LastPass: Erneut kritische Sicherheitslücken im Passwortmanager entdeckt

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Laut Tavis Ormandy von Googles Project Zero könnten sie ausgenutzt werden, um alle gespeicherten Passwörter auszulesen. Der Hersteller arbeitet bereits daran, die Schwachstellen zu beheben.Ormandy will demnächst weitere Passwortmanager unter die Lupe nehmen.

Tavis Ormandy von Googles “Project Zero” hat eine nicht genauer spezifizierte Anzahl als kritisch eingestufte Sicherheitslücken im Passwortmanager LastPass entdeckt. Angreifer könnten sie offenbar ausnutzen, um alle gespeicherten Passwörter auszulesen. Der Hersteller arbeitet inzwischen daran, die Schwachstellen zu schließen.

Wie Ormandy erklärte, hat er einen vollständigen Bericht an LastPass geschickt. Mehr ist derzeit nicht bekannt, was für Millionen von Anwendern erhebliche Ungewissheit schafft. Sie wissen zum Beispiel nicht, ob etwa der Zwei-Faktor-Authentifizierung von LastPass oder der Einsatz bestimmter Sicherheitssoftware sie und ihre Daten schützen könnten. Unklar ist auch, ob die Lücken in der Infrastruktur von LassPass, den Apps, der Browser-Erweiterung oder in anderen Produkten stecken.

Log-in Nutzername Passwort (Bild: Shutterstock)

Bereits Anfang des Jahres hatte der Sicherheitsforscher Sean Cassidy bemängelt, dass LastPass eine von ihm zuvor entdeckte Sicherheitslücke nur unzureichend behoben habe. Damals sollen Nutzer betroffen gewesen sein, die ihren Passworttresor auch auf den Servern von LastPass abgelegt haben. In dem Fall habe durch die Lücke die Gefahr bestanden, dass alle Passwörter entwendet werden.

Und vor gut einem Jahr war es Angreifern bereits einmal gelungen, bei LastPass E-Mail-Adressen, Passwort-Erinnerungen und Authentication Hashes zu stehlen. Den Tätern sollen damals aber keine verschlüsselten Tresore mit Nutzer-Passwörtern in die Hände gefallen sein.

Das im Oktober vergangenen Jahres von LogMeIn übernommene LastPass bietet den gleichnamigen Online-Passwortmanager für Privatanwender als kostenlose und als Premium-Variante an. Als Open-Source-Alternative ist KeePass verbreitet.

Google-Forscher Ormandy hatte Anfang dieses Jahres bereits auf eine Lücke in Trend Micros Passwortmanager hingewiesen. Die von Ormandy kritisierte, mangelhafte Ausbesserung wollte der Hersteller nicht auf sich sitzen lassen: Ihm zufolge traf das lediglich für alte, nicht mehr verfügbare Versionen zu, aktuelle seien durch den zwangsweisen Update-Mechanismus aktualisiert worden. Für Anwender in Deutschland war das aber ohnehin nicht relevant, da die Funktion Teil der Consumer-Produkte ist, der Hersteller sich aber schon länger auf den Markt für gewerbliche Anwender konzentriert. Passwortmanager hält Ormandy offenbar aber für besonders prüfungsbedürftig. Er kündigte an, sich mit 1Password demnächst einen weiteren vorzunehmen.

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