Was IT-Profis 2017 verdienen können

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Die “Gehaltsübersicht 2017” des Personaldienstleisters Robert Half liefert einen detaillierten Überblick über die Gehaltsentwicklung in IT-Berufen in den vergangenen drei Jahren. Auf dieser Grundlage wagt sie zudem eine Prognose für das Jahr 2017. Die Ergebnisse einer umfangreichen Befragung geben Verantwortlichen zudem Einblicke, warum es mit der Mitarbeitersuche oft nicht so klappt wie gewünscht.

Die soeben vorgelegte Gehaltsübersicht des Personaldienstleisters Robert Half Technology bescheinigt IT-Spezialisten im Durchschnitt in den vergangenen drei Jahren Gehaltssteigerungen von 3,6 Prozent. Fachkräfte in bestimmten Positionen bekommen inzwischen allerdings fast 11 Prozent mehr als noch vor drei Jahren. Und alleine für 2017 sind für besonders gesuchte Fachkräfte bis zu 7,5 Prozent mehr drin.

Mit die größten Gehaltssteigerungen im Zeitraum 2015 bis 2017 können Software-Entwickler für PHP mit 6 bis 9 Jahren Berufserfahrung verzeichnen. Sie haben der Erhebung zufolge mit 10,7 Prozent im IT-Bereich den höchsten Einkommenssprung gemacht. Es folgen Software-Architekten (plus 8,4 Prozent) sowie Software-Entwickler für Java (plus 7,2 Prozent).

Robert half Gehalstübersicht 2017 (Grafik: Robert Half Technology)

“Der Fachkräftemangel im IT-Bereich macht sich auch bei den Gehältern bemerkbar. Die Technologieprofis profitieren von einer insgesamt positiven Gehaltsentwicklung,“ so Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands bei Robert Half, die Studienergebnisse ein. “In der Software-Entwicklung beispielsweise sind IT-Fachkräfte häufig auf ein oder zwei Programmiersprachen spezialisiert. Unternehmen brauchen daher IT-Mitarbeiter mit unterschiedlichen fachlichen Ausrichtungen.”

Für wachsende Anforderungen sorgen auch diverse Projekte im Zuge der Digitalisierung. Um sie zu bewältigen, planen aktuell 87 Prozent der CIOs und CTOs, neue Arbeitsplätze für Festangestellte im IT-Bereich zu schaffen beziehungsweise frei gewordene Positionen zu besetzen. Und aufgrund der hohen Konkurrenz haben 76 Prozent der CIOs und CTOs die Sorge, dass ihre Mitarbeiter zur Konkurrenz wechseln könnten. Die ist nicht unbegründet: Denn wenn es zum Beispiel mit den Verhandlungen in der aktuellen Gehaltsrunde nicht klappt, sind ein Viertel der Mitarbeiter aller Fachrichtungen bereit, ihr Glück einfach anderswo zu versuchen. In IT-Berufen dürfte der Wert aufgrund der guten Situation für Fachkräfte noch höher liegen.

Faktoren die sich auf die Dauer des Einstellungsprozesses auswirken (Grafik: Robert Half Technology)

Dass Digitalisierung, so wie von anderen Erhebungen schon festgestellt tatsächlich für mehr Arbeit und mehr Arbeitsplätze in IT-Berufen sorgt, geht bei der Robert-Half-Gehaltsübersicht auch daraus hervor, dass als Gründe für die Suche nach neuen, festangestellten Mitarbeitern vorwiegend neue Projekte und Wachstum beziehungsweise Expansion genannt werden. An dritter Stelle aber deutlich weniger häufig genannt folgt die Reaktion auf IT-Risiken beziehungsweise der Wunsch, die IT-Sicherheit zu erhöhen.

(Reaktion von mitarbeitern bei enttäuschenden Gehaltsverhandlungen (Grafik: Robert Half Technology)

Gerade in diesem Bereich tun sich Unternehmen aber besonders schwer, die richtigen Mitarbeiter zu finden. Für 50 Prozent der befragten Firmen ist die Mitarbeitersuche in diesem Bereich eine “besondere Herausforderung”. In Bezug auf Softwareentwicklung respektive Anwendungsentwicklung sind es nur 36 beziehungsweise 27 Prozent, die dieser Aussage zustimmen.

Gehaltsrahmen ausgewählter Profile von IT-Profis 2017 (Grafik: Robert Half Technology)

Die Erhebung von Robert Half Technology ist auch der Frage nach regionalen Unterschieden im Gehaltsgefüge nachgegangen. Sie kommt dabei, ebenso wie andere Erhebungen, etwa zu den Gehältern in Start-ups, zu dem Ergebnis, dass in Berlin unterdurchschnittlich bezahlt wird. Hier bekommen IT-Fachkräfte im Durchschnitt nur 88 Prozent dessen, was ihre Kollegen im Bundesdurchschnitt erhalten. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sie am Ende auch weniger Geld zur Verfügung haben: Die wesentlich höheren Lebenshaltungskosten, insbesondere bei der Miete, fressen zum Beispiel in München oder Stuttgart den vom Arbeitgeber mehr überwiesenen Betrag in der Regel komplett auf.

Für 2017 können laut den Prognosen der Robert-Half-Studie IT-Teamleiter je nach Berufserfahrung (0 bis 9 Jahre), Unternehmensgröße und Beschäftigungsort mit einem Gehalt von 57.250 bis 92.750 Euro rechnen. Für IT-Projektleiter sind demnach zwischen 56.000 und 66.500 drin. Als Leiter der Entwicklung kann man in einem Unternehmen mit 59.700 bis 102.500 Euro pro Jahr rechnen, als Leiter der IT mit einem Jahreseinkommen zwischen 62.250 und 120.250 Euro.

Für einen Cherif Security Officer (CSO) zahlen Firmen im Durchschnitt zwischen 81.00 Euro (bei 3 bis 5 Jahren Berufserfahrung) und rund 146.000 Euro (bei über 15 Jahren Berufserfahrung. Gehaltsgefüge für weiter IT-Positionen sowie für Berufe in Finanz- und Rechnungswesen, Assistenz- und kaufmännischen Berufe gibt die nach einer Registrierung kostenlos zum Download verfügbare Robert-Half-Gehaltsübersicht 2017.

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