Vorschau von Microsofts neuer Kollaborations-App GigJam allgemein verfügbar

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Die finale Version von GigJam soll noch im Lauf dieses Jahres als Ergänzung zu Office 365 bereitgestellt werden. Die App richtet sich laut Microsoft an Menschen mit einen „Co-Working Mindset“. Es soll ihnen erlauben, andere spontan und vorübergehend in ihre Arbeit einzubeziehen.

Microsoft hat die Vorschauversion seiner im vergangenen Jahr angekündigten Kooperations-App GigJam für jedermann verfügbar gemacht. Bisher war die Nutzung der App auf Anwender beschränkt, die eine Einladung erhalten hatten. GigJam steht zunächst für Windows (mindestens Windows 8), OS X 10.9 oder neuer und iOS 9.3 und neuer zum Download zur Verfügung.

GigJam (Grafik: Microsoft)

GigJam reißt künstliche Grenzen zwischen Geräten, Apps und Menschen ein. Heutzutage wird Arbeit eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der es jeder Person freisteht – auch vorübergehend und von jedem Gerät aus – andere zur Teilnahme aufzufordern, Arbeitsschritte aufzuteilen oder nach eigenem Ermessen weiterzugeben“, erklärt Vijay Mital, General Manager des Ambient Computing Teams bei Microsoft.

Als Beispiele für die “Gigs” genannten, mit GigJam bearbeitbaren Teamaufgaben nennt Mital etwa den Entwurf eines Vertrags mit einem Kunden. Dabei könnten lediglich die zu diskutierenden Absätze übermittelt werden. Oder wenn nicht ganz klar ist, wie bei einem Lieferanten die Bestellung korrekt ausgefüllt werden soll, könne man auf GigJam zurückgreifen, um die offenen Fragen zu klären. Damit sei es möglich, die Bestellvorgang und die dazugehörigen E-Mails herauszusuchen, den Preis zu verbergen und diese Informationen dann dem Gegenüber auf´s Telefon zu schicken. Auch bei einer eilig anberaumten Besprechung sei es mit GigJam etwa möglich, dem Grafikdesigner nur den Entwurf für einen Broschüre zu zeigen, dem Autor des Textes nur den Textentwurf und parallel dazu mit einem Fotografen die Auswahl aus einer Anzahl möglicher Bilder zu treffen.

In Videos bei Youtube zeigt Microsoft schon, wie es sich diese Zusammenarbeit vorstellt. Demnach lassen sich zum Beispiel Textpassagen durch zwei Wischgesten, die ein Kreuz darüber zeichnen, aus einem Text löschen oder Informationen aus anderen Apps kopieren und hinzufügen.



Ein großer Vorteil von GigJam scheint es zu sein, dass sich Personen, die nur Einblick in einen Teilbereich benötigen und andere Informationen vielleicht gar nicht erhalten sollen oder erhalten dürfen, auch nur die relevante Information übermitteln lässt. Andere Kollaborationsangeboten von Microsoft, etwa Sharepoint, ist dies deutlich schwieriger. Auch bei OneDrive gilt es jeweils genau zu überlegen, wem man Zugriff auf welche Dateien und Ordner gewährt. Bei GigJam ist das wesentlich übersichtlicher, spontaner und weniger formell möglich. Außerdem ist die App auf die Mobilnutzung ausgelegt und bietet – etwa durch die Funktion „Textpassage durch gewischtes kreuz löschen“ auf diese Plattform abgestimmte Möglichkeiten.

Für GigJam greift Microsoft im Hintergrund auf neue auf node.js basierende Azure-Services zurück. Die Clients werden in HTML/JavaScript mit einem Cordova-Wrapper erstellt. GigJam kommuniziert über das REST Application Programming Interface mit Applikationen und Dienste, darunter SaaS-Kommunikationsdiensten, Skype, Office 365 und anderen. Die Client-Apps wiederum per HTTP mit den GigJam-Cloud-Diensten. Integrationstechnologie wird laut Microsoft nicht benötigt.

GigJam selbst speichert keine Anmeldedaten, es greift dazu auf Verzeichnisdienste wie Azure Active Directory zurück. Die Autorisierung erfolgt über OAuth 1 und 2. Für den wird ein temporärer Proxy-Server und eine Sandbox genutzt.

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