SAP stellt HANA 2 vor

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Hybris as a Service, Microservices und weitere Innovationen erweitern die In-Memory-Technologie des Walldorfer Anbieters. Ab Ende November wird die neue Version verfügbar sein.

Auf der TechEd in Barcelona stellt SAP HANA 2 vor. Damit erweitert der Hersteller die In-Memory-Technologie-Plattform deutlich. Flankierend dazu präsentiert SAP auch Hybris as a Service (informell als YaaS bezeichnet) und neue SAP HANA Microservices vor, die auf der HANA Cloud Platform basieren.

SAP HANA 2 werde ab dem 30. November allgemein verfügbar sein. Die Express Edition werde kurze Zeit später folgen. SAP plant zweimal im Jahr für SAP HANA 2 Erweiterungen bereit zu stellen.

Zu den neuen Erweiterungen im Bereich Datenbankmanagement gehören unter anderem Module für Hochverfügbarkeit, Sicherheit und Workload-Management. Mit der neuen Option Active / Active Read-Enabled können Administratoren Sekundärsysteme, die vorher für die Systemreplikation verwendet wurden, für die Bewältigung leseintensiver Workloads ohne Performanceverluste einsetzen.

Auf der TechEd in Barcelona stellt SAP HANA 2 mit zahlreichen neuen Funktionen vor. (Bild: SAP)
Auf der TechEd in Barcelona stellt SAP HANA 2 mit zahlreichen neuen Funktionen vor. (Bild: SAP)

Technologien für die Unternehmensmodellierung, Datenintegration, Datenqualität und Tiered Storage (verteiltes Speichern) erlauben es künftig, sämtliche Daten unabhängig vom Speicherort zu nutzen.

Die Webanwendung SAP Enterprise Architecture Designer soll es in der neuen Version erleichtern, komplexe Informationsarchitekturen zu verwalten und die potenziellen Auswirkungen neuer Technologien zu visualisieren, noch bevor diese implementiert werden.

SAP stellt zudem Engines für die analytische Verarbeitung von Text, Geodaten, grafischen Daten und Streaming-Daten bereit. Über diese Funktionen können Entwickler Informationen aus verschiedenen Systemen in Anwendungen einbetten.

In der Predictive Analysis Library sorgt SAP mit neuen Algorithmen für Klassifizierungs-, Assoziations-, Zeitreihen- und Regressionsanalysen. Diese Technologien helfen Datascientists schneller Muster in Daten zu entdecken. Auch lassen sich darüber laut SAP Anwendungen mit Funktionen für maschinelles Lernen erweitern.

Auch für die Entwicklung von Anwendungen steuert SAP neue Funktionen bei. Ein neuer Applikationsserver, Entwicklungstools und Support für weitere Sprachen sollen die Arbeit der Entwickler mit dem Prinzip “Bring your own Language” erleichtern. Darüber hinaus macht SAP verschiedene Buildpacks und Laufzeitumgebungen von Drittherstellern verfügbar. Über die neue Schnittstelle File Processor API können Entwickler Text- oder Metadaten aus Dokumenten extrahieren und in Analyse-Tools auswerten.

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Nutzer der Cloud-basierten Microservices auf Basis von SAP HANA können nun ebenfalls Anwendungen mit Analysen erweitern. Auch hier erweitert SAP den Support für Sprachen und Entwicklerplattformen. Dafür stehen jetzt einfach Programmierschnittstellen zur Verfügung.

Neu sind unter anderem eine Text Analysis Entity Extraction, Text Analysis Fact Extraction und Text Analysis Linguistic Analysis, über die sich Texte, Textdaten und natürliche Sprache in der Cloud verarbeiten lassen.

Als Beta-Version stellt SAP zusammen mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und dem Rückversicherer Munich RE den Cloud-Service Earth Observation Analysis vor. Der basiert auf dem Schnittstellenstandard Web Coverage Service (WCS) des Open Geospatial Consortium (OGC). Über Satellitendaten der ESA und wertet über SAP HANA Spatial Geodaten aus. Hier lassen sich zum Beispiel Daten über Boden, Wasser oder Vegetation sammeln.

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Der Cloud-Service bietet zudem eine standardisierte Schnittstelle, über die sich schnell detaillierter Analysen je nach Kundenanforderungen zusammenstellen lassen. Damit können Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen aber auch behördliche Einrichtungen, beispielsweise aus den Bereichen Versicherungen, Rückversicherungen, Landwirtschaft, Bergbau, Versorgung oder Handel, aus Satellitendaten zuverlässige Erkenntnisse für eine Risiko- und Kostenminimierung zu gewinnen. So lasse sich schnell feststellen, wo eine neue Stromtrasse geführt werden muss, welche Versicherungsnehmer eine Elementarversicherung abschließen können oder welche Düngemittel in einer Region ideal sind.

“Mit der Einführung von SAP HANA im Jahr 2010 hat die SAP eine Vorreiterrolle im Bereich In-Memory-Technologie übernommen. Auf unserem Weg haben wir zukunftsweisende Neuerungen vorangebracht – auf einer äußerst stabilen Stammdatenplattform für unsere Kunden”, so Bernd Leukert, Vorstandsmitglied für den Bereich Products and Innovation bei SAP.

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