Neue NSA-Schwachstelle bei Cisco-Geräten

Cisco (Grafik: Cisco)

Die Analyse des NSA-Hacker-Tools hat ein weiteres Leck zu Tage gefördert, von dem bis zu 850.000 Cisco-Geräte betroffen sein sollen.

Router und Firewall-Proudkte von Cisco, die auf dem Betriebssystem IOS basieren, sollen ein weiteres Sicherheitsleck aufweisen. Wie der Hersteller mitteilt soll die Unsicherheit bei der Analyse der NSA-Hackertools, die die Hackergruppe Shadow Brokers im August veröffentlicht hatte, gefunden worden sein, wie der Branchendienst Security Week berichtet.

Laut einem Scan der Shadowserver Foundation sollen annähernd weltweit 850.000 Cisco-Geräte betroffen sein.

Cisco selbst stuft das von der Schwachstelle ausgehende Risiko als hoch ein. Die Anfälligkeit steckt im Protokoll Internet Key Exchange Version 1 (IKEv1) unter Cisco IOS, Cisco IOS XE und Cisco IOS XR. Ein Angreifer kann demnach auch ohne Eingabe von gültigen Anmeldedaten Speicherinhalte auslesen und an vertrauliche Informationen gelangen.

Vor allem in Mitteleuropa und Nordamerika stehen die von dem Leck betroffenen Cisco-Geräte. Insgesamt sollen  850.000 Router und Firewall-Lösungen anfällig sein. (Bild: Shadowserver Foundation)
Vor allem in Mitteleuropa und Nordamerika stehen die von dem Leck betroffenen Cisco-Geräte. Insgesamt sollen 850.000 Router und Firewall-Lösungen anfällig sein. (Bild: Shadowserver Foundation)

Der Fehler lässt sich über spezielle IKEv1-Pakte ausnutzen, die an ein anfälliges Gerät geschickt werden. Damit das Leck ausgenutzt werden kann, muss das Gerät IKEv1-Sicherheitsanfragen akzeptieren. Cisco weist darauf hin, dass unter IOS und IOS XE IKEv1 auch dann automatisch aktiviert wird, wenn IKEv2 konfiguriert wurde.

Dem Scan zufolge befinden sich die meisten anfälligen Cisco-Router in den USA. Dort lokalisierte die Shadowserver Foundation 256.600 eindeutige IP-Adressen von Cisco-Geräten. In Russland sind fast 44.000 Geräte betroffen, in Großbritannien weitere 42.447 und in Kanada rund 41.500. Deutschland liegt mit rund 35.500 unsicheren Cisco-Geräten auf dem fünften Platz.

Da die Scans regelmäßig neu gestartet werden können sich diese Zahlen in den kommenden Tagen allerdings noch verändern. Zwischen dem 20. und 23. September kamen rund 10.000 neue Geräte hinzu.

“Das Problem scheint derzeit auf Cisco beschränkt zu sein”, schreibt die Shadowserver Foundation in einem Blogeintrag. “In den Scan-Ergebnissen haben wir keinen anderen Hersteller gesehen, es ist aber auch kein endgültiger Test.” Für weitere Details verweist die Shadowserver Foundation auf Ciscos Sicherheitswarnung.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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