Deutschland und Frankreich investieren gemeinsam 1 Milliarde in Start-ups

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Deuschland und Frankreich wollen bei Themen rund um die Digitalisierung künftig vermehrt an einem Strang ziehen. Gabriel stellt dafür auch die europäische Schuldenpolitik in Frage, statt dessen sollte vielmehr in digitale Infrastrukturen investiert werden.

Mehr Investitionen in die Infrastruktur und die Digitalisierung will Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel erreichen. Statt den Schuldenabbau zu forcieren, sollte vielmehr in Zukunftsthemen investiert werden, erklärte der SPD-Politiker auf der zweiten Deutsch-Französischen Digitalkonferenz .

Die beiden stärksten Volkswirtschaften der Europäischen Union wollen, wie aus einer gemeinsamen Erklärung der zuständigen Minister hervorgeht, künftig bei der Entwicklung der digitalen Wirtschaft enger zusammenarbeiten. Damit sollen auch konkrete Projekte unterstützt werden, die die digitale Transformation und digitale Innovationen voranbringen sollen.

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Das VDI-Versprechen einlösen

Die mit einer VDI-Implementierung einhergehende Komplexität führt häufig dazu, dass Firmen nicht die Ergebnisse erzielen, die sie sich bei der Planung einer virtuellen Desktop-Infrastruktur versprochen haben. Die Appliances der Reihe VxRail von Dell EMC reduzieren für Anwenderunternehmen diese Komplexität.

Genannt werden die Bereiche Industrie 4.0 und die Unterstützung von Start-ups. Wie die Agentur Reuters berichtet, sollen dafür gemeinsam mit Frankreich 1 Milliarde Euro für die Förderung von jungen Unternehmen bereitgestellt werden. Es fehle derzeit hier vor allem am Wachstumskaptial.

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Sigmar Gabriel versucht mit einem aktuellen Entwurf einige Forderungen aus der Industrie zum Thema Digitalisierung abzuarbeiten, etwa Förderangebote für Gründer oder einen digitalen EU-Binnenmarkt. (Bild: TNS Infratest)

Des Weiteren identifiziert Gabriel vier zentrale Themen: “Die digitale Transformation der Industrie, die dafür sorgt, dass unser Produktionsstandort wettbewerbsfähig bleibt. Zweitens, die Unterstützung von innovativen Start-ups, die in beiden Ländern als treibende Kraft für Wachstum und Beschäftigung stehen.”

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Kosten senken und Prozesse im Rechnungseingang optimieren

In Firmen geht im Durchschnitt immer noch weit über die Hälfte der Rechnungen auf Papier ein. In der Regel entscheidet zudem der Absender der Rechnung über deren Form und Gestaltung. Das führt zu einer enormen Vielfalt – die bei den Empfängern oft kostspielige, ineffiziente und fehleranfällige Papierprozesse nach sich zieht. Doch es gibt Alternativen.

Über eine verbesserte Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen, insbesondere bei Cloud-Diensten, sollen vor allem kleine und mittelständische Betriebe die Vorteile der Cloud besser nutzen können. “Deutschland und Frankreich sollten auch in der europäischen und internationalen Zusammenarbeit ihre Kräfte bündeln und gemeinsam für einen freien und sicheren Daten- und Informationsfluss sowie für eine Stärkung des europäischen Normungssystems eintreten”, bekräftigt Gabriel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (Mitte), Staatspräsident François Hollande (2.v.r.), Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (3.v.l.) und sein französischer Amtskollege Michel Sapin (2. Reihe rechts) auf der Deutsch-Französischen Digitalkonferenz. (Bild: BMWi/Michael Reitz)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (Mitte), Staatspräsident François Hollande (2.v.r.), Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (3.v.l.) und sein französischer Amtskollege Michel Sapin (2. Reihe rechts) auf der Deutsch-Französischen Digitalkonferenz. (Bild: BMWi/Michael Reitz)

Daher glaubt Gabriel nicht, dass eine einseitige Konzentration auf den Abbau von Schulden für den Wirtschaftsstandort förderlich sei. “Wenn wir jetzt nicht investieren, dann steigt die Arbeitslosigkeit und steigen übrigens auch die Schulden”, so Gabriel. Denn ohne eine konkurrenzfähige digitale Infrastruktur fehle dem Euroraum die Wettbewerbsfähigkeit, um langfristig Arbeitsplätze zu erhalten. Statt verschiedener kleinerer Projekte, wie sie von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vorgeschlagen wurden, sollten man vielmehr ein großes Investment wagen.

Insgesamt nehmen über 300 Vertreter von Start-ups, internationalen Unternehmen und öffentlichen Institutionen an Deutsch-Französischen Digitalkonferenz teil. (Bild: BMWi/Michael Reitz)
Insgesamt nehmen über 300 Vertreter von Start-ups, internationalen Unternehmen und öffentlichen Institutionen an Deutsch-Französischen Digitalkonferenz teil. (Bild: BMWi/Michael Reitz)

In der gemeinsamen Regierungserklärung verständigen sich Deutschland und Frankreich unter anderem darauf, dass beispielsweise die “Alliance Industrie du Futur” und die deutsche “Plattform Industrie 4.0” Szenarien für die Digitalisierung entwerfen, um so neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Auch neue Testinfrastrukturen zählen zu den gemeinsamen Initiativen.

Verschiedene Labs sollen vor allem kleinere Anwender bei der Entwicklung unterstützen. Zudem habe man sich auf die Erarbeitung einer gemeinsamen Referenzarchitektur für Normen auf Basis von RAMI 4.0, dem deutschen Referenzarchitekturmodell für Industrie 4.0, und dem französischen Pendant “Big Picture” geeinigt.

Ab 2017 werde es zudem gemeinsame Forschungsprogramme und Summer Schools des Institut Mines-Télécom und der Technischen Universität München geben. Das Arts et Métiers Paris Tech und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sollen zusammen in mehreren Projekten forschen. Zudem sollen neue Arbeitsmarktkonzepte erstellt werden, die es beispielsweise Quereinsteigern erleichtern sollen, in IT-Berufen Fuß zu fassen.

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