Dreamforce: Salesforce.com aktualisiert CRM-Plattformen

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Salesforce präsentiert mit einer neuen Generation der Customer Success Plattform neue Module für Unternehmensbereiche wie Vertrieb, Marketing oder Datenanalyse.

Salesforce stellt auf der Kundenkonferenz Dreamforce 2016 eine neue Version der Customer Success Platform vor. Neu ist unter anderem das Feature Quip, das die Produktivität im Kundenkontakt steigern soll. Auch die KI-Lösung Einstein werde künftig in verschiedenen Funktionen die Kundeninteraktion optimieren. Darüber hinaus stellt der Cloud-Anbieter auch neue Entwicklungen rund um die mobile App aus Salesforce1 und der IoT-Cloud vor.

Lebendige Dokumente mit Quip

Salesforce hatte Quip Anfang August übernommen und jetzt die Technologie in die eigenen Produkte integriert. Damit liefert der CRM-Spezialist eine Produktivitätslösung, die das Zusammenarbeiten in Teams und Projekten ohne Mail optimieren soll.

Anwender können damit über ihren Salesforce.com-Zugang Dokumente, Tabellen, Aufgabenlisten und Chatfunktionen zu einem so genannten “Living Document” zusammenfassen. Die Schnittstelle ist vor allem für den mobilen Konsum ausgelegt. Anwender können ortsunabhängig und in Echtzeit verschiedene Dokumente und Informationen verarbeiten. Über Benachrichtigungen, Kommentaren und Chatfunktionen sind die Teammitglieder immer auf dem neuesten Stand.

Quip bietet das Konzept des Living Documents, über das sich Teams eine kollaborative Umgebung zusammenstellen können. (Bild: Salesforce.com)
Quip bietet das Konzept des Living Documents, über das sich Teams eine kollaborative Umgebung zusammenstellen können. (Bild: Salesforce.com)

Über Quip Lightning Component lassen sich Quip-Dokumente, -Tabellen und -Aufgabenlisten auch direkt in Salesforce oder beliebigen Apps verlinken, bearbeiten und neu erstellen. Nutzer haben Living Documents jeweils im Kontext ihrer speziellen Aufgabe parat. So kann beispielsweise ein Vertriebsmitarbeiter schnell eine Aufgabenliste mit Opportunities erstellen.

Mit Salesforce Rich Mentions lassen sich Salesforce-Daten und Kundeninformationen als Rich Mentions ebenfalls in Quip-Dokumenten verfügbar zu machen. Diese Mentions werden automatisch aktualisiert, sobald sie in Salesforce geändert werden.

KI-Lösung Einstein für CRM

Die vor wenigen Wochen angekündigte KI-Komponente Salesforce Einstein soll als persönlicher Datenanalyst den CRM-Anwendern dabei helfen, eine noch größere Kundennähe zu erreichen. Die Komponente weist auf wichtige Erkenntnisse hin, sagt künftiges Verhalten voraus und schlägt proaktiv weitere Schritte vor. Einzelne Aufgaben könne Einstein auch automatisch ausführen. bestimmte Aufgaben automatisch ausführt. Dafür wertet Einstein Daten von Kunden, aus Chatter, E-Mails, Kalendern und Kaufhistorien sowie Social-Media-Informationen wie Tweets oder Bilder oder auch IoT-Daten aus. Über eine Mashine-Learning-Komponente kann die Lösung auch für den jeweiligen Einsatzort optimiert werden.

Einstein wird nicht als eigenständiges Produkt verfügbar sein. Anwender können jedoch bestimmte Funktionen im Hintergrund nutzen, teilweise auch kostenlos. (Bild: Salesforce.com)
Einstein wird wohl nicht als eigenständiges Produkt verfügbar sein. Anwender können jedoch bestimmte Funktionen im Hintergrund nutzen, teilweise auch kostenlos. (Bild: Salesforce.com)

Für Entwickler bietet die Lösung ebenfalls Möglichkeiten, um KI-Funktionen wie Predictive Vision oder Sentiment Services schnell in Anwendungen einzubetten. So können Anwendungen beispielsweise Stimmungen von Kunden erkennen oder Bilder auswerten.

