Car-to-X: Audi spricht mit Ampeln

Innovation

Es ist eines der industrieweit ersten Projekte, bei dem ein Fahrzeug Informationen mit anderen Komponenten der Verkehrsinfrastruktur austauscht. Nach ersten Pilotprojekten in den USA sollen weitere in Deutschland folgen.

Audi stellt ein neues Feature für vernetzte Fahrzeuge vor. Über einen Datenaustausch mit Ampeln erfährt der Fahrer, wie viel Zeit er noch bis zur nächsten Grünphase der Verkehrsampel vor ihm hat. In den Audis wird dann angezeigt, ob der Fahrer diese noch erreicht. Das Feature “Time to Green” nimmt hier natürlich die erlaubte Höchstgeschwindigkeit an.

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Wenn der Fahrer die nächste Grünphase in der vorgeschriebenen Maximalgeschwindigkeit nicht mehr erreichen kann, startet “Time to Green” einen Count-Down. Der Fahrer kann dann die Fahrweise anpassen. Das spart Kraftstoff und sorgt für mehr Verkehrsfluss. (Bild: Audi AG)

Ist das nicht der Fall, dann zählt der Bord-Computer einen Countdown bis zur nächsten Grünphase. So könne der Fahrer frühzeitig reagieren und schon mal den Fuß vom Gas nehmen. Das schone die Umwelt und sorge dafür, dass der Stadtverkehr besser fließt, etwa weil Fahrzeuge nicht mehr vollständig abgebremst werden müssen. Das habe sich bei Pilotprojekten in Europa gezeigt, heißt es von Audi. Auch steige dadurch die Energieeffizienz der Fahrzeuge.

(Bild: Audi AG)
Das Feature “Time to Green” im Head-up-Display. (Bild: Audi AG)

“Time to Green” ist die erste Funktion, die Audi of America in mehreren US-Metropolen zum Einsatz bringt. Zum ersten Mal rufen dafür Fahrzeuge Informationen von Geräten außerhalb ab. Dafür muss Audi auch mit einigen Stadtverwaltungen kooperieren, um die Car-to-X-Kommunikation überhaupt möglich zu machen. Zunächst sollen Audi A4 und Q7, die mit Audi connect ausgerüstet sind und seit Juni 2016 für den US-Markt produziert werden, dieses Feature bekommen.

In den USA übermitteln die städtischen Verkehrsmanagementzentralen die Informationen der Ampeln über den Projektpartner Traffic Technology Services (TTS). Diese Informationen werden aufbereitet und über LTE oder 4G unmittelbar an den Bord-Computer gesendet.

“Erstmals tauschen unsere Autos in Echtzeit Daten mit der Verkehrsinfrastruktur aus. Der Fahrer kann sein Fahrverhalten situationsbedingt anpassen und ist im Stadtverkehr deutlich souveräner und entspannter unterwegs”, so Andreas Reich, Leiter der Elektronikvorentwicklung der Audi AG. Reich kündigt auch an, dass Audi weitere Car-to-X-Services anbieten werde. “Am Ende dieser Entwicklung sehen wir das autonome Fahren”, schließt Reich.

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Zunächst profitieren Audi-Fahrer von diesem Service. Doch soll die Technologie künftig auch in Fahrzeugen anderer Hersteller integriert werden. Städteplaner können damit künftig Staus vermeiden und Ampeln optimal schalten.

“In unseren Tests ist die Zahl der Autos, die im Verkehr bis zum Stillstand abbremsen müssen, um rund 20 Prozent gesunken. Dies schont das Zeitbudget der Fahrer und hat im Pilotprojekt etwa 15 Prozent Kraftstoff gespart”, sagt Michael Zweck, Projektleiter Audi Ampelinformation.

“Ampelinformation” könne beispielsweise mit intelligenter Navigation gekoppelt und für neue Antriebskonzepte genutzt werden. So könnten “Grüne Wellen” beispielsweise in die Routenführung einfließen. Auch könnten beispielsweise Elektrofahrzeuge das Ausrollen oder Verzögern optimaler für das Laden durch Bremsenergie nutzen. 

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Audi arbeitet laut eigenen Angaben auch an einer Einführung in Europa. In Berlin, Ingolstadt, Garmisch-Partenkirchen und Verona hat der deutsche Autobauer bereits Pilotprojekte durchgeführt. So seien in Berlin rund 700 Ampeln im Innenstadtbereich an den Service angebunden.

Audi sieht aber auch durchaus noch Hürden, die gemeistert werden müssen: Es fehle an einheitlichen Datenstandards und an der digitalen Infrastruktur. “In Europa ist sehr unterschiedliche Verkehrstechnik im Einsatz, da sich die Infrastruktur lokal und dezentral entwickelt hat. Wir arbeiten daran, die bereitgestellten Daten zu vereinheitlichen”, so Zweck weiter. Erst dann könne man das Konzept Ampelinformation auch in Europa anbieten.

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