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BMW und Intel bringen autonome Fahrzeuge nach Deutschland

Intel stellt mit Intel GO [1] eine Plattform für autonome Fahrzeuge vor. Intel-GO-System besteht aus mehreren Komponenten. Diese umfassen Prozessoren, SSDs und auch die KI-Plattform Nervana. In Fahrzeugen soll GO beispielsweise als “skalierbare Entwicklungs- und Computing-Plattform für entscheidende Funktionen” dienen.

Im Rechenzentrum stellt die künstliche Intelligenz der Nervana-Plattform laut Intel eine “leistungsstarke Infrastruktur für Machine- und Deeplearning sowie Simulationen” zur Verfügung, die für die Entwicklung autonomer Fahrzeuge benötigt werde. Zwei In-Vehicle-Entwicklungsplattformen für automatisiertes Fahren binden Intels Atom- und Xeon-Prozessoren sowie die Aria-10-FPGAs ein. Sie sollen die für automatisierte Fahrfunktionen benötigte Rechenleistung liefern.

Im Fahrzeug selbst ist GO für die Verwaltung der Inputs aus den Sensoren verantwortlich. Fahrrichtlinien und unter anderem auch das Umfeldmodell werden an Bord errechnet. Auch bei der Routenplanung und bei der Entscheidungsfindung unterstützt das System. Mit Intel GO Automotive SDK liefert der Hersteller Entwicklern Werkzeuge für die Nutzung der Hardwarefunktionen.

<strong>BMW experimentiert mit einer holografischen Steuerung im Fahrzeug-Cockpit. (Bild: BMW) </strong> [2]
BMW experimentiert mit einer holografischen Steuerung im Fahrzeug-Cockpit. (Bild: BMW)

Intel GO ist aber auch bereits auf den kommenden Mobilfunkstandard 5G ausgerichtet. “Das erlaubt es Automobilherstellern, vor dem erwarteten 5G-Rollout im Jahr 2020 eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten und Applikationen zu entwickeln und zu testen”.

Die GO-Plattform bringt Intel auch in die strategische Partnerschaft mit dem deutschen Autobauer BMW und dem israelischen Hersteller von Fahrerassistenzsystemen Mobileye ein. Zusammen wollen die drei Unternehmen ab der zweiten Jahreshälfte 2017 rund 40 autonom fahrende Fahrzeuge von BMW im öffentlichen Straßenraum testen [3]. Die Fahrzeuge der BMW-7er-Modellreihe sollen dafür mit “der neuesten Technologie von Intel und Mobileye ausgestattet” werden.

“In der Industrie sehen wir bereits, wie geteilte Entwicklungskosten und kombinierte Ressourcen zu Synergien und schnellerem Fortschritt bei der Entwicklung einer Plattform für das autonome Fahren führen. Dieses Car-to-Cloud-System wird ein konsistentes und vorhersagbares Verhalten an den Tag legen und ist auf die höchsten Sicherheitsansprüche ausgelegt”, sagte Intel-CEO Brian Krzanich.

Das EyeQ-5-System von Mobileye verarbeitet und interpretiert die von der Surround-View-Sensorik gelieferten Daten und übernimmt zudem die Lokalisierung des Fahrzeugs. Das System ist zudem neben den CPU- und FPGA-Technologien von Intel ein zentraler Teil der Computing-Plattform im Fahrzeug.

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BMW und Mobileye wollen zudem Lösungen für den Bereich Sensor Fusion entwickeln. Die Daten von Kamera-, Radar- und Lidar-Sensoren sollen zusammengeführt werden, um ein vollständiges Umfeldmodell der Fahrzeugumgebung erstellen zu können. Reinforcement-Learning-Algorithmen von Mobileye sollen die künstliche Intelligenz liefern, die für die Erfassung komplexer Verkehrssituationen benötigt wird.

Die Tests mit autonomen Fahrzeugen, die in den USA und auch in Europa durchgeführt werden, will BMW wiederum nutzen, um sein Projekt iNEXT voranzutreiben. Dabei handelt es sich um ein autonomes Fahrzeug mit Elektroantrieb und einer Reichweite von bis zu 750 Kilometern, das 2021 auf den Markt kommen soll. Auch Daimler will jetzt in den Feldversuch starten und hat dafür eine Genehmigung bekommen [4].

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