IoT-Cloud

Die Salesforce IoT-Cloud auf Basis von Thunder bringt die Daten aus vernetzten Geräten und Sensoren mit Kundendaten zusammen. (Bild: Salesforce.com)
Die Salesforce IoT-Cloud auf Basis von Thunder bringt die Daten aus vernetzten Geräten und Sensoren mit Kundendaten zusammen. (Bild: Salesforce.com)

Die IoT Cloud hiflt Unternehmen dabei, Daten aus vernetzten Geräten im Internet der Dinge mit Informationen aus Salesforce zu verknüpfen. So lassen sie mit Kontext anzureichern und auf diese Weise Kundendaten noch besser nutzbar zu machen. Hier nennt Salesforce als Beispielanwender die Unternehmen Emerson und KUKA. Diese werten auf Basis der Datenverarbeitungstechnologie Thunder Milliarden von Ereignissen aus vernetzten Geräten aus und verwenden diese Informationen, um die Kundenerfahrung zu verbessern.

Die jetzt neu Vorgestellten IoT Profile fassen Datenquellen wie Datenströme aus vernetzten Geräten und Kontext-Informationen aus Salesforce wie etwa Servicehistorien oder offene Opportunities in Echtzeit zusammen. Damit lassen sich unter anderem Predictive-Maintenance-Projekte umsetzen, wie das Unternehmen mitteilt.

Ebenfalls neu ist der IoT Traffic Monitor, der über ein Echtzeit-Dashboard Anwender über den Zustand vernetzter Geräte informiert. Diese Informationen lassen sich dann im Verhältnis zur Kundenerfahrung visualisieren.

Als Beispiel nennt Salesforce ein Solartechnikunternehmen das Informationen zum jeweiligen Status seiner Solarpaneele wie “installiert” oder “generierte Leistung” visualisieren.

Damit kann ein Anbieter Probleme mit einzelnen Panelen behoben werden, bevor der Kunde das zu spüren bekommt.

Salesforce1 Mobile App

Salesforce.com erneuert auch die mobile Lösung Salesforce1 Mobile App, über die die Funktionalitäten aus dem Salesforce-CRM sowie weiteren Modulen auch auf dem Smartphone verwendbar sind. Neu ist, dass über My Salesforce1 Salesforce-Kunden Apps nun markenindividuell anpassen und sie in einem unabhängigen App-Stores bereitstellen können.

Salesforce.com. Auch Support für Windows 8 und BlackBerry 10 liefert die neue Version. Quelle: Salesforce.com
Die Salesforce1 Mobile App bringt Salesforce-Funktionen auf mobile Geräte. (Quelle: Salesforce.com)

Mit dem neuen Salesforce1 Forecasting können Führungskräften im Vertrieb einen gesamtheitlichen Überblick aller Vorgänge auf ihrem mobilen Endgerät bekommen. Forecasts lassen sich damit schnell und einfach verwalten und nach Kategorien sortieren. Die Performance der Teams kann so in Echtzeit mit den Zielvorgaben abgeglichen werden.

Salesforce Plattform Lightning

Mit Salesforce Lightning lassen sich auf der Salesforce-Plattform Kundendaten mit einer Business-Logik über Komponenten und Bausteine schnell verknüpfen. Mit Lightning Bolt beschleunigt Salesforce die Erstellung von Communities, Portalen und Kundenwebsites. Auch hier ist eine nahtlose Integration mit Salesforce möglich. Cognizant, Deloitte und PwC setzen Lightning Bolt bereits für branchenspezifische Communities, Portale und Anwendungen für B2B-E-Commerce im Fertigungsbereich, PRM in der Hightech-Industrie und Franchise-Management im Einzelhandel ein.

Die Preise für die neuen Funktionen der Customer Success Plattform werde Salesforce bei Verfügbarkeit bekannt geben. Quip Sign In with Salesforce ist ab sofort ohne Zusatzkosten für Salesforce-Nutzer verfügbar. Quip Lightning Component and Integration wird im ersten Halbjahr 2017 veröffentlicht. Die neuen Einstein-Funktionen werden für jede Salesforce Cloud entwickelt. Sie sollen laut Hersteller teilweise gegen Aufpreis und teilweise im Rahmen von bestehenden Lizenzen und Editionen nutzbar sein. My Salesforce1 befindet sich derzeit bei einigen Kunden in der Pilotphase und werde voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2017 gegen Aufpreis verfügbar sein. Salesforce1 Forecasting wird mit dem Release im Oktober 2016 für iOS, die Android-Version wird Mitte 2017 verfügbar sein. Das Lightning Bolt Framework soll ab Oktober 2016 als Bestandteil der Community Cloud-Lizenz nutzbar sein und IoT Profiles und der IoT Traffic Monitor voraussichtlich ab 2017 auf dem Markt sein.

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