SAP will industriellen 3D-Druck fördern

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Eine Kooperation mit APWorks soll den 3D-Druck als feste Größe in der Supply Chain in der Fertigung etablieren und optimieren.

Für das Thema 3D-Druck hat SAP jetzt eine Kooperation mit APWorks bekannt gegeben. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es einerseits, gemeinsam Innovationen zu entwickeln, andererseits aber auch, den 3D-Druck in der Luft- und Raumfahrtindustrie zu etablieren und voranzutreiben. Auch die Standardisierung von Abläufen wolle SAP gemeinsam mit der Tochtergesellschaft der Airbus Defence and Space vorantreiben.

APWorks will mit Hilfe der SAP Services für den 3D-Druck ein Bionics Network betreiben. Auf diesem Netzwerk sollen sich 3D-Druck-Experten und –Endanwender austauschen können. Die Münchner APWorks will dann durch dieses Netzwerk in der Lage sein, 3D-gedruckte Bauelemente wie Armlehnen und Halterungen zu fertigen. Auch weitere Vorteile, wie die Optimierung des Treibstoffverbrauchs oder die Senkung des CO2-Ausstoßes, soll sich durch 3D-Druck-Verfahren erreichen lassen. Zudem plant APWorks, die Bestellung von Ersatzteilen in Echtzeit abwickeln zu können.

“Durch die Möglichkeit, alle möglichen Bauteile eines A350-Flugzeugs mithilfe eines 3D-Druckers herzustellen, könnte das Gewicht um fast eine Tonne verringert werden”, kommentiert Joachim Zettler, CEO von APWorks. Die Kooperation von APWorks und SAP soll darüber hinaus den Genehmigungsprozess für Fertigteile vereinfachen und digitalisieren. Neben einer internen Überprüfung und Validierung von Teilen für den 3D-Druck soll mit diesem System auch eine Gestaltung und Neugestaltung von Teilen oder Systemen zur Optimierung für die On-Demand-Fertigung und den 3D-Druck geben.

APWorks druckt auch Metalle, wie zum Beispiel hier einen integrierten Vorbau für ein Mountainbike. (Bild: APWorks)
APWorks druckt auch Metalle, wie zum Beispiel hier einen integrierten Vorbau für ein Mountainbike. (Bild: APWorks)

Zudem sollen auch 3D-Druck-Dienstleister einbezogen werden. Damit soll die zertifizierte Herstellung von Teilen durch Hersteller beschleunigt und standardisiert werden. Über eine Integration von SAP Lifecycle Costing will APWorks zudem einen Richtpreis für Produktionsbetriebe im Vergleich zur herkömmlichen Fertigung ermitteln. Darüber hinaus ist eine vollständige Abdeckung sämtlicher Schritte von der Herstellung bis hin zum Endkunden geplant.

3D-Druck etabliert sich zunehmend in der Fertigungsindustrie und neben Kunststoffen werden damit inzwischen auch Materialien wie Metall oder Keramik verarbeitet, wie auch bei APWorks der Fall. Für die Lieferkette hat das natürlich ganz erhebliche Folgen.

SAP will die eigenen Lösungen für das Supply Chain Management um einen Cloud-Service auf Basis der HANA Cloud Platform (HCP) erweitern, die auch Collaboration und Zertifizierung von 3D-Druck-Verfahren umfasst. SAP plant darüber hinaus ein Netzwerk für die On-Demand-Fertigung per 3D-Druck.

“Innovationen im On-Demand-3D-Druck revolutionieren bereits die traditionelle Fertigung. In den nächsten Jahren wird der 3D-Druck in sämtlichen Fertigungsbranchen weit verbreitet sein. Der Markt für Luft- und Raumfahrt wird sich dem digitalen Wandel stellen, um im kommerziellen Luftverkehr ungeplante Ausfallzeiten stark zu minimieren und kurze Produktionszeiten zu geringeren Kosten zu unterstützen“, kommentiert Torsten Welte, Global Head of Aerospace and Defense Industry bei SAP. “Was den 3D-Druck in der Luft- und Raumfahrt so attraktiv macht, ist die Möglichkeit, neue Materialien zu verwenden, schneller Prototypen zu erstellen, Werkzeuge auf Abruf herzustellen, Maschinen besser auszulasten und die Lagerkosten zu senken. Nutzer sind in der Lage, Teile ganz nach Bedarf zu drucken – unabhängig von Ort und Zeit.”



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