Mainframe schlägt Cloud

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Anwender des Mainframe wollen mehrheitlich diese Plattform beibehalten. Nur etwa ein Fünftel der Anwender will den Anteil der Großrechner herunterfahren.

Auch angesichts tiefgreifender Umbrüche im Markt will die Mehrheit der Mainframe-Anwender die Nutzung von Mainframes für die Verarbeitung großer Datenvolumen sogar noch ausweiten. Das geht aus dem aktuellen Mainframe-Report von BMC hervor.

58 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass sie künftig den Einsatz der Großrechner und entsprechende Investitionen forcieren wollen. Die Mainframe-Systeme kommen immer dann zum Einsatz, wenn es um die Verarbeitung großer Datenmengen geht oder wenn kritische Anwendungen abgebildet werden müssen. Bei Großunternehmen liegt der Anteil der Unternehmen mit Plänen zur Ausweitung der Mainframe-Investitionen sogar bei knapp 90 Prozent, so die Studie.

Die Mehrheit der Befragten sagt dem Mainframe noch eine lange Lebensdauer voraus. (Bild: BMC)
Die Mehrheit der Befragten sagt dem Mainframe noch eine lange Lebensdauer voraus. (Bild: BMC)

In den nächsten zwölf Monaten planen die befragten Unternehmen zudem Maßnahmen zur weiteren Optimierung von Daten, Systemen und Kosten. Die höchste Priorität genießen dabei Kostenoptimierung, Compliance sowie die Verfügbarkeit und Modernisierung von Anwendungen im Zusammenhang mit der fortschreitenden Digitalisierung.

23 Prozent der Befragten wollen die Investitionen in Mainframes konstant halten und nur 19 Prozent die Nutzung künftig zurückfahren, wie die Erhebung unter 1200 Führungskräften und Experten zeigt. “89 Prozent der Befragten setzen auch in Zukunft auf Mainframe-Systeme. Damit ist klar, dass Unternehmen Großrechner weiterhin langfristig als geeignete Plattform betrachten”, fasst Uwe Behley, Geschäftsführer Deutschland bei BMC, die Ergebnisse der Studie zusammen.

Trotz der fortschreitenden Digitalisierung und der Migration in die Cloud verzeichnen Großrechner verstärkte Aktivität durch stetig wachsende Datenvolumen. (Bild: BMC)
Trotz der fortschreitenden Digitalisierung und der Migration in die Cloud verzeichnen Großrechner verstärkte Aktivität durch stetig wachsende Datenvolumen. (Bild: BMC)

Entscheider, die ihre Investitionen ausweiten wollen, sehen die Stärken von Mainframes vor allem in den Bereichen Verfügbarkeit, Leistung und Sicherheit. Unternehmen, die in Mainframes investieren wollen, verzeichnen wachsende Umsätze und setzen auf Modernisierung. Hier kommen meist Technologien wie Java, moderne Automatisierungstechnologien sowie spezialisierte Großrechner zum Einsatz.

Unternehmen, die ihre Investitionen auf dem aktuellen Niveau konstant halten wollen, sehen Großrechner zwar als sichere und hochverfügbare Lösungen für das Business, planen jedoch keine zusätzlichen Aufgaben für Mainframes.

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Für viele der befragten Unternehmen stehen die steigenden Anforderungen im Mittelpunkt, zum Beispiel im Bereich Verarbeitungsgeschwindigkeit. Aber auch die zunehmende Volatilität und Unberechenbarkeit der Workloads spiele vielerorts eine wichtige Rolle.

Doch auch wenn dem Großrechner das Image anhaftet, schwerfällig und unflexibel zu sein, scheint in vielen Fällen das Gegenteil zuztreffen. Das legen zumindest legen die Ergebnisse aus der BMC-Studie nahe. Denn durch die Nutzung verschiedener Strategien und innovativer Technologien scheint sich der Mainframe auch unter den Vorzeichen der neuen Anforderungen durch die Digitalisierung gut zu bewähren.

88 Prozent der Unternehmen, die ihre Investitionen ausweiten wollen, haben Java-Anwendungen auf Mainframes laufen. In den meisten Fällen, um neue digitalen Anforderungen bei den Kunden umsetzen zu können. Knapp 70 Prozent geben daher an, dass die Zahl der Java-Anwendungen auf dem Mainframe steigen wird. Viele Unternehmen ziehen den Mainframe auch der Auslagerung von Daten in die Cloud vor. Laut Studie sollen über 50 Prozent mehr als die Hälfte der Daten auf Mainframes vorhalten.

Die Hälfte aller Befragten lagern mehr als 50 Prozent ihrer Daten nicht in der Cloud, sondern auf dem firmeneigenen Großrechner. Die Gründe: höhere Sicherheit (55%), schnellere Verfügbarkeit (53%) und bessere Performance (43%). (Bild: BMC)
Die Hälfte aller Befragten lagern mehr als 50 Prozent ihrer Daten nicht in der Cloud, sondern auf dem firmeneigenen Großrechner. Die Gründe: höhere Sicherheit (55 Prozent), schnellere Verfügbarkeit (53 Prozent) und bessere Performance (43 Prozent). (Bild: BMC)

“IT-Abteilungen setzen zunehmend auf zentralisierte, virtualisierte und stark automatisierte Umgebungen”, sagte Frank Cortell, Leiter Informationstechnologie bei Credit Suisse. “Die Hauptgründe hierfür sind Effizienzsteigerungen bei den Kosten und der Verarbeitung von Daten. Vielen Unternehmen wird bewusst, dass Großrechner diese Vorteile schon seit Jahren bieten und eine ausgereifte und stabile Plattform darstellen.” Der Credit Suisse-CIO glaubt daher, dass für viele Unternehmen nach wie Mainframes ein unverzichtbarer Teil der IT-Strategie sind und auch in Zukunft für die strategischen Ziele der Anwender einen wertvollen Beitrag leisten können.

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Der IDC-Analyst Tim Grieser, führt das steigende Interesse an den Großrechnern sogar auf verschiedene Digitalisierungstrends zurück: “Mainframes spielen im digitalen Unternehmen eine zentrale Rolle, denn bei vielen digitalen Anwendungen greifen mobile oder tragbare Geräte auf Daten zu, die auf Großrechnern gespeichert sind.” Auf diese Weise steig die Anzahl der Transaktionen auf den Großrechnern, wie 58 Prozent der Befragten angeben.

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