BSI warnt Firmen vor Angriffswelle mittels E-Mails mit korrekter Anrede

AuthentifizierungSicherheit

Die vermeintlichen Rechnungen bringen im Anhang eine malwareverseuchte Word-Datei mit. Hohe Glaubwürdigkeit bei Empfängern erreichen Sie durch die korrekte, persönliche Anrede und die Nennung der Position des Empfängers im Unternehmen. Dem BSI zufolge stammen die verwendeten Daten offenbar von LinkedIn.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat vor einer neuen Welle von Spammails gewarnt, mit denen als Word-Anhang getarnte Trojaner verbreitet werden. Die E-Mails sind laut BSI “mit persönlicher Anrede und Unternehmensrolle des Empfängers” versehen, wodurch sie auf den ersten Blick authentisch aussehen. Die verwendeten Daten stimmen laut CERT-Bundoffenbar mit den kürzlich veröffentlichten Zugangsdaten des Business-Netzwerks LinkedIn überein. Mitte Mai hatten Unbekannte im Dark Web rund 117 Millionen Datensätze mit LinkedIn-Profildaten angeboten. Teilweise wurden diese Daten wahrscheinlich schon 2012 entwendet.

BSI Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (Bild: BSI)

Bei den aktuell kuriserenden Spam-Nachrichten handelt es sich um gefälschte Rechnungen. Der Empfänger wird im Mail-Text aufgefordert, einen angeblich ausstehenden Betrag schnellstmöglich zu bezahlen. Die vermeintliche Rechnung, auf die sich die Forderung bezieht, ist als Word-Dokument angehängt. Beim Öffnen wird der Computer aber per Word-Makro mit Schadsoftware infiziert.

Die aktuell versandten Spammails enthalten die korrekte persönliche Anrede und Unternehmensposition des Empfängers (Bild: CERT-Bund).
Die aktuell versandten Spammails enthalten die korrekte persönliche Anrede und Unternehmensposition des Empfängers. (Bild: CERT-Bund)

Empfänger sollten laut BSI nun – wie aber eigentlich immer – bei E-Mails von unbekannten Absendern besonders misstrauisch sein und im Zweifelsfall Anhänge nicht öffnen. Auch bei einem zunächst plausibel erscheinenden Absender ist Vorsicht gefragt, da der Absender ebenfalls gefälscht sein kann.

Generell empfiehlt das BSI den Einsatz einer aktuellen Antiviren-Software, die schädliche E-Mails oder Anhänge oft schon vorab erkennt. Um das Ausnutzen von Sicherheitslücken zu erschweren sollten auch andere auf dem Computer installierte, gängige Programme wie Browser, Adobe Flash Player oder Java, stets auf dem neuesten Stand gehalten werden. Sie sind aufgrund ihrer großen Verbreitung und der immer wieder gefundenen Sicherheitslücken beliebtes Ziel und oft genutztes Einfallstor für Angreifer.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen