IBM Deutschland will Support-Organisation an Zeitarbeitsfirma verkaufen

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Neben bereits geplanten Entlassungen sollen in diesem Schritt rund 650 Mitarbeiter zu einem neuen Arbeitgeber wechseln. Die Gewerkschaft Verdi spricht von einer neuen Variante des Stellenabbaus.

IBM will Teile des IBM Customer Support Services (CSS) verkaufen. Das Tochterunternehmen liefert Kunden Unterstützung bei Problemen mit Hardware und Software. An den Standorten Erfurt und Leipzig sollen laut Informationen der Gewerkschaft Verdi von dem geplanten Verkauf 640 Mitarbeiter – 500 Leiharbeiter und rund 140 Festangestellte – betroffen sein. Der Personaldienstleister Adecco habe Interesse an CSS.

Bis 2017 sollen in Deutschland von geschätzt 16.500 Stellen bei IBM etwa 3000 gestrichen werden. Diese Zahl sickerte vor gut einem halben Jahr durch. Seit Anfang dieses Jahres wurden bei IBM bereits 1250 Stellen abgebaut, berichtet die Gewerkschaft. Nun habe die deutsche Landesgesellschaft den Verkauf von CSS intern angekündigt, wie die Wirtschaftswoche berichtet.

IBM (Grafik: IBM)

Verdi meldet, dass IBM in diese Woche weitere Schritte für einen massiven Stellenabbau umsetzen will, den die deutsche Landesgesellschaft auf Druck der US-Zentrale in Armonk umsetzt. Der Verkauf der CSS stelle nun “eine neue Variante” des Stellenabbaus dar.

So wurden laut Verdi bereits zahlreiche “IBMerinnen und IBMer direkt angesprochen, den Konzern zu verlassen.” Verdi nennt neben CSS auch die IBM-Töchter IBM Business & Technology Services GmbH, IBM Deutschland Global Business Solutions GmbH und IBM Deutschland Management & Business Support GmbH. “Doch der Stellenabbau kann IBMerinnen und IBMer an allen Lokationen und in allen Gesellschaften betreffen”, warnt die Gewerkschaft.

Die ersten Entlassungswellen in den deutschen Niederlassungen starteten bereits 2015 mit der Schließung der IBM Enterprise Application Solutions GmbH.

Am 17. Mai hatte die Gewerkschaft Mitarbeiter aufgerufen, schwarz gekleidet in die Arbeit zu kommen. Damit wollten die Arbeitnehmervertreter auch die Geschäftsleitung auffordern, auch die Informationspolitik gegenüber Aufsichtsräten und Arbeitnehmervertreter transparenter zu gestalten.

Anfang 2015 gab es Gerüchte, dass IBM rund 25 Prozent der weltweiten Belegschaft entlassen wolle. IBM dementierte schnell den Forbes-Bericht über “Project Chrome”, hat seitdem jedoch den Stellenabbau immer weiter vorangetrieben.

Neben Stellenstreichungen stehen bei IBM offenbar auch Neueinstellungen auf dem Programm. In der neuen Zentrale für das Internet of Things in München, sollen laut IBM in den nächsten Jahren mehr als 1000 neue Arbeitsplätze entstehen.

 

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