- silicon.de - http://www.silicon.de -

Kostenloses WLAN in Bayern auf gutem Weg

Der Ausbau des BayernWLAN kommt voran. Das Projekt, bei dem bayernweit ein flächendeckes WLAN kostenlos für alle Bürger und Besucher bereit gestellt werden soll, hat schon bei der Ankündigung 2014 [1] hohe Wellen geschlagen.

Allerdings ist es bis zum erklärten Ziel, bis zum Jahr 2020 insgesamt 20.000 Hotspots bei Behörden, in Kommunen und bei touristischen Zielen zu installieren, noch ein weiter Weg. Immerhin, seit dem Sommer 2016 gibt es erste Erfolge. “Bayernweit wurden bereits rund 450 Verträge mit Kommunen über rund 800 kommunale Standorte für BayernWLAN geschlossen”, erklärt Bayerns Finanzminister Markus Söder gegenüber silicon.de. Die Pilotphase startete 2015 und laut dem Ministerium werde das Angebot auch schon von der Bevölkerung angenommen.

Staatliche Behörden sind verpflichtet, das Angebot aus dem Rahmenvertrag mit Vodafone zu nutzen. Kommunen können das Angebot nutzen und werden mit bis zu 5000 Euro für die Errichtung gefördert. (Bild: Bay. Finanzministerium) [2]
Staatliche Behörden sind verpflichtet, das Angebot aus dem Rahmenvertrag mit Vodafone zu nutzen. Kommunen können das Angebot nutzen und werden mit bis zu 5000 Euro für die Errichtung gefördert. (Bild: Bay. Finanzministerium)

Damit ist das Land im bundesweiten Vergleich derzeit führend. Söder gibt sich daher auch zuversichtlich: “Bayern wird das erste Bundesland mit einem eigenen WLAN-Netz.” Söder will allerdings Bayern “bei der Digitalisierung zur Nr. 1 in Deutschland” machen. Neben Kommunen und Hochschulen sollen auch Behörden und Tourismusziele im Freistaat ausgerüstet werden. Auch für den öffentlichen Nahverkehr plant der Heimatminister Pilotprojekte.

Beim Breitbandausbau setzt der Freistaat ebenfalls auf die Zusammenarbeit mit den Kommunen. Bayernweit engagieren sich bereits rund 95 Prozent (1.951) aller Kommunen im Förderverfahren. Insgesamt 418,5 Millionen Euro wurden auf diese Weise in den lokalen Breitbandausbau investiert. (Bild: Bay. Finanzministerium) [3]
Beim Breitbandausbau setzt der Freistaat ebenfalls auf die Zusammenarbeit mit Kommunen. Bayernweit engagieren sich bereits rund 95 Prozent (1951) aller Kommunen im Förderverfahren. Insgesamt 418,5 Millionen Euro wurden auf diese Weise in den lokalen Breitbandausbau investiert. (Bild: Bay. Finanzministerium)

Seit dem Sommer steht auch der Vertragspartner für den Rollout fest [4]. Vodafone baut zusammen mit den Kommunen die WLAN-Infrastruktur aus. Über den Rahmenvertrag kommen die Kommen an günstige Bedingungen bei der Errichtung von Hotspots. Zudem werde die Aufstellung mit bis zu 5000 Euro gefördert. Behörden sind dagegen verpflichtet, das Angebot anzunehmen. Koordiniert wird der Rollout vom “WLAN Zentrum Straubing”.

logo_bayernwlan [5]

Insgesamt sind etwa 8000 Hotspots in den 2000 bayerischen Kommunen geplant. Dabei legen die Gemeinden und Städte die Orte fest, an denen ein Hotspot errichtet werden soll. Die Installation übernimmt dann laut Finanzministerium der Freistaat. Darüber hinaus sind 2000 Hotspots an etwa 1000 Behördenstandorten geplant. Außerdem solen Hotspots an ausgewählten Nahverkehrslinien gebaut werden.

An den Bootsanlegestellen der bayerischen Seen Ammersee, Chiemsee oder Starnberger See sowie an Schlössern und Gärten sind ebenfalls Hotspots geplant. Den Start machen Hotspots am Nymphenburger Schloss, der Bavaria in München an der Theresienwiese sowie im Englischen Garten in München sowie “Am Platzl” vor dem Hofbräuhaus. Auf diese Weise sollen in staatlichen Tourismuszielen etwa 1000 Hotspots entstehen. 1000 weitere sind an kommunalen Tourismuszielen geplant, 8000 an Universitäten und Hochschulen. Hier will der Freistaat aber auch die bestehende Infrastruktur mitnutzen.

Das BayernWLAN bietet den behörden zufolge ein offenes und kostenfreies WLAN. Passwörter und Anmeldedaten sind nicht erforderlich. Auch eine Registrierung werde nicht verlangt. Den Jugendschutz sollen entsprechende Filter garantieren. Söder: “Mit einem dichten Netz von kostenlosen Hotspots über ganz Bayern schaffen wir die digitale Chancengleichheit auch für den Ländlichen Raum”.