SAP: 2 Milliarden Euro für neue IoT-Strategie

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Unter anderem sollen damit sogennante SAP IoT Labs aufgebaut werden. Sie sollen – wie vergleichbare Einrichtungen von IBM oder Cisco – dazu dienen, sich gemeinsam mit Partnern und Kunden mit Problemen rund um das Internet der Dinge auseinanderzusetzen. Zusätzlich übernimmt SAP zwei im IoT-Bereich tätige Start-ups.

SAP hat für seine IoT-Strategie für die kommenden fünf Jahre ein Budget von zwei Milliarden Euro eingeplant. Der Betrag soll zum Teil dafür verwendet werden, Berlin, Johannesburg, München, Palo Alto, São Leopoldo in der Nähe von Porto Alegre in Brasilien sowie in Shanghai jeweils ein “SAP IoT Lab” einzurichten. In ihnen soll dann nach dem Vorbild von Cisco oder dem Muster von IBM gemeinsam mit Kunden und Partnern an der Weiterentwicklung und Anpassung von SAP-Lösungen für den Bereich Internet der Dinge gearbeitet werden.

Und ebenso wie die beiden anderen Branchenschwergewichte – und einige weitere große Firmen – will SAP mit dem zur Verfügung gestellten Budget auch die Kooperation mit Start-ups ausbauen oder in vielversprechende Jungunternehmen investieren. In diesem Zusammenhang gab das Unternehmen jetzt auch die Übernahme der italienischen IoT-Plattform Plat.One sowie des norwegischen Analytics-Anbieters Fedem Technology bekannt.

(Bild: Shutterstock/Deliverance)

Plat.One ist laut SAP Anbieter einer IoT-Anwendungsplattform für eine “einfachere Entwicklung, Implementierung und Verwaltung komplexer IoT-Lösungen”. Die Technologien des Unternehmens sollen helfen, IoT-Funktionen der SAP HANA Cloud Platform schneller verfügbar zu machen. Mit Fedem Technology kauft SAP Software für die “dynamische Mehrkörpersimulation und die Berechnung der Lebensdauer von Strukturen und mechanischen Systemen unter komplexen Lasten”. SAP will auf dieser Grundlage einen digitalen Avatar schaffen, der Betriebsanlagen mithilfe von Sensoren überwacht und physische Inspektionen durch “digitale Inspektionen” ersetzt.

Als Teil der Bemühungen kündigte SAP zudem drei neue Lösungspakete für den Bereich Industrie 4.0 an. Sie werden als Jumpstart Package, Accelerator Package und Advanced Package vermarktet. Ersteres soll durch stärkere Vernetzung mit Unternehmenssystemen die Effizienz von Fertigungsanlangen und –abläufen erhöhen. Das Accelerator Package beschreibt SAP als papierlose Umgebung, die die Planung von Produktionsabläufen vereinfachen soll. Das Advanced Package schließlich erleichtert es laut SAP Einblicke in Fertigungsprozesse zu gewinnen und bietet für die Qualitätssicherung Funktionen auf Basis von maschinellem Lernen.

SAPs IoT-Plattform (Grafik: SAP)
SAPs IoT-Plattform ist in andere Produkte rund um die Datenanalyse eingebettet. Hier wird sie schon mit dem neuen Protokollstapel VORA dargestellt, der demnächst auf den Markt kommt und den bisherigen, auf Open Source basierenden Stapel ersetzt (Bild: SAP)

Anfang der Woche hatte SAP bereits die Übernahme von Altiscale offiziell bestätigt. Das auf Big-Data-as-a-Service spezialisierte Unternehmen soll nicht nur SAPs unter dem Namen “HANA Vora” laufende Bemühungen in Bezug auf cloudbasierende Hadoop- und Spark-Services unterstützen, sondern auch Auswertungsmöglichkeiten für andere Bereich, ausdrücklich auch IoT-Anwendungen, bereitstellen.

Erst vergangene Woche hatte SAP zudem eine Kooperation mit Bosch im Bereich IoT angekündigt. Dabei soll Boschs IoT-PaaS-Plattform mit der In-Memory-Technologie von SAP zusammengeführt werden. Gemeinsam wollen die beiden deutschen Unternehmen auch die Standardisierung im Internet der Dinge und bei Industrie 4.0 vorantreiben.

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Die IoT-Strategie von SAP

SAP sieht die Zukunft ganz im Zeichen der HANA Cloud Platform – auch bei IoT. Im Mittelpunkt steht der Gedanke, Sensordaten und Daten aus IT-Anwendungen sinnvoll zusammenzubringen und zu einem Service zu verschmelzen, auf den spezifische Applikationen aufsetzen. silicon.de gibt einen Überblick über SAPs IoT-Strategie.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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