Red Hat Enterprise Linux in der Microsoft Cloud Deutschland

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Anwender, die für den Betrieb ihrer Cloud-Infrastruktur Rechenzentrumsstandorte in Deutschland sicher stellen wollen, können ab sofort auch Red Hat Enterprise sowie weitere Produkte aus dem Red-Hat-Portfolio verwenden.

Microsoft gibt die Verfügbarkeit von Red Hat Enterprise Linux auf der Microsoft Cloud Deutschland bekannt. Damit können Anwender das quelloffene Betriebssystem auch über das rein deutsche Azure von Microsoft beziehen und haben so mehr Auswahlmöglichkeiten. Abgerechnet wird minutengenau nach tatsächlicher Nutzung.

Ab sofort stehen Geschäftskunden neben Red Hat Enterprise Linux auch OpenShift Container Platform, JBoss Enterprise Application Platform (JBoss EAP), JBoss Web Server sowie Gluster Storage zur Verfügung. Diese Services können nun nativ über Microsoft Azure Deutschland verwaltet und bereitgestellt werden.

Über Red Hat Cloud Access können Red-Hat-Kunden ihre Subskriptionen auch in Cloud-Umgebungen mitnehmen. Microsoft bietet zum Testen derzeit ein Startguthaben von 170 auf Microsoft Cloud Deutschland. (Bild: Red Hat)
Über Red Hat Cloud Access können Red-Hat-Kunden ihre Subskriptionen auch in Cloud-Umgebungen mitnehmen. Microsoft bietet zum Testen derzeit ein Startguthaben von 170 auf Microsoft Cloud Deutschland. (Bild: Red Hat)

Für Interessenten stellt Microsoft eine Testversion bereit, die damit das Microsoft Public-Cloud-Angebot ausprobieren können. Das Modell, Azure über einen Datentreuhänder zu betreiben, gibt es von Microsoft in dieser Form weltweit derzeit nur in Deutschland.

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Damit reagiert Microsoft nicht, wie vielfach angenommen auf das strenge deutsche Datenschutzgesetz, sondern, wie Microsoft mitteilt, auf Kundenwünsche, die teilweise in stark regulierten Branchen tätig sind und daher besondere Auflagen haben, die durch das Treuhänder-Modell elegant zu befolgen sind. 

Wie auch bei den anderen Cloud-Angeboten verfolgt die Telekom das Konzept der Datentreuhandschaft. Damit will der Provider Sicherstellen, dass US-Behörden keinen Zugriff auf die Daten bekommen. (Bild: Telekom)
Das Konzept der Datentreuhandschaft: Damit will der Provider Sicherstellen, dass US-Behörden keinen Zugriff auf die Daten bekommen. (Bild: Telekom)

Microsoft nutzt dafür Rechenzentren in Magdeburg und Frankfurt. Microsoft soll als US-Unternehmen keinerlei Zugriff auf die Kundendaten haben, die allesamt über den Treuhänder T-Systems verwaltet werden. Vor allem Unternehmen aus Branchen, mit strengen gesetzlichen Auflagen, können von diesem Angebot profitieren. Microsoft versucht damit auch Bedenken auszuräumen, dass US-Geheimdienste deutsche Unternehmen über Microsoft als US-Unternehmen von ausgespäht werden.

Das Konzept wird vielfach gelobt. Allerdings gibt es auch einige Nachteile: Problem aber ist, dass nicht alle Dienste aus dem globalen Azure-Portfolio zum Start zur Verfügung stehen. So fehlt beispielsweise derzeit ein Angebot für Power BI,  BizTalk Services so wie andere andere. Allerdings bietet das deutsche Azure bereits Dienste für SAP HANA für Microsoft Azure, oder auch die Azure IoT Suite mit Diensten wie Azure IoT HubStream AnalyticsMachine Learning und Document DB für Anwendungen aus dem Internet of Things.

Über das Red-Hat-Programm Red Hat Cloud Access können Anwender bestehende Red-Hat-Lizenzen auch in der Infrastruktur von Azure Deutschland nutzen.

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So lasse sich beispielsweise auf Basis von Red Hat Enterprise Linux die Container-Lösung OpenShift Container Platform bereitstellen. Über diese Plattform können Entwickler Anwendungen über Container und eine Container-Orchestrierung schneller entwickeln und implementieren. Auch der Open Source .NET-Standard-Referenz Stack, kann hier für die Entwicklung eingebunden werden. Mit der Bereitstellung von Red Hat über Azure Deutschland treibt Microsoft die Integration von quelloffenen Technologien noch weiter voran.

Dem anhaltenden Druck der US-Behörden ist Microsoft inzwischen erfolgreich ausgewichen und hat Möglichkieten gefunden, Cloud-Dienste ihrem Zugriff zu entziehen und so auch in Europa rechtskonform anbieten zu können - worauf es etwas stolz aber auch humorvoll in der neuen Deutschland-Zentrale hinweist (Bild: silicon.de)
Dem anhaltenden Druck der US-Behörden ist Microsoft inzwischen erfolgreich ausgewichen und hat Möglichkeiten gefunden, Cloud-Dienste ihrem Zugriff zu entziehen und so auch in Europa rechtskonform anbieten zu können – worauf es etwas stolz aber auch humorvoll in der neuen Deutschland-Zentrale hinweist (Bild: silicon.de)

JBoss EAP sorgt vor allem in Cloud-Umgebungen für eine vereinfachte Einführung und Pflege von neuen und bestehenden Anwendungen. Im Zusammenspiel mit der Container-Plattform OpenShift können& damit Load Balancing und Skalierbarkeit abgebildet werden.

Support für die Lösungen auf Azure stellen Microsoft und Red Hat gemeinsam über Plattformen und Unternehmensgrenzen hinweg bereit. Dafür kooperieren die Supportteams der Anbieter und arbeiten in virtuellen Teams zusammen, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Interessierte bekommen in einer ersten Testphase ein Startguthaben von 170 Euro, um Microsoft Azure Deutschland auszuprobieren. Erstellen Anwender eigene Programme, lassen sich diese laut Microsoft in ein reguläre Abonnement überführen. Seit Ende September bietet Microsoft die Dienstleistungen aus den beiden deutschen Rechenzentrumsstandorten heraus an. Neben deutschen Unternehmen dürften auch Anwender aus der EU und der Europäischen Freihandelszone den Service nutzen.

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