Brexit macht Planung für europäische Firmen komplexer

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46 Prozent der Finanzchefs in Europa halten an ihren Investitionsvorhaben fest, so ein zentrales Ergebnis der Oracle-Studie “Stepping into the Unknown”. Allerdings erfordere gestiegene Ungewissheit eine bessere Planung und mehr Flexibilität. Zudem wird eine Zunahme bei der Anzahl der Akquisitionen und Fusionen erwartet.

Trotz des voraussichtlich bevorstehenden Ausstiegs Großbritannien aus der EU wollen europäische Unternehmen weiterhin investieren. Das geht aus der Oracle-Studie “Stepping into the Unknown” hervor. Für sie wurden insgesamt 800 CFOs in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi Arabien befragt. Ziel war es herauszufinden, wie das Brexit-Votum der Briten vor der Sommerpause und die dadurch entstandene Unsicherheit Geschäftsstrategien beeinflussen und wie Firmen ihre Strategien anpassen.

Zunächst einmal sind viele der Befragten Entscheider vom Ergebnis des Referendums überrascht worden: 51 Prozent der deutschen Unternehmen (41 Prozent aller Befragten) hatten nicht mit dem tatsächlichen Ausgang der Befragung gerechnet und hatten sich auch nicht darauf vorbereitet. Eigener Einaschätzung zufolge ist für 55 Prozent der deutschen Firmen (46 in EMEA) die Planung dadurch komplexer geworden. 49 Prozent (44 Prozent der befragten EMEA-weit) entwickeln daher jetzt Pläne für unterschiedliche Szenarien, die sie regelmäßig aktualisieren, damit ihr Unternehmen für die jeweilige Entwicklung gewappnet ist.

Statistik (Bild: Shutterstock/Denphumi)

Sowohl in Deutschland als auch im Gesamtdurchschnitt der Befragten rechnet gut die Hälfte der Finanzchefs mit “bedeutenden Veränderungen” in ihrem Wettbewerbsumfeld. 51 Prozent respektive 50 Prozent gehen davon aus, dass durch den Brexit mehr Unternehmen Probleme bekommen werden. In der Folge könnte es dann verstärkt zu Akquisitionen oder Fusionen kommen, nehmen 55 beziehungsweise 59 Prozent an.

Vor diesem Hintergrund wollen 31 Prozent (32 in EMEA) ihre Ausgaben auf das Nötigste beschränken. Dagegen plant jedoch fast die Hälfte (46 Prozent in Deutschland und EMEA) auch weiterhin in Wachstum zu investieren, sofern sich dafür eine günstige Gelegenheit bietet. Tendenziell werden sie dabei ihrer eigenen Einschätzung zufolge lediglich etwas vorsichtiger vorgehen.
Das könnte auch damit zu tun haben, dass die Arbeit der Finanzchefs ihrer eigenen Einschätzung zufolge durch die Diskussionen zum Umgang mit dem Brexit stärker in den Mittelpunkt gerückt wurde. 60 Prozent der befragten in Deutschland und immerhin noch 52 Prozent im EMEA-weiten Durchschnitt sind dieser Ansicht. Jeweils 57 Prozent der deutschen Befragten sehen ihre Aufgabe nun vorwiegend darin, das Unternehmen zu beraten, wie es seine Wachstumsziele erreichen kann und sehen in ihrer Tätigkeit mehr denn je den Schwerpunkt auf der Zukunftsplanung.

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Marktforschern zufolge arbeitet inzwischen rund ein Drittel der Menschen weltweit zumindest zeitweise außerhalb des Büros. Das ist gut für die Produktivität, für die Work-Life-Balance, hervorragend für die internationale Zusammenarbeit und schafft Flexibilität für Mitarbeiter und Firmen. Aber aus der Perspektive der IT-Sicherheit ist es ein Alptraum.

“Unsicherheit hält die disruptiven Veränderungen am Markt nicht auf. Wenn überhaupt, dann eröffnet sie neue Möglichkeiten für strategische Visionäre. Einige der erfolgreichsten Unternehmen wurden während der Finanzkrise 2008 gegründet. Sie haben ihre Geschäftsmodelle am veränderten Verbraucherverhalten ausgerichtet und Prozesse implementiert, die agil genug waren, mit dem Unternehmen mitzuwachsen”, so Oliver Schlemper, VP Finance Europe North bei Oracle, in einer Pressemitteilung zu den Ergebnissen der Befragung.

Darin weist Oracle auch darauf hin, dass die Ungewissheit durch das Brexit-Referendum bessere Planung und mehr Flexibilität erforderlich mache. Von den Befragten planen nun 43 Prozent in Deutschland und 48 Prozent in EMEA mit mehreren Szenarien gleichzeitig, 54 Prozent (47 in EMEA) greifen dazu auf einer größere Anzahl an Datenquellen zurück, die in ihre Modelle einfließen.

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