Mozilla vergibt 385.000 Dollar an acht Open-Source-Projekte

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Die Fördermaßnahme ist Teil des im Dezember angelaufenen Programms Mozilla Open Source Secure Support (MOSS). Dafür steht 2016 ein Budget von rund 1,25 Millionen Dollar zur Verfügung. Zu den Empfängern gehören diesmal das TOR-Netzwerk, das sichere Live-Betriebssystem Tails sowie der HTTP/2 Web-Server Caddy.

Mozilla hat jetzt weitere acht Empfänger für Gelder aus seinem Förderprogramm Mozilla Open Source Secure Support (MOSS) benannt. Für die sogenannten “Mission Partners“-Awards steht alleine 2016 ein Budget von rund 1,25 Millionen Dollar zur Verfügung. Ziel ist es, damit Projekte zu fördern, die dem im Mozilla-Manifest verankerten Gedanken des Internets als „globale und öffentliche Ressource, die offen und zugänglich bleiben muss“ zu unterstützen. Erstmals wurden aus dem Topf im Dezember 2015 Gelder ausgezahlt. Entwickler können sich auch jetzt noch um Unterstützung bewerben.

Mozilla (Bild: Mozilla)

Die acht nun geförderten Projekte erhalten insgesamt 385.000 Dollar. Die größten Beträge gehen an das TOR-Netzwerk (152.000 Dollar), das sichere Live-Betriebssystem Tails (77.000 Dollar) sowie den HTTP/2 Web-Server Caddy (50.000 Dollar). Besonders am Herzen zu liegen scheint Mozilla jedoch das mit 15.000 Dollar geförderte NVDA-Projekt. Dieser Bildschirmleser auf Open-Source-Basis ermöglicht es auch Menschen mit Sehbeeinträchtigungen und Blinden mit Windows-basierten Computern das Web zu nutzen. Er arbeitet laut Mozilla gut mit Firefox zusammen und steht kostenlos zum Download zur Verfügung. Entsprechende kommerzielle Software kostet dagegen rund 1000 Euro.

Beim TOR-Project soll das Geld von Mozilla verwendet werden, um Performance und Stabilität des Netzwerks kontrollieren und verbessern zu können, falls dies erforderlich ist. Bei Tails soll es genutzt werden, um sogenannte Reproducible Builds zu implementieren. Damit können dann Dritte unabhängig sicherstellen, dass eine Tails-ISO-Datei tatsächlich auf Basis des zugehörigen Quellcodes erstellt wurde. Für Caddy sollen eine REST-API, Web-Oberfläche sowie eine neue Softwaredokumentation finanziert werden. Ziel ist es, dass Server, die verschlüsselte Verbindungen unterstützen, sich mit Caddy leichter mit dem Web verbinden lassen.

Die Entwickler vnn PeARS, einer verteilten, nutzerbestimmten Suchmaschine, erhielten von Mozila jetzt 15.000 Dollar Förderung (GrafiK. PeARS).
Die Entwickler vnn PeARS, einer verteilten, nutzerbestimmten Suchmaschine, erhielten von Mozila jetzt 15.000 Dollar Förderung (GrafiK. PeARS).

Zu den ebenfalls mit einem Award bedachten Projekten gehören Mio, eine asynchrone, in Rust geschriebene I/O-Bibliothek, die Bemühungen zur Standardisierung und Implementierung einer neuen TLS-Erweiterung für den Transport eines serialisierten DNSSEC-Datensatzes (DNSSEC/DANE Chain Stapling). Außerdem bekommen die Godot Engine, eine Hochleistungs-Spiele-Engine für mehrere Plattformen, die Entwicklungen auch als HTML5-Webanwendung exportieren kann, sowie PeARS, der Peer-to-Peer-Agent für die sogenannte “Reciprocated Search” 20.000 respektive 15.500 Dollar. PeARS soll eine PeARS Suchmaschine “von allen für alle” werden, ohne Serverfarmen auskommen. Die verwendeten Daten und Algorithmen sollen von den Nutzern erstellt und weitergegeben werden. Das Ziel: Jeder, der im Web surft, trägt potenziell – aber nur dann, wenn er das auch will – etwas dazu bei.

Im Dezember 2015 hatte Mozilla erstmals Geld (533.000 Dollar) aus dem Mozilla Open Source Support verteilt. Damals profitierten davon in erster Linie freie Software-Projekte, deren Arbeit Mozilla in irgendeiner Form selbst nutzt.

Mit 200.000 Dollar bekam der Netzwerkmonitor Bro den Löwenanteil. Bro ist der Kern von Mozillas Intrusion Detection System. Das Geld war für den Aufbau des “Comprehensive Bro Archive Network” gedacht, ein öffentliches Repository für Module und Plug-ins von Bro. 150.000 Dollar bekamen die Entwickler des serverseitigen Webentwickler-Frameworks Django, mit dem viele Mozilla-Webseiten erstellt wurden. Ziel hier war es, Django die Weiterentwicklung zu einer Back-End-Lösung für Webanwendungen zu ermöglichen, die WebSockets nutzen.

Zu den weiteren, für MOSS-Fördergelder ausgewählten Projekten gehörten damals das verteilten Quellcode-Management-System Mercurial die Dokumentations-Website Read The Docs (48.000 Dollar), die Foren-Software Discourse (25.000 Dollar), der JavaScript-Quelltext-Editor CodeMirror (20.000 Dollar) und das Continuous Integration Framework Buildbot (15.000 Dollar).


Das Projekt NVDA (NonVisual Desktop Access) ermöglicht mit seiner kostenlos zum Download erhältlichen Software Sehgeschädigten und Blinden die Webnutzung und wurde dafür jetzt von Mozilla mit einem “Mission Partner”-Award in Höhe von 15.000 Dollar ausgezeichnet.

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