Big Data wird zum Standard und immer spezieller

Big DataData & Storage

Nachdem zahlreiche Big-Data-Tools inzwischen in Unternehmen verbreitet und gesetzt sind, sehen Analysten jetzt vermehrt sehr spezialisierte Angebote. Auch eine Konsolidierungswelle setze langsam ein.

Die Experton Group hat den Big Data Vendor Benchmark 2017 veröffentlicht. Darin untersuchen die Analysten die Produkte und Services von insgesamt 94 Anbietern, die alle auf dem deutschen Markt vertreten sind. Offenbar gehen die Marktforscher davon aus, dass die Analyse großer polystrukturierter Datenmengen noch lange Thema sein wird.

Laut Experton verfügen viele Angebote, auch von kleineren Nischenanbietern, über eine hohe Reife. Das zeige sich auch daran, dass immer mehr Übernahmen und Merger stattfinden. Es setze also eine erste Konsolidierung der Anbieterlandschaft ein.

Von insgesamt 215 Unternehmen haben es 94 in den Vendor Benchmark geschafft. (Bild: Experton Group)
Von insgesamt 215 Unternehmen haben es 94 in den Vendor Benchmark geschafft. (Bild: Experton Group)

Dennoch, wer als Anwender und Anbieter mit Big Data Erfolg haben wolle, müsse sich auf Branchen und Einsatzszenarien konzentrieren. So seien gerade in den zurückliegenden Monaten viele Produkte entstanden, die sehr unterschiedliche Unternehmensziele und -prozesse unterstützen und damit auch im Nachgang neue, datengetriebene Geschäftsmodelle ermöglichen.

Damit werde Big Data zu einer treibenden Kraft und Grundlage für Advanced Analytics, Cognitive Computing, Machine Learning oder Operational Intelligence. Insgesamt unterscheidet Experton sieben Kategorien.

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“Big Data entwickelt sich dabei zu einem Thema, das sowohl horizontal als auch vertikal in die Märkte dringt”, erklärt Holm Landrock, Lead Advisor Big Data bei der Experton Group. “Big Data wird also spezifisch hinsichtlich der Anwendungs- und Prozessebene und auch hinsichtlich der Anwenderbranchen, da Unternehmen aus der Finanzwirtschaft andere Anforderungen an die Analysen haben als Fertigungs- oder Handelsunternehmen.”

Als wichtigste Motivation der Anwender, Big Data einzusetzen, sieht Landrock die Möglichkeit, echtzeitgetriebene Entscheidungen treffen zu können. Das gelte unabhängig von der Größe und Branche der Unternehmen.

Unter den Leadern sind dabei nicht nur ICT-Generalisten mit mehreren tausend Mitarbeitern zu finden, sondern auch kleinere Unternehmen mit 100 bis 200 Mitarbeitern. Diese sind mit ihren Angeboten für die Anwender in der Zielgeografie Deutschland durchaus mit den sehr viel größeren Mitbewerbern vergleichbar, was die Marktforscher daran fest machen, dass diese in sehr komplexen Kundenprojekten engagiert sind und hier exzellente Beurteilung seitens der Anwender bekommen. Somit hätten auch Start-ups durchaus Chancen am Markt.

Doch auch Anbieter, die in der Experton-Bewertung nicht im Leader-Quadranten sind, seien in der Lage, leistungsfähige Services oder Lösungen anzubieten. Hier scheitere es weniger an der Lösung, sondern eher an der Integration des Angebots, am Go-to-Market oder in der Marketingkommunikation.

Neben etablierten Anbietern wie SAP, IBM und Tibco tummelt sich auch der deutsche Anbieter Blue Yonder im Leaders-Quadranten der Experton-Group. (Bild: Experton Group)
Neben etablierten Anbietern wie SAP, IBM und Tibco findet sich auch der deutsche Anbieter Blue Yonder im Leaders-Quadranten der Experton-Group. (Bild: Experton Group)

Einen besonderen Stellenwert in der Bewertung nimmt der Bereich Big Data Dashboards and Visualization Solutions ein, denn ohne eine entsprechende Visualisierung und Aufbereitung sei es für Anwender schwierig, neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Traditionelle Mittel, etwa die Darstellung von Kennzahlen mit Excel, BI-Lösungen oder Dashboard-Software, kommen dann schnell an ihre Grenzen, wenn große Menge an Daten hinzukommen, die durch die Digitalisierung der Systeme, Prozesse und Unternehmen aufkommen. Dies gilt vor allem, dann wenn zusätzlich unstrukturierte Daten in die Auswertung aufgenommen werden sollen. Wie gut ein Tool hier sei, zeige sich an der Fähigkeit, aus beliebigen Daten Informationen zu bekommen, und an der Flexibilität der unterstützten Datenquellen.

Nicht alle Dashboard-Lösungen, die am Markt sind, seien auch für den Einsatz mit Big Data geeignet, erklärt Landrock, diese seien dann nicht in die Bewertung eingeflossen.

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