünglich sollte Samsung Pay ab Mai in Großbritannien angeboten werden. Aus unbekannten Gründen kam es aber zu Verzögerungen, so dass dem koreanischen Konzern dort Apple mit Apple Pay, das seit Juli 2015 angeboten wird, und Google mit Android Pay zuvorgekommen sind. Bekannt ist bereits, dass Samsung zum Start in Großbritannien mit Ladenketten und ÖPNV-Anbietern zusammenarbeiten wird, darunter auch Transport for London (TfL), das den öffentlichen Nahverkehr in der britischen Hauptstadt betreibt. Diese Kooperation bezeichnete Samsung-Managerin Oestmann auf der Veranstaltung als “sehr wichtig in Großbritannien”.

Der Samsung-Managerin zufolge sollen neben M-Commerce und mobilen Zahlungen auch Dienste wie das Abheben bei Geldautomaten Teil des Angebots sein und es von denen der Mitbewerber abheben. Nutzer sollen beispielsweise durch das Zusammenwirken von Smartphone und im Fahrzeug integrierter Technik die Nutzung des Parkhauses in einem Einkaufszentrum bezahlen können. Außerdem denkt Samsung über die Integration des Bezahldienstes mit Haushaltsgeräten nach. In diesem Bereich hat es ja selbst eine breite Produktpalette im Angebot und kann sich daher leicht von Apple oder Google abheben.

Angeboten wird Samsung Pay bereits in Südkorea, den USA und China. Um den Dienst nutzen zu können, sind dafür ausgelegte Samsung-Geräte erforderlich. Unterstützt wird er von Galaxy S7 und S7 Edge, Galaxy S6, S6 Edge, Galaxy Note 5 und der Smartwatch Gear S2. Eigenen Angaben zufolge kann Samsung bereits auf fünf Millionen registrierte Nutzer für Samsung Pay verweisen. Die sollen mit dem Dienst seit dessen Einführung vor einem Jahr Transaktionen im Gesamtwert von über 500 Millionen Dollar vorgenommen haben.

Samsung Pay (Bild: Cho Mu-hyun/ZDNet.com)
In Südkorea wird Samsung Pay bereist seit längerem angeboten (Bild: Cho Mu-hyun/ZDNet.com).

Für Firmen, die Zahlungen entgegennehmen sollen, ist der Kampf der diversen Anbieter um eine gute Ausgangsposition im Markt für mobile Bezahldienste allerdings mehr als ärgerlich. Die Vielzahl der Dienste macht es für sie schwierig zu entscheiden, welche relevant sind und Kunden angeboten werden sollten. Da der Markt für Mobile Payment und E-Payment allgemein zudem noch in einer frühen Phase ist, besteht die Gefahr, Umsatz einzubüßen, wenn man aufs falsche Pferd setzt. Das Aus für die Dienste Yapital sowie vor kurzem sogar für den von der Telekom unterstütze Angebot von ClickandBuy.

Als Ausweg bieten sich sogenannte Payment Provider an, die eine Vielzahl von Bezahldiensten im Auftrag abwickeln und übernehmen. Dazu gehören etwa Adyen, Global Collect / Inegnico oder Worldpay. Die wickeln nicht nur die Zahlungen ab, sondern bieten auch darüber hinausgehende Dienste wie Betrugsprävention oder Analytics-Services an. Allerdings sollten Firmen bei der Nutzung dieser Dienste darauf achten, dass den Verbrauchern klar ist, wem sie was bezahlen. So ist etwa insbesondere zu Global Collect das Netz voll von Mutmaßungen über betrügerische Abbuchungen, obwohl es sich dabei in der Regel lediglich um wenig transparent gekennzeichnete Abbuchungen von tatsächlich in Anspruch genommenen, legalen und seriösen Diensten handelte.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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