Digitalisierung in Deutschland: Das Glas ist halb voll

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Eine repräsentative Studie im Auftrag der Deutschen Telekom hat einen durchschnittlichen Digitalisierungsgrad von 52 von 100 möglichen Punkten ermittelt. Größere Firmen sind bei der Digitalisierung dabei generell weiter als Kleinunternehmen. Hohe Investitionskosten sind für 41 Prozent der Befragten ein Hindernis.

Im Auftrag der Deutschen Telekom haben die Marktforscher von Techconsult in einer repräsentativen Studie den Digitalisierungsgrad deutscher Unternehmen ermittelt. Die Ergebnisse wurden gestern auf einer Presseveranstaltung in Berlin als “Digitalisierungsindex Mittelstand” vorgestellt. Zusammenfasend geht darauf hervor, dass sich deutsche Unternehmen grundsätzlich intensiv mit der Digitalisierung beschäftigen. Der erreichte bereits Digitalisierung ist jedoch stark von der Firmengröße und der Branche abhängig.

Insgesamt stufen fast drei Viertel (72 Prozent) der Umfrageteilnehmer die Digitalisierung an sich für ihre Firma und ihr Branche als wichtig ein. 46 Prozent setzen bereits erste Projekte um. Eine übergreifende Digitalisierungsstrategie verfolgen allerdings nur 27 Prozent der Befragten.

Insgesamt stufen fast drei Viertel (72 Prozent) der deutschen Unternehmen die Digitalisierung an sich für ihre Firma und ihr Branche als wichtig ein. 46 Prozent setzen bereits erste Projekte um (Grafik: Techconsult/Deutsche Telekom)
Insgesamt stufen fast drei Viertel (72 Prozent) der deutschen Unternehmen die Digitalisierung an sich für ihre Firma und ihr Branche als wichtig ein. 46 Prozent setzen bereits erste Projekte um (Grafik: Techconsult/Deutsche Telekom)

Aus der Studie geht auch hervor, dass Unternehmen im Rahmen der Digitalisierung zwei wichtige Ziele verfolgen. 53 Prozent hoffen auf mehr Innovationskraft und 54 Prozent wollen damit neue Kunden gewinnen und neue Märkte erschließen. 49 Prozent wollen zudem die Produktivität steigern.

Der durchschnittliche Digitalisierungsgrad erreicht 52 von 100 möglichen Punkten. Die Deutsche Telekom und Techconsult heben jedoch hervor, dass unabhängig von Branche und Größenklasse zehn Prozent der Unternehmen mit über 80 Indexpunkten zu den Vorreitern zählen. Große Firmen stehen der Digitalisierung demnach generell offener gegenüber. Während sich 90 Prozent der Unternehmen mit mehr als 250 Angestellten mit dem Thema beschäftigten, sind es bei Kleinunternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern lediglich 52 Prozent.

Laut Hagen Rickmann ein, Geschäftsführer des Bereichs Geschäftskunden bei der Deutschen Telekom, ist das darauf zurückzuführen, dass es für kleine Unternehmen weniger Ansatzpunkte für die Digitalisierung gib. “Ein Unterschied ergibt sich auch für produzierende Firmen mit komplexen Geschäftsprozessen und Firmen, die an einem Standort eine regional begrenzte Dienstleistung erbringen. Für sie sind zahlreiche Digitalisierungsaspekte wie Kollaborationsplattformen deutlich weniger relevant.”

Industrieunternehmen, die bereits über Erfahrungen mit Automatisierung verfügen, erreichen mit 56 Indexpunkten einen höheren Digitalisierungsgrad als Dienstleister (54 Punkte). Deutlich schlechter schneidet der Studie zufolge trotz des Konkurrenzdrucks durch Online-Anbieter der Handel ab.

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Marktforschern zufolge arbeitet inzwischen rund ein Drittel der Menschen weltweit zumindest zeitweise außerhalb des Büros. Das ist gut für die Produktivität, für die Work-Life-Balance, hervorragend für die internationale Zusammenarbeit und schafft Flexibilität für Mitarbeiter und Firmen. Aber aus der Perspektive der IT-Sicherheit ist es ein Alptraum.

In 63 Prozent der befragten Unternehmen ist die Digitalisierung Chefsache. Das ist unter anderem auf die damit verbundenen Investitionskosten zurückzuführen. Die sehen auch 41 Prozent der Befragten als Hindernis an. In größeren Unternehmen sind zudem die IT-Abteilungen eie treibende Kraft der Digitalisierung voran. “Schon das Thema Investitionskosten macht Entscheidungen rund um die Digitalisierung zur Chefsache. Zudem wird der Geschäftserfolg künftig immer stärker mit dem Umsetzungsgrad korrelieren”, ergänzte Rickmann.

Die Studie basiert auf einer Befragung von 1016 kleinen und mittelständischen Unternehmen im Juni 2016. Telekom und Techconsult bieten zudem einen kostenlosen Online-Self-Check an. Mit ihm sollen Unternehmen in wenigen Minuten ihren persönlichen digitalen Status quo ermitteln können. Der Self-Check bietet auch Vergleichsmöglichkeiten mit Unternehmen derselben Größe und Branche.

Hagen Rickmann, Geschäftsführer des Bereiches Geschäftskunden bei der Deutschen Telekom. (Bild: Telekom)
“Schon das Thema Investitionskosten macht Entscheidungen rund um die Digitalisierung zur Chefsache”, so Hagen Rickmann, Geschäftsführer des Bereiches Geschäftskunden bei der Deutschen Telekom. (Bild: Telekom)

Anfang des Monats hatte Gartner, dass ich allerdings traditionell eher auf große Unternehme konzentriert, die Ergebnisse seiner jährlich durchgeführten CIO-Survey vorgestellt. Demnach nehmen sich CIOs in ganz Europa inzwischen aktiv der digitalen Transformation ihrer Unternehmen an. Wie das Marktforschungsinstitut Gartner erklärte, gaben 50 Prozent an, an einem digitalen Ökosystem mitzuwirken.

65 Prozent seien zudem mit Start-ups und jungen Unternehmen im Kontakt, um entscheidende technologische Möglichkeiten und Fertigkeiten zu erlangen. Laut Andy Rowsell-Jones, Analyst bei Gartner, geben CIOs im Schnitt 19 Prozent des Enterprise-IT-Budgets für digitale Initiativen aus. Dieser Wert könnte 2018 auf 29 Prozent ansteigen.

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Wege zu zukunftsfähiger Daten- und Prozessintegration in Unternehmen

Für Unternehmen aller Branchen kann der Wert von Daten heute eigentlich gar nicht mehr hoch genug eingeschätzt werden. Diese Erkenntnis hat sich allgemein durchgesetzt. Unklar ist oft dagegen noch, wie man diesem neuen Paradigma in der eigenen Firma gerecht werden soll.

Im Vorfeld des Gartner Syposiums in Barcelona hatte Gartner ebenfalls Anfang November zudem seine Prognosen für die IT-Ausgaben für 2016 und 2017 veröffentlicht. Demnach fällt das Wachstum der Budgets ziemlich gering aus. Allerdings werden Unternehmen, wenn sie Geld ausgeben, vor allem in Technologien für die Digitalisierung und in Anwendungen investieren. Investments in Hardware hingegen gehen deutlich zurück.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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