Nutanix-Börsengang soll 2,2 Milliarden Dollar einsammeln

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Der Spezialist für hyperconvergente Systeme Nutanix entscheidet sich für einen deutlich höheren Ausgabepreis. Die IPO ist auch ein Test dafür, ob der Markt dem Konzept der hyperkonvergenten Systeme Vertrauen schenkt.

Nutanix wird ab Freitag an der Nasdaq gehandelt. Ursprünglich sollte der Nutanix-Anteil zwischen 11 und 13 Dollar kosten. Nun entscheidet sich das Unternehmen für einen Ausgabepreis von 16 Dollar. Nutanix umgeht damit das Problem, dass der Börsengang weniger Geld in die Kassen spült als die aktuellste Finanzierungsrunde.

Nutanix Serie NX-3000. Die strategische Partnerschaft mit Lenovo soll nun eigene Produkte hervorbringen. (Bild: Nutanix)
Nutanix Serie NX-3000. Die eigene Software in Appliances ist derzeit der größte Umsatzbringer für den hyperconverged-Pionier. (Bild: Nutanix)

Mit dem aktuellen Ausgabepreis wäre Nutanix 2,23 Milliarden Dollar wert. Das ist rund 200 Millionen Dollar mehr als die 2 Milliarden Dollar, die bei der letzten privaten Finanzierungsrunde 2014 eingesammelt wurden. In der jüngsten Vergangenheit ist es zwar relativ üblich gewesen, dass vor allem Unternehmen, die mit über einer Milliarde Dollar bewertet sind, unter den Werten der Finanzierungen bleiben, doch geht damit auch das Risiko einher, dass die Aktie wenig Dynamik entwickelt. Mehr als die Hälfte dieser Unternehmen hat heute einen Kurs, der unter dem Ausgabewert liegt.

Bislang kann aber Nutanix noch keine schwarzen Zahlen vorweisen. Doch das Unternehmen, das künftig unter dem Symbol NTNX an der Börse vertreten sein wird, wartet mit einer vielversprechenden Technologie auf.

2009 startet das Unternehmen mit der Idee, Storage, Netzwerk und Server in einem System zusammenzufassen. Das soll es vor allem kleineren Unternehmen erlauben, schnell lokal Rechenressourcen bereit zu stellen. Ein Großteil des Umsatzes macht das Unternehmen mit der Software-Lösung, die es auf eigener Hardware vertreibt.

Daneben vertreiben auch namhafte Hersteller wie Cisco, Dell oder Lenovo ihre eigenen Server zusammen mit der Software-Lösung von Nutanix. Durch diese Kombination können Anwender einfach und schnell neue Kapazitäten hinzukaufen und müssen keine zusätzlichen Spezialisten für Storage- oder Server-Administration einstellen.

Offenbar entdecken aber auch größere Unternehmen die Vorteile dieser schnell einsatzbereiten Systeme, um damit auf neuen Anforderungen aus dem Markt reagieren zu können. Und der Umsatz von Nutanix ist in dem Geschäftsjahr, das im Juli zu Ende gegangen ist, um 84 Prozent auf knapp 450 Millionen Dollar angewachsen.

Mit den Übernahmen von PernixData und Calm.io verfolgt Nutanix-CEO Dheeraj Pandey seine Strategie weiter, eine Plattform für die Entrprise-Cloud anzubieten. (Grafik: Nutanix)
Mit den Übernahmen von PernixData und Calm.io verfolgt Nutanix-CEO Dheeraj Pandey seine Strategie weiter, eine Plattform für die Entrprise-Cloud anzubieten. (Grafik: Nutanix)

Trotz der 3700 Kunden, die Nutanix laut eigenen Angaben hat, musste das Unternehmen rund 169 Millionen Dollar Verlust melden. Neben der weiteren Entwicklung der Lösungen hatte Nutanix auch kräftig in Sales, Marketing und auch in Zukäufe investiert.

Ein Problem für Nutanix könnte die Tatsache werden, dass Dell den Storage-Giganten EMC übernommen hat. Zwar kündigt Dell an, auch künftig die Partnerschaft mit Nutanix fortzuführen. Doch könnte auch Dell selbst ein entsprechendes Angebot auf den Markt bringen. Zudem ist Nutanix nicht alleine auf dem Markt. Unternehmen wie VCE oder Simplivity, Cohesity, Nimboxx, PureStorage oder HPE bieten vergleichbare Technologien. Daneben bieten auch Unternehmen wie VMware (EVO Rail), Maxta oder Yottabyte softwarebasierte Referenzarchitekturen.

Tipp: Lesen sie dazu auch unsere große Marktübersicht über hyperkonvergente Systeme!

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