Beschäftigungsboom in der IT

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Mindestens 20.000 neue Arbeitsplätze in der IT-Branche erwartet der Hightechverband Bitkom aktuell, der damit die eigenen, früheren Erwartungen noch einmal nach oben korrigiert.

Insgesamt 1,03 Millionen Menschen sind in Deutschland in der ITK-Branche tätig. Im Verlauf des Jahres werden zudem rund 20.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Das geht aus einer aktuellen Konjunkturprognose des Bitkom für das Jahr 2016 hervor.  Damit wird die Prognose des Bitkom aus dem Frühjahr um rund 8000 Stellen übertroffen.

2015 zählte der Verband etwa 1.010.000 Mitarbeiter in der Branche. Auch dieser Wert übertraf die Erwartungen des Verband um etwa 7000 Stellen. Die Stimmung in der Branche scheint also gut zu sein. Auch wenn der Mittelstandsindex von Techconsult stabile Investitionsbereitschaft im Mittelstand ermittelt. Doch auch Techconsult geht davon aus, dass die Ausgaben in die IT in den nächsten Monaten wieder anziehen werden.

Auch durch Industrie 4.0 können neue Arbeitsplätze enstehen, davon gehen. Davon sind 81 Prozent der Befragten Unternehmen aus. (Grafik: Bitkom)
Auch durch Industrie 4.0 können neue Arbeitsplätze enstehen, davon gehen. Davon sind 81 Prozent der Befragten Unternehmen aus. (Grafik: Bitkom)

“In den vergangenen fünf Jahren haben die deutschen ITK-Unternehmen jedes Jahr mindestens 20.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit beschäftigt unsere Branche hierzulande deutlich mehr Menschen als etwa die Automobil- oder die Chemieindustrie”, kommentiert Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Das Wachstum der Digitalbranche lasse sich damit in neuen Jobs und zusätzlichen Stellen übersetzen. Rohleder erklärt, dass vor allem qualifizierte IT-Spezialisten in Deutschland sehr gute Berufschancen hätten.

Im Februar war der Bitkom noch von weniger neuen Stellen im Jahr 2016 ausgegangen. Nun korrigiert der Verband die Prognose aufgrund guter Aussichten nach oben.
Im Februar war der Bitkom noch von weniger neuen Stellen im Jahr 2016 ausgegangen. Nun korrigiert der Verband die Prognose aufgrund guter Aussichten nach oben. (Grafik: Bitkom) 

Die neuen Arbeitsplätze entstünden laut Bitkom aber ausschließlich bei Softwarehäusern und Anbietern von IT-Dienstleistungen. So erwartet die Experten, dass die Zahl der Beschäftigten in der Informationstechnologie 2016 um rund 25.000 Arbeitsplätzen auf 825.500 ansteigen wird.

In den nächsten fünf Jahren erwartet den die Arbeitsmarktexperten des Bitkom ein Beschäftigungsplus in der Informationstechnologie von rund 166.000 Stellen. “Softwarehäuser und IT-Dienstleister unterstützen die digitale Transformation unserer Wirtschaft. Sie verzeichnen deutlich steigende Umsätze und stellen in der Folge neue Mitarbeiter ein”, berichtet Rohleder.

Telekommunikationssektor bleibt Sorgenkind

Anders sieht es dagegen im Telekommunikationssektor aus. Hier sei weiter eine Konsolidierung zu beobachten. In diesem Bereich werde die Beschäftigtenzahl um etwa 4.000 auf 195.000 zurückgehen. In der Unterhaltungselektronik sind in Deutschland derzeit rund 9.500 Mitarbeiter angestellt. Hier sei ein leichter Rückgang zu sehen, heißt es vom Bitkom.

Auch andere Studien stützen die Zahlen des Bitkom. So steigt beispielsweise die Nachfrage bei Organisationen nach qualifizierten SAP-Beratern und SAP-Anwendungsspezialisten im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 Prozent, wie ein Report des Weiterbildungsanbieters WBS Training ergibt. So wurden beispielsweise im Januar 15.600 SAP-Experten gesucht.

IT-Berufe haben unter den zehn Berufsbildern mit den meisten Stellenausschreibungen ihre Position 2016 noch einmal verbessert. (Grafik: DEKRA)
IT-Berufe haben unter den zehn Berufsbildern mit den meisten Stellenausschreibungen ihre Position 2016 noch einmal verbessert. (Grafik: DEKRA)

Die Zahlen des Bitkom beruhen auf aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit und der Bundesnetzagentur sowie Berechnungen von Bitkom Research. In den gelisteten Zahlen sind auch Selbständige enthalten. Den wachsenden Bedarf an qualifizierten Kräften könnten Deutsche Unternehmen aber womöglich durch IT-Experten aus Großbritannien decken, denn viele Branchenbeobachter erwarten eine Abwanderung von Fachkräften aufgrund des drohenden Austritts Großbritanniens aus der EU.

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