Opera VPN nun auch als App für Android erhältlich

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Die Funktion wurde bereits in Operas Desktop-Browser integriert und als iOS-App bereitgestellt. Sie ist werbefinanziert und basiert auf der Technik des von Opera übernommenen VPN-Spezialisten SurfEasy. Die Anwendung verschlüsselt die Verbindung und prüft außerdem die WLAN-Sicherheit.

Opera hat sein Angebot Opera VPN nach der Einführung für iOS im April nun auch als App für Android zum Download bereitgestellt. Das kostenlose Angebot steht zudem bereits als Teil des Desktop-Browsers von Opera zur Verfügung. Alle drei Angebote basieren auf Technik, die Opera im März vergangenen Jahres zusammen mit dem kanadischen Unternehmen SurfEasy übernommen hat.

Tablet Business (Bild: Shutterstock)

SurfEasy bietet seinen Service nach wie vor im Abonnement zu Preisen ab 6,49 Dollar pro Monat an. Opera bietet Opera VPN kostenlos an, blendet aber zur Finanzierung Werbung ein. Die Anwendung erlaubt es auch, das Sicherheitsniveau eines gerade verwendeten WLAN zu bestimmen. Sie vergibt dafür Noten von A bis F, wobei A für ein sicheres Netzwerk steht. Stellt es Sicherheitsmängel fest, empfiehlt es, das VPN zu aktivieren.

Das Tool prüft auch, ob es sich um ein öffentliches oder privates WLAN handelt, ob das Drahtlosnetzwerk verschlüsselt ist und mit wie vielen anderen Geräten der Nutzer sich die Verbindung teilen muss. Auch darüber, ob IP-Adresse und Standort preisgegeben werden und Dritte möglicherweise mehr Informationen als erforderlich über das eigene Gerät erhalten, informiert es.

Opera verspricht “einen der schnellsten und zuverlässigsten VPN-Dienste”, dass Ad-Tracker blockiert und Werbetreibende daran gehindert werden, das Surfverhalten der Nutzer zu protokollieren und stellt weitere virtuelle Standorte in Aussicht. Derzeit lassen sich die USA, Kanada, Deutschland, Singapur und die Niederlande auswählen. Die aufgerufene Website glaubt dann, dass sich der Nutzer in dem ausgewählten Land befindet und zeigt ihm die dafür bestimmten Inhalte problemlos an.

Vergleichbare Produkte von Avira, Avast, G Data und F-Secure

Avira Phantom VPN basiert auf OpenVPN und steht für Windows-, Android- und seit Juni auch für Apple-Geräte zur Verfügung. Erst diese Woche hat der Anbieter sein Abo-Modell geändert. Werden ausschließlich Android- oder iOS-Geräte genutzt, kostet die Phantom-VPN-Pro-App dafür nun 4,99 Euro pro Monat, für alle unterstützten Plattformen werden 7,95 Euro monatlich verlangt. Bei der ebenfalls verfügbaren, kostenlosen Basisversion ist die monatliche Datenübertragung auf 500 MByte begrenzt, wer sich registriert, bekommt das doppelte Datenvolumen. Bei den Bezahloptionen ist der Datenverkehr nicht begrenzt.

G Data bietet sein im Februar auf dem Mobile World Congress präsentiertes VPN-Modul als Bestandteil der Software “G Data Mobile Internet Security Plus” und für die Android-App “G Data Mobile Internet Security” als kostenpflichtige Zusatzoption an (2,99 Euro pro Monat oder 29,99 Euro im Jahr). Bei Avast kostet eine Einjahreslizenz des SecureLine genannten Pendants aktuell 59,99 Euro. Außerdem ist für PC, Mac, Android und iOS eine kostenlose 7-Tage-Testversion erhältlich.

Bei F-Secure ist die in ihren Funktionen ähnliche, schon seit längerem erhältliche Software “Freedome” als zwei Monate kostenlose Testversion und dann in Jahresabonnements für ein, drei respektive fünf Geräte für 39,90, 44,90 beziehungsweise 59,90 Euro erhältlich. Die Mehrgerätelizenzen lassen sich auch plattformübergreifend für OS X, Windows, Android, iOS und Amazon Fire OS nutzen. Seit 2015 gibt es zudem von Freedome auch eine für Unternehmen gedachte Version.

Warum Opera VPN eigentlich Opera Proxy heißen müsste

In seiner ersten Ankündigung hat Opera auch recht offensiv darauf hingewiesen, dass sich mit Opera VPN diverse Restriktionen umgehen lassen: Viele Schulen und Arbeitgeber blockieren Video-Streaming-Sites, Soziale Netzwerke und andere Dienste. Durch Verwendung eines VPN können Sie die von Ihnen bevorzugten Inhalte überall dort aufrufen, wo wie gerade sind.”

Das sollte Nutzer jedoch nicht dazu verführen, die Regeln des gerade genutzten Netzwerks bedenkenlos zu ignorieren. Das gebietet erstens die Fairness: Manche WLAN-Betreiber sperren bandbreitenhungrige Dienste wie Streaming-Sites auch deshalb aus, damit alle Nutzer ihr Angebot angemessen nutzen können. Auch in Firmen sollte man nicht vergessen, dass der Administrator vielleicht nicht sehen kann, was übertragen wird, aber sehr wohl feststellen kann, wer den ganzen Tag über mit seinem Mobilgerät Daten über das WLAN in der Kantine hin- und herschaufelt. Nicht zuletzt ist es in einigen Ländern schlichtweg verboten, Inhaltsblocken zu umgehen. Wer erwischt wird kann – ob er das nun gut und angemessen findet oder nicht – ernsthafte Schwierigkeiten bekommen.

Schließlich bliebt anzumerken, dass Opera VPN eigentlich gar kein VPN ist, sondern eher als Proxy bezeichnet werden müsste, wie der tschechische entwickler Michal Špaček dargelegt hat: “Das Opera ‘VPN’ ist lediglich ein vorkonfigurierter HTTP/S-Proxy, der nur den Traffic zwischen Opera und dem Proxy schützt, nichts anders. Es ist kein VPN.”

Das bedeutet in der Praxis, dass lediglich der Browser-Traffic getunnelt wird, nicht aber wie bei einem “klassischen VPN” der Datenverkehr aller Dienste auf dem Geräte, die sich mit einem Remote Host verbinden. Das von Operas kostenlosem Angebot geschaffene Sicherheitsniveau erreicht nach Ansicht von Sicherheitsexperten daher nicht einmal annähernd das einer klassischen, “echten” VPN-Software. Wer sich der Einschränkungen bewusst ist und das Tool demgemäß benutzt, erhält aber einen kostenlosen, praktischen Dienst für das Surfen im Web, der ohne Registrierung funktioniert.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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