Bundeswehr warnt vor Pokémon Go

MobileMobile Apps

Pokémon-Spione, verirrte Spieler oder Soldaten, die man über dieses Spiel lokalisieren könnte: Gleich drei Gefahrenpotenziale gehen nach Ansicht der Landesverteidiger von dem neuen mobilen Spiel-Hype aus.

Die Bundeswehr warnt offiziell vor dem Spiel Pokémon Go. Offenbar kam es bereits mehrmals vor, dass sich Jäger von Pokémon Go auf militärisches Sperrgebiet verirrten und sich und andere damit gefährdeten.

So ist es offenbar schon vorgekommen, dass die Spieler – das Gesicht auf das Display geheftet – sich in militärisches Gebiet verirrten. In deutschen Kasernen auf den Schießanlagen wird scharf geschossen. Wenn ein Pokémon-Go-Spieler dann durch so eine Anlage die bunten Tierchen jagt, könnte das gefährlich werden.

pokemon-go-aufmacher

In einer Pressekonferenz kommentiert Oberst Boris Nannt die offizielle interne Warnung vor dem Spiel und erklärt, dass zwei Fälle aus Münster bekannt sind, in denen Spieler tatsächlich plötzlich in der Schießanlage standen, auch wenn bei solchen Übungen besondere Sicherheitsvorkehrungen herrschen. Den Personen ist nichts zugestoßen, dennoch werden sie mit einer Anzeige wegen des Betretens einer militärischen Anlage ohne Befugnis rechnen müssen.

Daneben drohen weitere Gefahren: Spione oder Terroristen könnten, getarnt als ahnungslose Spieler, militärische Einrichtungen auskundschaften und dieses Wissen dann für Anschläge nutzen. Praktisch, dass man dieses Spiel mit dem Smartphone spielt, denn so könnten Terroristen gleich auch noch die Einrichtungen filmen.

screenshot_07-1078x800

In dem internen Papier der Bundeswehr wird zudem davor gewarnt, dass Soldaten das Spiel im Dienst spielen. Denn darüber sind sie theoretisch für Dritte zu orten und könnten damit ebenfalls Opfer von Anschlägen werden. Natürlich lenkt das Spiel auch ab.

Die Frage, ab bereits Fälle bekannt sein, bei denen Soldaten durch das Spiel abgelenkt wurden und so ihren Dienst vernachlässigt hätten, erklärt der Bundeswehrsprecher Nannt, dass auf Ebene des Ministeriums “keine Erkenntnisse” vorliegen.

Gleichzeitig bestätigte der Sprecher, dass die Bundeswehrverwaltung bereits mit dem Spielanbieter in Gespräch ist, dass militärisches Sperrgebiet sowie “Liegenschaften” der Bundeswehr Pokéstop-frei werden. Dann doch lieber den Reiseführer Bayern für Pokémon-Go-Fans konsultieren.

Tipp:  Was Pokémons mit Tierschutz zu tun haben erfahren sie hier.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen