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Deutsche Leitkultur für 5G

[caption id="attachment_41622160" align="alignleft" width="312"]Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will aus Deutschland einen Treiber für 5G-Technologien machen. (Bild: Bundesregierung/Kugler) [1] Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will aus Deutschland einen Treiber für 5G-Technologien machen. (Bild: Bundesregierung/Kugler)[/caption]

Der Bundesverkehrsminister, der auch für die digitale Infrastruktur zuständig ist, will Deutschland zu einem internationalen Vorreiter “einer 5G-orientierten Frequenzpolitik” machen. Als erstes Land der Welt will Alexander Dobrindt, flächendeckend ein 5G-Netz bereitstellen.

Dafür hat der CSU-Minister am Dienstag in Berlin das Strategiepapier “5 Schritte zu 5G [2]” vorgestellt. Dobrindt will aber nicht nur die Infrastruktur bereitstellen, sondern auch Anwendungsbeispiele entwerfen. Darüber hinaus will er Frequenzen bereitstellen und Forschungsprojekte fördern.

Dobrindt formuliert ehrgeizige Ziele: “Bis spätestens 2025 sollen alle Hauptverkehrswege und mindestens die 20 größten Städte in Deutschland mit 5G ausgestattet sein.” Damit sollen Anwendungen wie das vernetzte Fahren oder E-Health ermöglicht werden, die für ein erhebliches Datenwachstum sorgen werden. Dobrindt zitiert aus Studien, die ein Wachstum von Mobilen Daten bis 2020 um den Faktor 1000 vorhersagen. Eine digitale Wirtschaft könne es aber nur da geben, wo dieses Wachstum auch abgerufen werden kann.

[caption id="attachment_41634541" align="aligncenter" width="500"](Bild: EU) [3] (Bild: EU)[/caption]

Der Nachfolger von 3G und 4G könne diese Datenvolumen zuverlässig und schnell übertragen, “mit 20 Gigabit pro Sekunde und Latenzen von unter einer Millisekunde, wie Dobrindt betont. Mit dieser Strategie will der Verkehrsminister Deutschland zum “Leitmarkt für 5G” machen.

Der 5-Punkte-Plan sieht folgendermaßen aus:

Dennoch wird Deutschland den Vorsprung von Südkorea nicht mehr aufholen können. Davon ist der EU-Kommissar für Digitales, Günther Oettinger, überzeugt. Nun wolle Oettinger zusammen mit den USA weltweit den zweiten Platz erreichen.

Oettinger erklärte am Montag in Berlin auch, dass die Frequenzvergabe europaweit koordiniert werden müsse. Denn Funklöcher in den Grenzregionen würden Anwendungen wie vernetztes Fahren stören. Oettinger erklärte auch, dass der Ausbau der Infrastrukturen für Anwendungen wie autonomes Fahren oder Telemedizin durchaus nötig sei.

Der EU-Kommissar schätzt die benötigen Investitionssumme auf 500 Milliarden Euro. Davon müssten 80 bis 90 Prozent von Unternehmen finanziert werden. Vor allem für den ländlichen Raum stellte er jedoch staatliche Finanzierungshilfen in Aussicht.

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