Neue Services sorgen für erfolgreiche IoT-Strategien

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Neue Geschäftsmodelle und Ökosysteme entstehen durch die technischen Möglichkeiten von IoT. Allerdings sollten diese mehr bewirken, als die Optimierung von Prozessen, wie der Verband der deutschen Internetwirtschaft anlässlich einer aktuellen Studie fordert.

Das Internet der Dinge wird den Markt maßgeblich verändern. Davon geht auch eco, der Verband der Internetwirtschaft e. V. aus. Die Vereinigung belegt diese Aussage auch mit Zahlen auf eine Umfrage unter 30 mittelständischen Unternehmen.

Demnach sind 55 Prozent der Unternehmen davon überzeugt, dass es vor allem darum geht neue Modelle schnell einzuführen, der Geschwindigkeitsfaktor werde im Geschäftsleben mehr Gewicht bekommen.

“Nicht die Besten, sondern die Schnellsten werden sich am Markt durchsetzen”, erklärt Dr. Bettina Horster, Vorstand VIVAI AG und Direktorin Mobile im eco Verband. “Nur durch neue, disruptive Geschäftsmodelle kann man nennenswerte Umsätze generieren. Amerikanische Firmen sind in der Regel überhaupt nicht an Effizienzverbesserung interessiert, sondern sie setzen gleich auf neue Geschäftsmodelle, wie AirBnB und Uber eindrucksvoll zeigen.”

´IoT Solutions World Congress (Bild: IoT Solutions World Congress)

Aber in den meisten Fällen beschränken sich vor allem deutsche Unternehmen auf Effizienzverbesserungen mit IoT. Das bestätigt auch Alexander Schlager, Leiter Enterprise-Business bei Verizon Deutschland, im Gespräch mit silicon.de: “Was wir heute sehen, sind vor allem Projekte, die auf die Prozessoptimierung abzielen.” Dass durch die Digitalisierung hierzulande neue Geschäftsmodelle entstehen, sei wohl eher die Ausnahme. Viele Unternehmen seien aber aktuell auf der Suche nach solchen Geschäftsmodellen.

Laut der eco-Umfrage sind derzeit 74 Prozent der Befragten der festen Überzeugung, dass bei IoT die branchen- und herstellerübergreifende Zusammenarbeit und damit die Bildung von Ökosystemen im Mittelpunkt stehen. 85 Prozent sehen einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Marktführerschaft einer Firma und dem Aufbau eines umfassenden Ökosystems mit anderen Unternehmen.

“Das Internet of Things bringt eine neue Dimension in das Thema Vernetzung, die über Technologie weit hinausgeht: Collaboration is King!”, so Horster weiter. Dafür müssten die Firmen aufgrund der Themenvielfalt, die von Hardware-Gateways über Datenübertragung bis hin zu Apps auf Marktplätzen reicht, auf Partner setzen und sich ein Ökosystem aufbauen.

Dadurch entstehen neue Wettbewerbsbedingungen und es sei nötig, sich frühzeitig und umfassend mit dem Thema IoT zu befassen.
Denn der junge Markt hat durchaus seine Tücken. So beklagen zwei Drittel der befragten Unternehmen eine fehlende Standardisierung im Internet of Things. Ein Drittel sieht sich dadurch unmittelbar daran gehindert, Produkte zu vernetzen. Für zwei Drittel sei diese mangelnde Standardisierung auch ein wichtiger Hinterungsgrund bei der Vernetzung von Produkten.

Auch sei die Auswahl der optimalen IoT-Standardplattform derzeit “zu schwierig”, so das Urteil von knapp 60 Prozent der Befragten. 82 Prozent und damit die überwiegende Mehrheit der Anwender sieht zudem einen “Mangel an leicht adaptierbaren Lösungen.

Vielleicht auch wegen dieser mangelnden Standardisierung stehen 63 Prozent der Befragten einem Zusammenschluss der deutschen “Plattform Industrie 4.0” mit dem US-amerikanischen “Industrial Internet Consortium” positiv gegenüber. Zumal es bereits vor dem Zusammenschluss auch schon Überlappungen etwa bei den Mitgliedsunternehmen gibt. Dieser Zusammenschluss aber sei dennoch wichtig für den Durchbruch von IoT.

Gewohnt skeptisch sind die Deutschen Unternehmen dennoch: 82 Prozent der Firmen hätten ein “gewisses Unwohlsein”, weil sie fürchten, dass es durch das Internet of Things nicht zu einem Abfluss an Know-how an Wettbewerber kommen könnte. 40 Prozent stufen diesen Aspekt als möglichen “Show-Stopper” für IoT ein.

In der Umfrage wird aber auch deutlich, dass die Cloud beim Internet of Things in der deutschen Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen wird. Mehr als drei Viertel der Firmen (77 Prozent) seien hybriden Lösungen zugeneigt, bei denen die Daten teilweise im eigenen Betrieb und teilweise in der Cloud gehalten werden. Ein Drittel der Unternehmen halten dies für den einzig gangbaren Weg zur “Absicherung besonders wichtiger Firmengeheimnisse”.

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